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Sarah-Lee Heinrich bei Lanz - Debatte um alte Tweets von Grünen-Politikerin

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Die Grüne Sarah-Lee Heinrich hat wegen alter Rassismus-Äußerungen Morddrohungen bekommen. Bei Markus Lanz entschuldigte sie sich dafür. Ein FDP-Kollege zollte ihr dafür Respekt.

Sarah-Lee Heinrich bei Markus Lanz
Sarah-Lee Heinrich bei Markus Lanz
Quelle: ZDF/Markus Hertrich

"Turbulent", fasste Sarah-Lee Heinrich die Wochen, die hinter ihr liegen, am Donnerstagabend bei Markus Lanz zusammen. Die Bundessprecherin der Grünen war für Meinungsäußerungen in die Kritik geraten, die sie als Teenagerin bei Twitter abgesetzt hatte. Teils sechs bis sieben Jahre alt.

Morddrohungen gegen die junge Grünen-Politikerin

Zu berechtigter Kritik hatten sich aber schnell Frauenfeindlichkeit, Rassismus und Morddrohungen gemischt, weswegen sich Heinrich vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte.  

Jens Teutrine, Vorsitzender der Jungen Liberalen, diskutiert mit Grünen-Politikerin Sarah-Lee Heinrich über die Rolle der Jugend in der Politik.

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3 min
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Einer der alten Tweets, die sie als Teenagerin verfasst hatte: "Juden und Asiaten sind keine weißen Menschen." Den Inhalt erklärte Heinrich nun mit der "sehr absurden" Anti-Rassismus-Debatte: weiß gegen nicht-weiß.

Heinrichs Tweets waren manipuliert worden

Hinzu war nun noch gekommen, dass Heinrichs Ursprungstweet manipuliert worden war. Jemand hatte das Adjektiv "weiß" aus dem Tweet herausgenommen. Und dann stand da: "Juden und Asiaten sind keine Menschen." Eine ganz andere Botschaft, die Juden und Asiaten plötzlich das Menschsein abspricht.

Weiter berichtete Heinrich: "Es gab auch Screenshots, da wurde zum Beispiel das Datum unten verändert. Da hat man aus 2014 2021 gemacht, um quasi doch sagen zu können, sie hat es jetzt gerade getweetet. Das war für mich natürlich unangenehm."

Kritik an Aussage: "eklig weiße Mehrheitsgesellschaft"

Es sei dann sehr viel auf einmal gewesen. "Es gab die eine Seite der berechtigten Debatte, aber auch eben Drohungen und Beleidigungen, was dazu geführt hat, dass ich mich gar nicht mehr so recht beteiligen konnte an der Debatte. Das war für mich auch schade."

Die heftigste Kritik entflammte aber an Heinrichs Aussage "eklig weiße Mehrheitsgesellschaft". Diese Formulierung hatte Heinrich sowohl bei Twitter als auch in einem Talkformat verwendet - wesentlich später: 2019. Inzwischen hat sie sich mehrmals dafür entschuldigt.

Schwarz in Deutschland: Noch immer werden in Deutschland Schwarze Menschen auf ihre Hautfarbe reduziert. Wir erzählen auf Instagram und Facebook ihre Geschichten, erklären unter anderem, was Alltagsrassismus ist.

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Heinrich: Schwierig, mich zum Thema Rassismus zu äußern

"Nicht richtig" finde sie die Wortwahl heute, so Heinrich. Und weiter: "Ehrlich gesagt habe ich keine richtige Sprache dafür gefunden."

Es ist mir sehr schwierig gefallen, mich zum Thema Rassismus zu äußern.
Sarah-Lee Heinrich

Zu der Zeit habe es zwei Pole gegeben: Auf der einen Seite die Leute, die gesagt hätten, es gebe keine Diskriminierung, alle seien gleichgestellt. Auf der anderen Seite das Extrem, das in der Rassismus-Debatte die Schuldfrage an weiße Menschen gestellt habe.

Sie habe sich in beiden Polen nicht wiedergefunden, 2019 dann aber einen Versuch unternommen, in die eine Seite rein zu finden. "Und wenn ich mir das anschaue: Ich bin da voll nervös, man sieht das auch, weil ich da noch keine Position zum Thema vertreten konnte, weil ich noch nicht fassen konnte, was ist eigentlich mein Problem mit der Debatte", sagte Heinrich.

Teutrine zollt Heinrich Respekt für die Aufarbeitung

Ein ehrlicher Umgang, der einem weiteren Talkgast bei Lanz Respekt abgewann: Jens Teutrine, Vorsitzender der Jungen Liberalen.

Jens Teutrine bei Markus Lanz
Jens Teutrine erklärt, bei vielen der kritisierten Tweets sei Heinrich sehr jung gewesen. "Sie hat dort Fehler gemacht. Und dafür hat sie sich entschuldigt." Das müsse man auch irgendwann akzeptieren.
Quelle: ZDF/Markus Hertrich

Zur Aussage der "ekligen weißen Mehrheitsgesellschaft" sagte er: "Da warst du schon etwas älter. Und ich finde, das ist ein super Zeichen von politischer Stärke, sich zu reflektieren, nach wenigen Jahren auch schon, und zu sagen: Ich habe meine Aussagen überdacht, ich finde den Standpunkt falsch und ich hatte noch nicht die Kraft, um zu artikulieren, was ich eigentlich sagen wollte." Davor habe er großen Respekt.

Wohlwollend verfolgte auch die Journalistin Yasmin M'barek Teutrines Aussagen. Und fasste abschließend zusammen:

Das hier ist vielleicht gerade die realpolitische Fusion des Traumes der guten Debattenkultur.
Yasmin M'barek, Journalistin

Die ganze Sendung:

Zur Krise an der Grenze zu Belarus, über den Einfluss der Jugendorganisationen auf ihre Mutterparteien, die Zukunftsfähigkeit des Rentensystems und über Generationengerechtigkeit

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75 min
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