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Kronprinz soll Jeff Bezos' Handy gehackt haben

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Saudi-Arabien gegen Amazon? - Kronprinz soll Jeff Bezos' Handy gehackt haben

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Das Handy von Amazon-Chef Bezos soll gehackt worden sein - und zwar vom saudischen Kronprinz persönlich, per WhatsApp-Nachricht. Das Königreich antwortet per Tweet: "Absurd."

Archiv: Kronprinz Mohammed Bin Salman benutzt sein Smartphone, aufgenommen am 13.01.2020
Soll Amazon-Chef Jeff Bezos nicht mögen: der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. (Archivbild)
Quelle: Reuters

Der mächtige saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman soll Medienberichten zufolge hinter einem Hackerangriff auf das Smartphone von Amazon-Chef Jeff Bezos stecken. Bezos' Handy sei 2018 gehackt worden, nachdem dieser eine verschlüsselte WhatsApp-Nachricht des Kronprinzen mit einer mutmaßlichen Schadsoftware erhalten habe. Das berichtete die britische Zeitung "The Guardian" am Dienstag unter Berufung auf eine forensische Untersuchung. Beide Männer hätten zuvor einen freundlichen Austausch über den Messengerdienst der Facebook-Tochter WhatsApp gepflegt.

Auch die "Washington Post" berichtete am selben Tag, dass Bezos' Smartphone gehackt worden sei, nachdem er eine WhatsApp-Nachricht von einer Nummer erhalten habe, die dem saudiarabischen Kronprinz gehören soll. Die Zeitung, deren Eigentümer der schwerreiche Amazon-Chef ist, beruft sich auf Ergebnisse einer digitalen forensischen Analyse.

UN-Vertreter halten Erkenntnisse für glaubwürdig

Danach habe eine schadhafte Videodatei das Handy infiziert. Innerhalb weniger Stunden seien von Bezos Handy dann große Datenmengen heruntergeladen worden. Die Zeitung habe aber keine Kenntnisse darüber, welche Daten vom Handy des reichsten Mannes der Welt abgeflossen seien.

Die kriminaltechnische Untersuchung sei von Bezos' Sicherheitsteam erstellt worden. Zwei Vertreter der Vereinten Nationen und externe Experten sollen Die Erkenntnisse aber für glaubwürdig halten. Der Fall sei zwar nicht völlig hieb- und stichfest, aber die Hinweise seien stark genug, um eine weitere Untersuchung zu rechtfertigen. Die beiden UN-Vertreter arbeiten an einem Bericht für die Weltorganisation.

Saudi-Arabien dementiert Vorwürfe

Die saudiarabische Botschaft in Washington wies die Vorwürfe unterdessen zurück. Die Medienberichte seien "absurd", schrieb die diplomatische Vertretung im Kurzbotschaftendienst Twitter. Sie forderte Ermittlungen zu "diesen Behauptungen".

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Der Hackerangriff auf Bezos' Smartphone hatte im Frühjahr 2019 zur Veröffentlichung intimer Fotos des Multimilliardärs geführt. Der "National Enquirer" berichtete über eine außereheliche Affäre von Bezos, kurz nachdem er und seine Frau ihre Trennung nach 25 Jahren Ehe verkündet hatten. Der Milliardär warf dem Klatschblatt später vor, versucht zu haben, ihn mit intimen Fotos zu erpressen.

Intime Details und der Fall Khashoggi

Ein von Bezos engagierter Privatermittler kam bereits im März 2019 zu dem Schluss, dass das Handy des Amazon-Chefs von Saudi-Arabien gehackt wurde. Der Ermittler Gavin de Becker machte aber keine Angaben dazu, wen er genau für den Hackerangriff verantwortlich mache.

Für die "Washington Post" hatte der ermordete saudiarabische Journalist Jamal Khashoggi als Kolumnist gearbeitet. Die renommierte US-Zeitung berichtete umfangreich über den Mord an dem Journalisten im Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul. Der in den USA im Exil lebende Journalist hatte wiederholt Kritik an der Königsfamilie geäußert.

Riad hatte nach dem Mord an Khashoggi erst nach wochenlangen Dementis unter internationalem Druck zugegeben, dass der Regierungskritiker von saudiarabischen Agenten getötet worden war. Die saudiarabische Führung sprach aber von einer aus dem Ruder gelaufenen Geheimdienstaktion und bestritt eine geplante Tötung. Im Dezember verhängte ein saudiarabisches Gericht Todesstrafen gegen fünf Angeklagte, entlastete jedoch zwei Berater des Kronprinzen.

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