Scholz auf Digitalkonferenz re:publica erwartet

    Scholz bei Digitalkonferenz:Erstmals ein Kanzler auf der re:publica

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    von Dominik Rzepka
    08.06.2022 | 05:58
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    Nach zwei Jahren Pandemiepause startet heute die Digitalkonferenz re:publica in Berlin. Ein Novum: Der Kanzler kommt vorbei.

    Bundeskanzler Olaf Scholz (Archivbild).
    Bundeskanzler Olaf Scholz wird am Donnerstag auf der Digitalkonferenz "re:publica" in Berlin erwartet.
    Quelle: dpa

    Eingeladen war Angela Merkel immer. Doch die Kanzlerin wollte seinerzeit nie zur re:publica kommen. Und so ist es schon ein Novum, dass mit Olaf Scholz zum ersten Mal ein Bundeskanzler auf der größten Digitalkonferenz Europas erwartet wird. Am Donnerstag stellt er sich den Fragen der Journalistin Linda Zervakis und des Publikums.
    Digitalpolitische Themen gibt es genug: Sollen im Kampf gegen Kindesmissbrauch WhatsApp-Nachrichten durchsucht werden dürfen? Wird Scholz die von der EU geplante Chatkontrolle stoppen? re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl erhofft sich hier klare Antworten. Bisher habe sich der Kanzler wenig zu netzpolitischen Themen geäußert. Beckedahl sagt:

    Wir freuen uns, dass Scholz die re:publica nutzen möchte, um über globale Aspekte der Digitalisierung zu sprechen und wir würden uns freuen, wenn das nur der Anfang eines Dialoges mit der Zivilgesellschaft ist.

    Markus Beckedahl

    Masken und lüften: "rp22" ist corona-konform

    Bis Freitag erwarten die Veranstalter 18.000 Besucherinnen und Besucher in Berlin. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause findet die Konferenz wieder in Präsenz statt - mit Hygienekonzept. "Wir haben extra neue Veranstaltungsorte gesucht, die viele Außenflächen bieten und setzen weiterhin auf eine Maskenpflicht in kleineren Räumen", sagt Beckedahl. Die größte Halle, die Arena Berlin, war einst ein Impfzentrum und bietet viel Lüftung.
    Erwartet werden neben Scholz auch die neue Familienministerin Lisa Paus sowie Innenministerin Nancy Faeser. Die Virologin Melanie Brinkmann und Ethikrat-Vorsitzende Alena Buyx reden über ihre Rolle in der Öffentlichkeit während der Pandemie. Und auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach wird sich den Fragen der re:publica-Besucher stellen.

    Wer auf der re:publica zu Gast ist

    Volker Wissing
    Saskia Esken am 08.06.2022 in Berlin
    Nancy Faeser
    Lisa Paus
    Prof. Alena Buyx
    Die Virologin Melanie Brinkmann gestrikuliert.
    Mann im Anzug mit rotem Irokesenhaarschnitt
    Satiriker Sebastian Hotz "El Hotzo"
    Zwei Männer in legerer Kleidung sitzen auf einem Sofa in einem mit Pflanzen bestücktem Raum. Hinter dem Sofa stehen zwei weitere Männer, die ebenfalls den Betrachter anvisieren.

    Volker Wissing

    Digitalminister Volker Wissing (FDP) hat sich auf der re:publica erneut gegen die sogenannte "Chatkontrolle" ausgesprochen, also die EU-Pläne gegen Kindesmissbrauch im Internet.

    Quelle: dpa


    Welche Themen die re:publica diskutiert

    Drei Tage lang diskutiert die re:publica Themen unter anderem aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Welche Folgen hat der Ukraine-Krieg für das digitale Deutschland? Helfen Datenspenden im Kampf gegen Long Covid? Sind erneuerbare Energien auch Friedens- und Freiheitsenergien? Auch der digitale Wandel der Medien spielt eine Rolle: Wie verändern soziale Medien zum Beispiel den Lokaljournalismus?
    Am Freitagabend spielt die Band "Tocotronic" ein Konzert und präsentiert ihr Album "Nie wieder Krieg". Am Ende wird die re:publica den Queens-Song "Bohemian Rhapsody" singen - so wie bereits 2019, auf der letzten Konferenz vor der Pandemie. Der Song endet mit der Textzeile "Anyway The Wind Blows". Es ist das Motto der re:publica 2022, laut Veranstaltern "eine Verneigung vor der Poesie des Irrationalen".