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Scholz-Aussage zu Waffen : Wie groß ist Militärhilfe für die Ukraine?

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Olaf Scholz nennt Deutschland "einen der wichtigsten militärischen Unterstützer der Ukraine". Stimmt das? Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Auch kleinere Länder sind sehr engagiert.

Bundeskanzler Scholz (SPD) hat in Litauen den baltischen Regierungschefs zugesagt, künftig mehr Bundeswehrsoldat*innen an der NATO-Ostflanke stationieren zu wollen. Kritik an seinen regelmäßigen Telefonaten mit Putin wies der Kanzler zurück.

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Auf seiner Reise ins Baltikum hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) versucht, den Eindruck auszuräumen, Deutschland sei bei den Waffenlieferungen an die Ukraine zu zögerlich. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit den Regierungschef*innen aus Litauen, Estland und Lettland sagte er:

Es ist so, dass Deutschland einer der wichtigsten militärischen Unterstützer der Ukraine ist, niemand liefert in ähnlich großem Umfang, wie Deutschland dies tut.
Olaf Scholz, Bundeskanzler

Er relativiert diesen Satz direkt im Anschluss: "Es gibt ein paar wenige, die auch sehr viel tun, wie zum Beispiel die Vereinigten Staaten von Amerika, aber Deutschland zählt zu den Ländern, die in ganz großem Umfang ihre Möglichkeiten einsetzen."

Deutschland liefere umfangreich Waffen an die Ukraine, auch schwere Waffen, wie Panzerhaubitzen und Gepard-Panzer, sagt Bundeskanzler Scholz im Bundestag.

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Stimmt das? Ein Blick auf die Zahlen

Einen genauen Überblick über die Hilfslieferungen der Welt an die Ukraine hat Christoph Trebesch vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Mit seinem Team sammelt er im Ukraine Support Tracker sämtliche Informationen über militärische, finanzielle und humanitäre Unterstützung, die Länder zusagen und liefern.

Deutschland ist im Ranking der wichtigsten militärischen Unterstützer auf Platz 4 in absoluten Zahlen, weiter hinter den USA, aber auch hinter Polen und Großbritannien.

Es ist richtig, dass Deutschland auch militärisch zu den größten Unterstützern der Ukraine zählt. Allerdings nur absolut und nicht im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung.
Prof. Dr. Christoph Trebesch, Institut für Weltwirtschaft

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Setzt man nämlich die deutschen Militärhilfen in Relation zum Bruttoinlandsprodukt, rutscht Deutschland ins hintere Mittelfeld der Unterstützer-Staaten.

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Viele Zusagen, lange Lieferzeiten aus Deutschland

Deutschland habe in den letzten Wochen erhebliche konkrete Zusagen zu schweren Waffenlieferungen gemacht, so Trebesch. Hierzu zählen insbesondere die Panzerhaubitzen 2000, Gepard Panzer, Iris-Luftverteidigungssysteme und Mars-2-Raketenwerfer. Davon sei bisher allerdings noch nichts geliefert worden.

Bundeskanzler Scholz kündigt in der Haushaltsdebatte im Bundestag an, ein Flugabwehrsystem und Raketenwerfer an die Ukraine liefern zu wollen. Zu Waffenlieferungen und zur Bundeswehr gab es eine heftige Debatte

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Frankreich habe deutlich weniger zugesagt - an schweren Waffen nur 12 Cesar Artilleriegeschütze -, diese wurden allerdings schon geliefert. Auch Großbritannien und Polen haben schon in erheblichem Maße schwere Waffen geliefert. Der Unterscheid sei also vor allem, dass es in Deutschland wochen- oder monatelange Verzögerungen zwischen Ankündigung und Lieferung gibt und andere Länder schneller sind.

Die USA haben im laufenden Krieg in der Ukraine fast 20 Mal so hohe Militärhilfen zugesagt und auch bereits viele schwere Waffen geliefert.

Was hat Deutschland bisher geliefert?

Bisher zugesagt und/oder geliefert hat Deutschland:

  • 500 Stinger Flugabwehrraketen
  • 2.000 Strela Raketen
  • 900 Panzerfäuste mit 3.000 Raketen
  • 100 Maschinengewehre MG3 mit 8 Millionen Schuss
  • 15 Bunkerfäuste mit 50 Schuss
  • 100.000 Handgranaten
  • 2.000 Minen
  • 23.000 Helme

An schweren Waffen hat Deutschland bisher zugesagt:

  • 50 Gepard Panzer
  • 7 Panzerhaubitzen 2000
Lenkflugkörper des Systems IRIS-T
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Einige Lieferungen bleiben geheim

Einschränkend muss bei diesen Zahlen und Daten jedoch gesagt werden: Längst nicht alle Waffenlieferungen werden von den Ländern öffentlich gemacht. Großbritannien etwa macht keine Angaben, wie viele Javelin- oder Luftabwehr-Raketen an die Ukraine geliefert werden. Italien hält seine Waffenlieferungen allgemein streng geheim, deshalb ist es unmöglich, die gesamte militärische Hilfe zu quantifizieren. 

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