Scholz will "Marshallplan" für Wiederaufbau der Ukraine

    Wiederaufbaukonferenz:Scholz: Ukraine wird "Generationenaufgabe"

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    Kanzler Scholz will für den Wiederaufbau der Ukraine einen Marshallplan nach dem Vorbild des Aufbauprogramms nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies sei ein "internationaler Kraftakt".

    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, schon vor Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine einen "Marshallplan" für den Wiederaufbau aufzustellen. Dies sei "eine Generationenaufgabe, mit der man jetzt beginnen müsse", sagte der SPD-Politiker bei einer internationalen Wiederaufbaukonferenz in Berlin.
    Scholz versprach der Ukraine erneut Unterstützung, solange dies notwendig sei.

    In ihrem Kampf für Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität ist die Ukraine nicht alleine.

    Olaf Scholz, Bundeskanzler

    Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mahnte, es sei keine Zeit zu verschwenden.

    Von der Leyen: Jede Investition in Ukraine auch Investition in demokratische Werte

    Bei der Konferenz gehe es darum, Wege für die Gestaltung der Zukunft des Landes zu finden, "nicht nur für die kommenden Monate, sondern für die kommenden Jahre", sagte Scholz. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, müssten private und staatliche Investoren auf der ganzen Welt zusammengebracht werden.
    Von der Leyen sagte, kein Land oder keine Union könne den Wiederaufbau alleine stemmen. Man brauche starke Partner wie die USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Australien und andere Länder sowie Institutionen wie die Weltbank. Jeder Euro, jeder Dollar, jedes Pfund, jeder Yen sei eine Investition in die Ukraine, aber auch in die demokratischen Werte weltweit. Es seien Milliardensummen notwendig für den Wiederaufbau. Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer gehe es jetzt aber vor allem darum, im Winter ein warmes Zuhause zu haben.
    Auf Einladung von Scholz und von der Leyen beraten in Berlin internationale Experten über den Wiederaufbau der Ukraine. An der Tagung nehmen auch der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal und der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki teil.

    Selensykj: Investitionen in "künftiges EU-Mitgliedsland"

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warb für rasche internationale Investitionen in den Wiederaufbau seines durch den russischen Krieg stark zerstörten Landes. Wer in den Wiederaufbau der Ukraine investiere, investiere in ein künftiges EU-Mitgliedsland, betonte Selenskyj, der für eine Rede live per Video zu der Konferenz zugeschaltet war, laut Simultanübersetzung.

    Europa kann man nur mit der Ukraine gemeinsam denken.

    Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident

    Das Land trete für die Sicherheit Europas ein, indem es den russischen Schlag abfange. Der Präsident nannte alleine einen Finanzbedarf von 38 Milliarden Dollar, um das Staatsdefizit im kommenden Jahr auszugleichen. Das Geld werde benötigt, um Lehrer und Ärzte zu bezahlen sowie Renten auszuzahlen.

    Infrastruktur in der Ukraine stark zerstört

    Bereits vor der Wiederaufbaukonferenz in Berlin hatte die Ukraine auf schnelle Investitionen in die stark zerstörte Infrastruktur des Landes gedrungen.

    Es ist wichtig zu verstehen, dass ungeachtet des Krieges der Wiederaufbau jetzt beginnen muss.

    Oleksij Tschernyschow, ukrainischer Minister für regionale Entwicklung

    Die Versorgung mit Strom und Energie müsse vor dem Winter gesichert und Wohnraum geschaffen werden. Die Ukraine wurde in den vergangenen zwei Wochen von fast 300 russischen Raketen und Drohnen getroffen. Nach ukrainischen Angaben wurde die Energie-Infrastruktur zu 40 Prozent zerstört.

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    Quelle: dpa

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