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Kinder-Laufgemeinschaft statt Elterntaxi

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Sicher zur Schule - Kinder-Laufgemeinschaft statt Elterntaxi

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Immer mehr Elterntaxis verstopfen Schulwege und gefährden Kinder: Ein Aktionsbündnis will Eltern sensibilisieren, um Chaos vor den Schulen zu mindern und Unfälle zu vermeiden.

Schild "Elterntaxi"
Kinder, die den Schulweg zu Fuß bestreiten, sind im Unterricht aktiver, so Experten.
Quelle: dpa

Eine Autokolonne, Blech dicht an dicht, hektisches Manövrieren auf der Suche nach letzten Parkplätzen - und zwischen den Fahrzeugen jede Menge Mädchen und Jungen. Wegen ihrer geringen Körpergröße aus den großen Autos heraus mitunter schwer wahrnehmbar. Jene Kinder, die zu Fuß zum Unterricht unterwegs sind, sind kurz vorm Schuleingang in echter Gefahr.

Verkehrsexperten: Elterntaxis gefährden Kinder doppelt

Es ist kein Einzelfall, es ist die Regel in Deutschland, seit Jahren schon. Jeden Morgen sind die Straßen vor Grundschulen und Kindergärten verstopft, weil zu viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto am liebsten direkt bis zum Schultor chauffieren.

Verkehrsexperten warnen, dass so genannte Elterntaxis Kinder auf zweierlei Art gefährdeten: zum einen jene Kinder, die zu Fuß unterwegs sind. Zum anderen den eigenen Nachwuchs, weil er nicht beigebracht bekommt, wie er sich im Straßenverkehr sicher bewegt.

Unfälle vor Schulen enden auch tödlich

Unfallstatistiken belegen dies - und manchmal enden Verkehrsunfälle vor Schulen sogar tödlich für Kinder: Erst vor wenigen Wochen wurde eine 44-jährige Fahrerin eines SUV wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt, weil sie 2018, als sie ihre drei eigenen Kinder zur Schule bringen wollte, beim Ausparken ein achtjähriges Mädchen mit dem zwei Tonnen schweren Auto überrollte.

Tragische Unfälle wie dieser und alltägliche Gefahrensituationen vor den Schulen alarmieren Schulleiter und Direktoren landesweit. Das Aktionsbündnis "Zu Fuß zur Schule" will mit zahlreichen Maßnahmen dazu beitragen, "die unübersichtlichen und gefährlichen Situationen durch Elterntaxis vor Schulen und Kitas in den Griff zu bekommen"

Zu Fuß zur Schule: Kinder sind im Unterricht aktiver

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, empfiehlt:

Eltern sollten gleich zu Beginn des neuen Schuljahres das Auto stehen lassen und die Kinder entweder zu Fuß begleiten oder sie in Laufgemeinschaften selbstständig losziehen lassen.
Holger Hofmann

Dies könne die "teils chaotische Verkehrssituation" vor den Schulen am besten entspannen, so Hofmann.

Das gemeinsame Laufen und "der Spaß auf dem Schulweg mit Freunden", von dem Kerstin Haarmann vom ökologischen Verkehrsclub VCD spricht, haben laut Lehrern und Wissenschaftlern einen weiteren positiven Effekt: Die Kinder kommen wacher, geistig frischer an und sind im Unterricht aktiver als Mitschüler, die den Schulweg auf dem Rücksitz eines Autos zurücklegen.

Aktionsbündnis stellt konkretes Forderungspapier vor

Aufklären und Sensibilisieren durch die Eltern ist das eine. Das andere sind Appelle an die Politik. Das Aktionsbündnis "Zu Fuß zur Schule" will die Sicherheit der Kinder durch konkrete Maßnahmen abgesichert sehen - auch mit Blick auf die Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage.

Die Schulwege müssen sicherer gestaltet werden.
Aktionsbündnis "Zu Fuß zur Schule"

Demnach halten 89 Prozent der Befragten Tempo 30 in allen an Schulen angrenzenden Straßen "für sehr wichtig oder wichtig". Drei Viertel der Befragten sprechen sich für Halteverbote an Schulen aus.

Auch die Möglichkeit, Straßen bei Schulbeginn und Schulende zu sperren - wie etwa in österreichischen "Schulstraßen" - wird knapp mehrheitlich befürwortet. Die Forderungen liegen detailliert auf dem Tisch. Nun sei die Politik am Zug.

Sie haben sich ein Punktesytem einfallen lassen.

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