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Hamburger CDU kritisiert Söder - "Anbiederung an Grüne der falsche Weg"

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So offensiv wie selten schwärmt CSU-Chef Söder von einer schwarz-grünen Koalition. Und erntet deutliche Kritik aus den Reihen der Schwesterpartei CDU.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Archivbild
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Archivbild
Quelle: Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

"Ein spannendes Zukunftsteam, das Inspiration bieten könnte": So schwärmt Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, im aktuellen "Stern" von einer möglichen schwarz-grünen Koalition. Die Koalition könne "die ganz große Frage unserer Zeit" in den Blick nehmen, so Söder weiter: "Die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie".

Es liest sich beinahe wie eine Koalitionsaussage - so deutlich ist das Werben für Schwarz-Grün aus dem Mund eines Mannes, der als aussichtsreicher Kandidat für die Kanzlerkandidatur der Union gilt.

Hamburger CDU irritiert über Söder

Das Werben irritiert so manchen in den Reihen der Schwesterpartei CDU. Hamburgs CDU-Landeschef Christoph Ploß etwa zeigt sich regelrecht empört gegenüber ZDFheute - und spart nicht mit Kritik an Söder:

Eine Anbiederung an die Grünen ist der vollkommen falsche Weg und sollte nicht den Kurs der Unionsparteien bestimmen.
Christoph Ploß

Ploß, der im CDU-internen Wahlkampf Friedrich Merz unterstützt hatte, urteilt deutlich schärfer über die Grünen: "Ob in der Migrations- oder Wirtschaftspolitik, ob bei der Verharmlosung von Linksextremismus, ob bei der jüngsten Forderung nach einem Verbot, Einfamilienhäuser zu bauen - die Grünen haben mit bürgerlicher Politik wenig zu tun."

Söder gegen Ampel mit FDP

Das klingt meilenweit entfernt von den Grünen, die Markus Söder im "Stern"-Interview beschreibt. Zwar gibt auch Söder zu bedenken, dass die Grünen aktuell noch zwischen bürgerlich und links schwanken würden. Doch in der Corona-Pandemie seien sie "jedenfalls ein verlässlicherer Partner als viele andere Parteien" gewesen, so Söder.

Mit "andere Parteien" dürfte er auch die FDP meinen. Die Söder als dritten Partner in einer möglichen Jamaika-Koalition übrigens nicht für nötig hält - im Gegenteil: "Weniger Partner machen eine Regierung stabiler als viele."

In der Corona-Krise hätten die Hardliner in der Politik die Oberhand, sagt FDP-Chef Lindner. Das zeige sich an der "fast romantischen Verehrung von Herrn Söder".

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Kritik auch aus Mittelstand und Arbeitnehmer-Union

Mit seiner Kritik an Söders Aussagen steht Ploß nicht allein da. Die Vorfestlegung Söders stört offenbar auch CDU-Politiker aus dem Wirtschafts- und Arbeitnehmerflügel der Union. Der Vorsitzende der einflussreichen Mittelstandsunion der CDU, Carsten Linnemann, sagte zu ZDFheute: "Der Partner mit den meisten Überschneidungen ist und bleibt die FDP." Die CDU solle sich jetzt darauf konzentrieren, selber so stark wie möglich zu werden.

Ähnlich klingt der Europaabgeordnete und stellvertretende Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft CDA, Dennis Radtke, der im parteiinternen Wahlkampf den heutigen CDU-Chef Laschet unterstützt hatte. So erklärte Radtke gegenüber ZDFheute:

Eine einseitige Festlegung schadet uns im Wahlkampf. Aus schwarz-grünen Träumen darf nicht der grün-rot-rote Albtraum werden.
Dennis Radtke

Den möglichen Koalitionspartner solle man erst nach der Wahl suchen - und nicht nach dem Motto "Södern statt zögern" schon vor der Wahl.

Dem Autor auf Twitter folgen: @fneuhann

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