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Aussage über schwarze Wähler: Biden reumütig

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Präsidentschaftsbewerber - Aussage über schwarze Wähler: Biden reumütig

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Der demokratische Präsidentschaftsbewerber, Joe Biden, hat sich für seine Aussagen über schwarze Trump-Wähler entschuldigt. Die Bemerkung hatte für Aufregung gesorgt.

Joe Biden, US-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten.
Joe Biden, US-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten. "Ich hätte nicht so oberschlau sein sollen."
Quelle: Brian Cahn/ZUMA Wire/dpa/Archiv

Joe Biden, Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten, hat sich mit einer Aussage über schwarze Wähler von Amtsinhaber Donald Trump in Erklärungsnot gebracht. In einem Interview legte Biden am Freitag nahe, dass afroamerikanische Anhänger des Republikaners nicht wirklich schwarz sein könnten.

Unter anderem viele schwarze Wähler empfanden die Äußerung als herablassend. Biden zeigte sich wenige Stunden später zerknirscht und entschuldigte sich: Er hätte sich nicht so hochmütig äußern sollen.

Ich hätte nicht so oberschlau sein sollen.
Joe Biden

Der 77-Jährige war für das Interview zu Gast in der Radiosendung "Breakfast Club", die vor allem von der afroamerikanischen Gemeinde gehört wird. Gegen Ende seines Auftritts sprach Moderator Charlamagne Tha God ihn auf Berichte an, wonach er die weiße Senatorin Amy Klobuchar als Vizepräsidentschaftskandidaten ins Auge fasse. Dabei hätten die schwarzen Wähler ihm, Biden, "bei den Vorwahlen das politische Leben gerettet" und nun entsprechende Erwartungen.

Biden: Mehrere schwarze Frauen in Erwägung gezogen

Biden entgegnete: "Ich garantiere Ihnen, dass mehrere schwarze Frauen in Erwägung gezogen werden. Mehrere." An dieser Stelle versuchte eine seiner Mitarbeiterinnen, das Interview zu beenden. Dies kam wiederum bei Charlamagne Tha God nicht gut an: "Das können Sie mit schwarzen Medien nicht machen", sagte der Radiomoderator. Biden antwortete, das tue er sowohl bei schwarzen auch als bei weißen Medien. Er müsse jetzt gehen, weil seine Frau Jill nun das TV-Studio in ihrem Haus in Delaware nutzen müsse, in das er in der Corona-Krise seinen Wahlkampf verlegt hat.

Charlamagne Tha God ließ jedoch nicht locker und lud Biden zu einem persönlichen Interview in sein Studio in New York ein. Schließlich sei es bis zur Wahl im November noch eine Weile hin. "Wir haben noch mehr Fragen." Darauf antwortete Biden:

Ich sage Ihnen was: Wenn Sie ein Problem damit haben, sich klar zu werden, ob Sie für mich oder für Trump sind, dann sind Sie nicht schwarz.
Joe Biden

Trumps Verbündete stürzten sich sofort auf Bidens umstrittene Worte. South Carolinas Senator Tim Scott, Anhänger des Präsidenten und der einzige schwarze Republikaner in der Parlamentskammer, kritisierte, die "Herablassung und Arroganz" in dessen Äußerungen hätten ihn "schockiert und überrascht". Er habe es nicht glauben können, dass Biden so tief sinken würde, den Leuten zu sagen, "was sie tun sollten, wie sie denken sollten und was es bedeutet, schwarz zu sein."

Vor allem schwarze Wähler halfen Biden in einigen Vorwahlen

Auch Moderator Charlamagne Tha God äußerte sich später kritisch. Vor allem nach Bidens heutigem Auftritt sei es nötig, dass eine schwarze Frau zur Kandidatin für das Vizepräsidentenamt gemacht werde, sagte er dem TV-Sender CNN. Im Übrigen sei die Frage, "was jemanden schwarz macht", eine Diskussion, die Schwarzen vorbehalten sein sollte, "nicht einem weißen Mann".

Vor allem schwarzen Wählern hat Biden es zu verdanken, dass er bei den Vorwahlen nach schwachen ersten Ergebnissen in den überwiegend von Weißen bewohnten Staaten Iowa und New Hampshire doch noch auf der Siegerstraße landete.

Corona ist auch zentrales Thema des US-amerikanischen Wahlkampfes. Während Herausforderer Joe Biden derzeit in Quarantäne ist, versucht Präsident Trump die Krise für sich zu nutzen.

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