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Gemischte Reaktionen - Kastenstand: Neue Regeln für Schweinehaltung

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Die Coronakrise hat Missstände in Schlachthöfen offengelegt - aber auch großen generellen Preisdruck. Der Bundesrat hat nun für neue Regeln für die Schweinehaltung gestimmt.

Angesichts der Corona-Ausbrüche in der Fleischbranche wächst der Druck für bessere Bedingungen in den Ställen und einen Stopp des Preiskampfes bei Lebensmitteln. Der Bundestag forderte die Bundesregierung am Freitag mit breiter Mehrheit auf, noch bis zur Wahl 2021 eine Strategie zum grundlegenden Umbau der Tierhaltung mit Vorschlägen zur Finanzierung vorzulegen - im Gespräch sind dafür auch Preisaufschläge für Supermarktkunden.

Außerdem stimmte der Bundesrat nach jahrelangem Streit neuen Regeln zu, die das umstrittene Fixieren von Säuen in engen Metallrahmen deutlich beschränken sollen.

Höhere Haltungsstandards bis 2040

Erklärtes Ziel sind schrittweise höhere Haltungsstandards bis 2040, um deutlich mehr Tierschutz zu erreichen und damit die gesellschaftliche Akzeptanz der Tierhaltung zu sichern. Um Stallumbauten mitzufinanzieren, schlägt die Kommission auch eine Abgabe auf tierische Produkte vor. Denkbar wären 40 Cent pro Kilo Fleisch und Wurst, zwei Cent pro Kilo für Milch und Frischmilchprodukte.

Man sieht mehrere Schweine in unterschiedlichen Größen, am Ende ein Symbolbild für Fleisch.

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Das kurze Leben eines Schweins

Parteiübergreifend macht sich der Bundestag nun dafür stark, das Konzept aufzugreifen. Dem Antrag der Koalitionsfraktionen stimmten auch AfD und Linke zu. FDP und Grüne enthielten sich, ein Grüner votierte mit Ja. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) warb für "eine Art Generationenvertrag" für den Umbau der Tierhaltung.

Neue Regeln für die Schweinehaltung

Das Fixieren von Sauen in engen "Kastenständen" soll nach den beschlossenen Regeln deutlich beschränkt werden. So sollen Kastenstände im Deckbereich der Ställe nach einer Übergangszeit von acht Jahren nicht mehr zulässig sein - Sauen sollen nur noch direkt bei der Besamung fixiert werden dürfen.

Generell soll eine Gruppenhaltung mehr Platz im Stall gewährleisten. In dem Stallbereich, in dem die Ferkel zur Welt kommen, soll eine Kastenstandhaltung künftig höchstens fünf statt bisher 35 Tage zulässig sein, wie der Bundesrat erläuterte.

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Gemischte Reaktionen

Schleswig-Holsteins Agrarminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sagte, damit werde ein Systemwechsel weg vom Kastenstand hin zur Gruppenhaltung eingeläutet. Staatssekretär Heinrich Bottermann aus Nordrhein-Westfalen sprach von einem Meilenstein für besseren Tierschutz.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sprach hingegen von einer "sehr schmerzhaften" Entscheidung, die in jedem Betrieb größere Baumaßnahmen nötig mache. Dies werde gerade kleine und mittlere Betriebe verstärkt zum Ausstieg zwingen. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten sieht einen "ersten Teilerfolg". Der Weg bis zur endgültigen Abschaffung der Metallkäfige sei aber noch sehr lang. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, die Lösung sei "von Tierschutz weit entfernt".

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