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Volksabstimmung - Schweizer stimmen für Ehe für alle

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Mit deutlicher Mehrheit haben sich die Menschen in der Schweiz bei einer Volksabstimmung für die Ehe für alle ausgesprochen. 64,1 Prozent der Wahlberechtigten stimmten dafür.

Die Schweiz entscheidet über die Eheschließung homosexueller Paare. Die Schweiz ist eines der letzten europäischen Länder, in der die "Ehe für alle" bislang noch verboten ist.

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Die Schweiz legalisiert die gleichgeschlechtliche Ehe: Beim Volksentscheid am Sonntag sprachen sich 64,1 Prozent der Wahlberechtigten für die Ehe für alle aus, wie die Behörden des Landes mitteilten. Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, kündigte eine rasche Umsetzung der neuen Bestimmungen an. Von den Verfechtern der gleichgeschlechtlichen Ehe wurde das Ergebnis vielerorts als "historisch" gefeiert."

Das ist ein Tag des Feierns, des Sieges nach achtjähriger Kampagne", sagte Deborah Haenni von der Vereinigung Libero, die das "Ja" propagiert hatte. Indem die Schweiz nun gleichgeschlechtliche Ehen erlaube, gleiche sie sich anderen Ländern hinsichtlich Offenheit und Fortschritt an, sagte Haenni.

Gesetz tritt zum 1. Juli in Kraft

Justizministerin Karin Keller-Sutter sagte, das neue Gesetz werde voraussichtlich zum 1. Juli 2022 in Kraft treten. "Ab diesem Zeitpunkt sollen gleichgeschlechtliche Paare zivil heiraten dürfen", sagte Keller-Sutter. Eingetragene Partnerschaften könnten ab diesem Zeitpunkt in Ehen umgewandelt werden.

Das Ja zur Ehe für alle sei "eine "Form der Anerkennung durch die Gesellschaft", sagte die Ministerin. Der Staat solle Menschen nicht vorschreiben, wie sie ihr Privatleben zu gestalten haben.

Wer sich liebt und heiraten will, soll dies künftig tun dürfen - egal in welcher Konstellation.
Karin Keller-Sutter, Justizministerin der Schweiz

In den meisten Ländern Westeuropas ist die gleichgeschlechtliche Ehe bereits legal. Den Anfang machten 2001 die Niederlande, Frankreich folgte 2013, in Deutschland gilt dies seit 2017. Auch wenn die Umfragen ein "Ja" der Schweizer vorhergesagt hatten, fiel es eindeutiger aus als von vielen erwartet.

Parlament hatte Zulassung bereits beschlossen

Zwar hatten das Parlament und der regierende Bundesrat bereits eine entsprechende Gesetzesänderung unterstützt. Doch liefen Gegner mit dem Argument Sturm, dass ein Ersatz der seit 2007 in der Schweiz geltenden eingetragenen Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare durch die Ehe für alle die traditionelle Familie untergraben werde. Für sie sei eine Ehe nur eine Verbindung zwischen Mann und Frau.

Es sieht unter anderem vor, dass gleichgeschlechtliche Paare gemeinsam Kinder adoptieren können. Lesbische Frauen können sich in einer homosexuellen Partnerschaft auch künstlich befruchten lassen. Dieser Punkt war besonders umstritten, die Gegner erklärten, dies bedeute "den Tod des Vaters".

Die Gegner hatten vergeblich versucht, mit Fotos von weinenden Kindern Stimmung zu machen. Es gehe nicht nur um die Paare, sondern auch das Wohl der Kinder. Sie behaupteten ohne wissenschaftliche Grundlage, dass Kinder es in sogenannten Regenbogenfamilien schwer hätten.

In Umfragen vor dem Referendum hatte sich allerdings bereits eine deutliche Mehrheit für die Neuregelung abgezeichnet.

Schweizer lehnen Reichensteuer ab

Abgestimmt wurde auch über eine Initiative der Jungsozialisten, die die Reichsten im Land bei der Kapitalbesteuerung stärker zur Kasse bitten wollen. Zweidrittel der Wählerinnen und Wähler lehnte das ab.

In der Schweiz gibt es die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare bisher nicht. Nun findet eine Volksabstimmung statt. Gegner führen unter anderem an, das Kindeswohl werde gefährdet.

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