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Schwarzes Meer - Militärmanöver "Sea Breeze" beginnt

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Der Ton zwischen Russland und dem Westen wird seit Monaten schärfer. Nun startet das internationale Militärmanöver "Sea Breeze" im Schwarzen Meer. Für Moskau eine Provokation.

Der Lenkwaffenzerstörer USS Ross DDG 71 der US Navy kommt im Hafen von Odessa an
Der Lenkwaffenzerstörer USS Ross DDG 71 der US Navy ist Teil von "Sea Breeze 2021".
Quelle: imago/ITAR-TASS

Wenige Tage nach einem Zwischenfall mit einem britischen Kriegsschiff im Schwarzen Meer beginnt dort an diesem Montag ein internationales Manöver - trotz heftiger Kritik aus Russland. An der Militärübung "Sea Breeze" (Meeresbrise), die von den USA und der Ukraine geführt wird, werden sich Tausende Soldaten sowie Dutzende Schiffe und Flugzeuge aus insgesamt 32 Ländern beteiligen. Das Manöver solle etwa zwei Wochen dauern, teilte das US-Militär mit.

Moskau sieht Manöver als Provokation

Nach Angaben der US Navy ist die diesjährige Übung im Schwarzen Meer, die seit 1997 regelmäßig abgehalten wird, die bislang größte dieser Art. Moskau empfindet dies vor eigenem Territorium als Provokation und forderte Washington deshalb auf, darauf zu verzichten.

Kurz nach dem Appell an die USA war es am vergangenen Mittwoch nahe der von Russland einverleibten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim zu einem Vorfall gekommen. Nach Angaben aus Moskau drängte die russische Küstenwache den britischen Zerstörer "HMS Defender" mit Warnschüssen und Bombenabwürfen aus den eigenen Gewässern. Britische Medienberichte stützen diese Angaben teilweise, betonen aber, das Schiff habe Kurs gehalten.

Die Regierung in London hatte hingegen von einer russischen Militärübung gesprochen, die nicht der "Defender" gegolten habe. Nach Darstellung Moskaus war das britische Kriegsschiff drei Kilometer in russisches Gebiet eingedrungen. Die Briten hatten argumentiert, es habe sich lediglich um eine "harmlose Durchfahrt" durch ukrainische Gewässer gehandelt. Die Einverleibung der Halbinsel Krim 2014 durch Russland wird international als illegal eingestuft.

Archiv: Ein russischer Kampfjet vom Typ "Su-24" am 22.10.2015 in Syrien

Vorfall im Schwarzen Meer - Stimmt die Version von Moskau oder London? 

Russland will ein britisches Kriegsschiff mit Schüssen und Bomben vor der Krim vertrieben haben und spricht von Provokation. Doch London schildert den Vorfall ganz anders.

USA: Schwarzes Meer wichtige Seestraße

Moskau wird nun wohl genau beobachten, wenn bei der Übung "Sea Breeze" 5.000 Soldaten, 32 Schiffe und 40 Flugzeuge im Schwarzen Meer gemeinsam trainieren. Bereits am Samstag überwachte die russische Marine den US-Zerstörer "USS Ross", als dieser im Schwarzen Meer einlief, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau meldete.

Die US Navy hatte zum Abschluss der Übung im vergangenen Sommer erklärt, das Schwarze Meer sei eine wesentliche Wasserstraße, die für den Seehandel und die Sicherheit in ganz Europa von entscheidender Bedeutung sei.

Daher beteiligten sich regelmäßig auch Nato-Staaten jenseits der unmittelbaren Schwarzmeer-Region. Es sei im Interesse der Welt, "eine stabile, wohlhabende Schwarzmeer-Region zu erhalten und aggressive Akteure abzuschrecken, die zu ihrem eigenen Vorteil eine Destabilisierung anstreben".

Ton zwischen Moskau und Westen wird schärfer

Russland hatte sich bereits mit deutlichen Worten an die USA gewandt:

Das Ausmaß und die offensichtlich aggressive Art der militärischen Übungen entsprechen in keiner Weise den tatsächlichen Sicherheitsbedürfnissen in der Schwarzmeer-Region.
Aus der Mitteilung Russlands

Die Sprecherin von Außenminister Sergej Lawrow, Maria Sacharowa, nannte die Übung eine Provokation, die auch zum Ziel habe, Waffen und militärische Ausrüstung in die Ukraine zu bringen.

Es ist ein schwelender Konflikt zwischen den sogenannten, unabhängigen Republiken in Luhansk und Donezk und der Ukraine. Der Waffenstillstand wird immer öfter gebrochen und nun konzentriert Russland auf seiner Seite der Grenze massiv Waffen und Truppen.

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2 min
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Zwischen Moskau und dem Westen ist der Ton ohnehin seit dem Frühjahr noch einmal schärfer geworden. Im April hatten russische und ukrainische Truppenaufmärsche entlang des Konfliktgebiets Ostukraine Sorge ausgelöst, dass der seit knapp Jahren andauernde Konflikt zwischen Russland und der Ukraine erneut eskalieren könnte.

Infokarte Ukraine
Quelle: ZDF

Friedensplan liegt auf Eis

Seit etwa sieben Jahren werden Teile der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze von moskautreuen Aufständischen kontrolliert. Nach UN-Schätzungen sind seit Ausbruch des Konflikts 2014 mehr als 13.000 Menschen getötet worden. Ein 2015 vereinbarter Friedensplan unter deutscher und französischer Beteiligung liegt auf Eis.

Archiv, Russland, Moskau: Joe Biden und Vladimir Putin.

Telefonat mit Putin - Biden schlägt Ukraine-Gipfel vor 

Die Konfliktthemen zwischen Moskau und Washington sind zahlreich. Allen voran: Ukraine. US-Präsident Biden schlägt nun ein Gipfeltreffen mit Präsident Putin vor.

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