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Erster Einsatz im Mittelmeer - "Sea-Eye 4" rettet mehr als 300 Menschen

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Seit diesem Monat ist das Seenotrettungsschiff "Sea Eye 4" im Einsatz. Bei mehreren Operationen hat die Crew insgesamt schon mehr als 300 Menschen gerettet.

Das Rettungsschiff "Sea-Eye 4" ist zur Abfahrt bereit. Symbol
Die "Sea Eye 4" ist seit Anfang Mai im Einsatz.
Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

Das neue Seenotrettungsschiff "Sea-Eye 4" hat nach Angaben der privaten deutschen Betreiber in kurzer Zeit rund 330 Migranten auf dem Mittelmeer an Bord genommen. Am Sonntag rettete das Schiff 172 von hochseeuntauglichen Holzbooten. Unter den Menschen, die an Bord des Schiffes gebracht wurden, seien Kinder, ein acht Monate altes Baby und eine schwangere Frau.

"Wir mussten 12 Menschen im Hospital behandeln - ein Kind und ein erwachsener Mann mussten länger stabilisiert werden. Glücklicherweise gibt es unter den Geretteten aber keine Schwerverletzten", wurde der Einsatzarzt des Schiffs in der Mitteilung zitiert.

Wenige Stunden später rettete die Crew nach eigenen Angaben 50 Menschen von einem völlig überladenen Holzboot. In der Nacht hatte die Sea-Eye 4 ihren fünften Einsatz in 24 Stunden. 99 Menschen, die größtenteils aus Syrien stammen wurden aufgenommen. Es seien nun 330 Schutzsuchende an Bord der Sea-Eye 4.

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"Sea Eye 4" seit Mai im Einsatz

Am Freitag habe die Crew des Schiffs zudem einen Notruf von rund 50 Menschen auf einem kleinen Holzboot weitergeleitet bekommen, das Boot aber nur noch leer gefunden, teilte Sea-Eye weiter mit. Während des Einsatzes habe die Crew ein Frontex-Flugzeug gesichtet und gehe davon aus, dass die Bootsinsassen "auf Veranlassung der EU-Staaten Opfer einer weiteren rechtswidrigen Zurückweisung geworden sind und die Menschen in die Internierungslager Libyens zurückgebracht wurden", erklärte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler.

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UN: 500 Tote seit Jahresbeginn auf dem Mittelmeer

Das in Rostock umgerüstete Schiff "Sea-Eye 4" des 2015 in Regensburg gegründeten Vereins hatte Anfang des Monats den Einsatz zur Bergung von in Not geratenen Migranten im zentralen Mittelmeer aufgenommen. Der Einsatz wird von United4Rescue, dem Bündnis für die zivile Seenotrettung, und der Hilfsorganisation German Doctors unterstützt. Sea-Eye zeigte sich "sehr glücklich und stolz" über die Rettungseinsätze. Das neue Schiff habe zum ersten Mal Leben gerettet - "was für großartige Nachrichten", erklärte der Vorsitzende der Organisation, Gorden Isler.

Das Schiff bietet nach Angaben der Organisationen viel Platz für die medizinische Erstversorgung geretteter Menschen. Die "Sea-Eye 4" ist 53 Meter lang und 11,50 Meter breit.

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Nach UN-Angaben starben in diesem Jahr bis Anfang Mai bislang mehr als 500 Menschen beim Versuch, das zentrale Mittelmeer nach Europa zu überqueren. Die privaten Seenotretter kritisieren, dass die libysche Küstenwache Bootsmigranten abfange und zurück in das Bürgerkriegsland bringe, wo ihnen Menschenrechtsverletzungen drohten. Politisch sind die Rettungsaktionen der privaten Organisationen dagegen umstritten.

Drei Tage, 300 Gerettete: Monate durfte die "Sea-Watch" nicht aus einem Hafen in Spanien. auslaufen. Vor der lybischen Küste treffen die Seenotretter nun auf ein Flüchtlingsboot nach dem anderen.

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