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Nach Messerattacke in Würzburg : Seehofer sieht Defizite bei der Integration

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Nach der Messerattacke von Würzburg kritisiert Innenminister Seehofer Defizite bei der Integration. Bund und Länder müssten bei der Eingliederung Zugewanderter besser kooperieren.

Innenminister Horst Seehofer während einer Pressekonferenz in Berlin.
Laut Innenminister Seehofer gibt es beim Angreifer von Würzburg Hinweise auf eine islamistische Gesinnung.
Quelle: reuters

Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht in der tödlichen Messerattacke von Würzburg auch ein Beispiel für gescheiterte Integration. Der "Augsburger Allgemeinen" sagte er:

Wenn ein junger Mann sechs Jahre in einem Obdachlosenheim lebt, ohne dass jemand hinschaut und sich kümmert, dann kann ich mit unserer Politik nicht zufrieden sein, da fehlt es am Bewusstsein.
Horst Seehofer

Noch sei die Motivlage des Täters nicht vollständig geklärt, sagte Seehofer. "Wir haben Hinweise auf eine islamistische Gesinnung des Täters. Eine psychische Störung kommt offenbar dazu."

Täter lebte in Unterkunft für Obdachlose

Was ihn an dem Fall am meisten beschäftige, sei die Frage, wie es sein könne, dass ein 24-jähriger Mann, der sich rechtskonform in Deutschland aufhalte, nach sechs Jahren im Land in einer Obdachlosenunterkunft lebe. "Damit können wir uns doch nicht abfinden." Bund und Länder müssten überlegen, ob die Integrationsbemühungen verstärkt werden müssen.

Seehofer warnte zugleich vor einer Bedrohungslage durch Extremismus und Terrorismus. "Ich will die Menschen nicht in Angst und Schrecken versetzen, aber wir dürfen die Gefahren auch nicht verharmlosen", sagte er. Durch Islamisten, Rechts- und Linksextremisten sowie durch die sogenannten Reichsbürger sei eine Alarmsituation gegeben. "In der Pandemie hat sich das noch verstärkt."

Würzburgs Oberbürgermeister: Keine Pauschalisierung

Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CSU) sieht die Politik in einer besonderen Verantwortung: "Pauschalisieren und Gruppen zu stigmatisieren, das kann irgendwann auch zu Hass führen und in Gewalt münden." Da sei es zentral, welche Tonspur die Politik lege", sagte Schuchardt der "Süddeutschen Zeitung".

Es gehe nicht darum, etwas zu beschönigen, so Schuchardt weiter.

Es geht nicht darum, lax zu sein, wegzuschauen. Sondern das zu tun, was nötig ist, zu ermitteln, aber eben mit einer gewissen Grundempathie.
Christian Schuchardt, OB Würzburg

Weiter erklärte der Kommunalpolitiker: "Wenn wir Menschen mit sehr schwierigen Biografien aufnehmen, ist klar, dass das nicht einfach ist, sie womöglich auch eine Form der Begleitung brauchen." Das schnelle Hingucken und häufigere Hingucken müsse Staatsaufgabe sein, auch im eigenen Interesse.

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