Selenskyj besucht Soldaten in umkämpfter Stadt Bachmut

    Umkämpfte Stadt Bachmut:Selenskyj besucht Soldaten an der Front

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    Der ukrainische Präsident ist überraschend in die seit Monaten hart umkämpfte ostukrainische Stadt Bachmut gereist. Es war nicht sein erster Besuch an der Front.

    Am 300. Tag des russischen Kriegs gegen die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein besonderes Zeichen gesetzt: Am heutigen Dienstag besuchte er überraschend die schwer umkämpfte Stadt Bachmut im Osten des Landes.
    Die Hauptstadt Kiew rang derweil weiter um eine Wiederherstellung der durch russische Drohnenangriffe schwer in Mitleidenschaft gezogenen Stromversorgung.
    Zuletzt hatte der russische Präsident Wladimir Putin vermehrt Luftangriffe auf Kraftwerke und Stromnetze befohlen, so dass oft Hunderttausende Menschen in der Ukraine ohne Strom in der Kälte sitzen. Diese Taktik gilt als Reaktion darauf, dass Russland in den Kampfgebieten in den vergangenen Monaten vermehrt Rückschläge erlitt.
    Menschen sitzen in U-Bahn-Gängen und suchen Schutz vor Bomben und Kälte
    Am Nikolaustag in Charkiw versuchen die Menschen, trotz der russischen Angriffe weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen. 19.12.2022 | 1:57 min

    Selenskyj bringt Orden und Geschenke an die Front

    Erst am Montag hatte Selenskyj die Stadt Bachmut als "heißesten Punkt" entlang der mehr als 1.300 Kilometer langen Front bezeichnet. Einen Tag später besuchte er den seit Monaten zwischen russischen und ukrainischen Truppen schwer umkämpften Ort selbst.
    "Er hat die vordersten Positionen besucht, Kämpfer mit Orden und wertvollen Geschenken ausgezeichnet", teilte sein Sprecher Serhij Nykyforow dem Staatssender Freedom zufolge mit. Danach sei der 44-jährige Staatschef wieder aus der Kleinstadt im Donezker Gebiet abgereist.
    Seit Kriegsbeginn am 24. Februar hat Selenskyj sein Land nicht verlassen. Für Auftritte auf der politischen Weltbühne - etwa beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau - ließ er sich stets digital aus der Ukraine zuschalten. Ins Kampfgebiet reiste der ukrainische Präsident bereits mehrmals - ganz im Gegensatz zu Putin, der bislang kein einziges Mal an der Front gewesen ist.

    Ausfälle bei Wasser, Strom und Heizung in Kiew

    Trotz ständiger Reparaturen gab es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew weiter starke Probleme mit der Stromversorgung. Zeitweise standen Teile des U-Bahnsystems still, wie Bürgermeister Vitali Klitschko über Telegram mitteilte. Wegen einer Notabschaltung der Pumpen fiel auch die Wasserversorgung aus. Damit verbunden kam es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch zu Ausfällen der Fernwärme.
    Wegen der jüngsten russischen Drohnenangriffe konnte der Strombedarf der Dreimillionenstadt laut Klitschko zuletzt nur noch zu 50 Prozent gedeckt werden. Seit Oktober greift die russische Armee die ukrainische Energieversorgung gezielt mit Raketen und Drohnen an.



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    Quelle: dpa

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