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Kritik an Russland-Politik : Selenskyj: Merkel sollte nach Butscha reisen

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Der ukrainische Präsident Selenskyj befürchtet russische Massaker auch in anderen Regionen. Angela Merkel lädt er ein, sich in Butscha ein Bild ihrer Russland-Politik zu machen.

Der ukrainische Präsident Selenskyj sitzt bei einer Videoansprache an einem Tisch.
Der ukrainische Präsident Selenskyj bei einer Videoansprache.
Quelle: Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

Nach den mutmaßlichen Kriegsverbrechen der russischen Armee an der Zivilbevölkerung der ukrainischen Stadt Butscha, befürchtet Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass sich in anderen besetzten Regionen noch "schrecklichere Dinge auftun könnten". Dort könnten "noch mehr Tote und Misshandlungen" bekannt werden, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Die Bilder aus der kleinen Stadt Butscha kurz vor Kiew, wo nach dem Abzug russischer Truppen Leichen von Bewohnern auf den Straßen gefunden worden waren, sorgten international für Entsetzen. Die ukrainischen Behörden haben nach eigenen Angaben bislang 410 Leichen gefunden.

Russland: Situation in Butscha von der Ukraine inszeniert

Die Ukraine macht für das Massaker russische Truppen verantwortlich, die die Stadt bis vor kurzem besetzt hatten.

Hunderte Menschen wurden getötet. Gefolterte, getötete Zivilisten. Leichen auf den Straßen. Verminte Gebiete. Sogar die Körper von Toten sind vermint.
Präsident Wolodymyr Selenskyj

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärte, kein Einwohner Butschas habe unter irgendeiner Gewalt russischer Soldaten leiden müssen. Bei den Fotos und Videos aus Butscha handele es sich vielmehr um eine weitere Inszenierung des Regimes in Kiew für die westlichen Medien.

Butscha, eine Vorstadt von Kiew, ist zu einem Massengrab geworden. Die Ukraine sammelt Beweise, um den russischen Verantwortlichen wegen Kriegsverbrechen den Prozess zu machen. Russland dementiert die Vorwürfe, bezeichnet sie als Inszenierung.

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Selenskyj: "Was hat Butscha Ihrem Russland getan?"

Selenskyj sagte unterdessen über die russischen Militärs: "Sie sind Unwesen, die nicht wissen, wie sie es anders machen sollen." Er wolle, dass jede Mutter eines russischen Soldaten die Leichen der getöteten Menschen in Butscha und anderen Städten sehe. Selenskyj fragte:

Was haben sie getan? Warum wurden sie getötet? Was hat ein Mann getan, der mit dem Fahrrad die Straße entlang fuhr?
Wolodymyr Selenskyj

Und weiter: "Warum wurden gewöhnliche Zivilisten in einer gewöhnlichen friedlichen Stadt zu Tode gefoltert? Warum wurden Frauen erdrosselt, nachdem sie ihnen die Ohrringe aus den Ohren gerissen hatten? Wie konnten sie Frauen vergewaltigen und sie vor den Augen der Kinder töten? Warum haben sie die Körper von Menschen mit Panzern überfahren? Was hat die ukrainische Stadt Butscha Ihrem Russland getan?"

Bundeskanzler Olaf Scholz hat nach mutmaßlichen Gräueltaten russicher Truppen im ukrainischen Butscha neue Sanktionen gegen Russland in Aussicht gestellt.

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Er sagte auch, dass die Ukraine eigentlich nicht im Ausland nach Waffen hätte fragen müssen. "Alle benötigten Waffen hätte man uns auch so zur Verfügung stellen müssen - ohne Bitten. Denn sie wussten sehr wohl, welches Übel bevorstand und was es mit sich bringen würde", sagte Selenskyj.

Selenskyj: Merkel und Sarkozy sollen nach Butscha kommen

In diesem Zusammenhang hat Selenskyj die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer Reise in die Stadt Butscha eingeladen. In dem Kiewer Vorort könnten sich Merkel - ebenso wie der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy - ein Bild von ihrer gescheiterten Russland-Politik machen, sagte Selenskyj.

Im Jahr 2008 hätten die Nato-Staaten, darunter Deutschland, der Ukraine eine Aufnahme in Aussicht gestellt, dann aber aus Rücksicht auf Russland einen Rückzieher gemacht:

Ich lade Frau Merkel und Herrn Sarkozy ein, Butscha zu besuchen und zu sehen, wozu die Politik der Zugeständnisse an Russland in 14 Jahren geführt hat.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident

Selenskyj weiter: "Sie werden die gefolterten Ukrainer und Ukrainerinnen mit eigenen Augen sehen."

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