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Ukrainischer Geheimdienst : Selenskyj will Dutzende Mitarbeiter entlassen

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Auf die Suspendierung der Chefs von Geheimdienst und Generalstaatsanwaltschaft wird wohl eine weitere Welle der Entlassungen folgen. Das kündigte Ukraines Präsident Selenskyj an.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat weitere Mitarbeiter des Geheimdienstes SBU entlassen. Bereits am Wochenende hatte er dessen Chef und die Generalstaatsanwältin suspendiert.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entlassung von 28 Mitarbeitern des ukrainischen Geheimdienstes SBU angekündigt. Es gehe um unterschiedlich hohe Posten und Funktionen, "aber die Begründungen sind ähnlich: unbefriedigende Arbeitsergebnisse", sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Montagabend.

Selenskyj: Mehr als 600 Verfahren wegen Hochverrats

Für Selenskyj geht es - wie er es ausdrückt - "um das Fundament nationaler Sicherheit". Die Suspendierung seines Geheimdienstchefs und Jugendfreundes Iwan Bakanow sowie der Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa wegen "Hochverrrats" - zuletzt ein Paukenschlag. Nun stellte Selenskyj eine Revision der gesamten Arbeit des Geheimdienstes in Aussicht.

Es seien bisher "651 Strafverfahren wegen Hochverrats von Mitarbeitern der Staatsanwaltschaften und Ermittlungsbehörden" worden, erklärte Selenskyj. Mehr als 60 Mitarbeiter von SBU und Generalstaatsanwaltschaft seien etwa in den besetzten Gebieten geblieben und arbeiteten gegen die Ukraine.

ZDF-Reporter: Nachrichten um Kollaborateure das Rede-Thema bei Menschen in der Ukraine

Was lösen diese Neuigkeiten bei den Menschen in der Ukraine aus? ZDF-Reporter Darah Hassanzadeh berichtet aus Charkiw, dass die Menschen gerade zu Beginn des Krieges oft vor Häusern und Wohnblöcken Wache gehalten hätten - aus Angst vor zahlreichen eingeschleusten Agenten. Davor hatte Präsident Selenksyj immer wieder gewarnt.

"Diese Menschen haben jetzt erfahren, dass Kollaborateure mitten in den Ministerien sitzen und dass die Leiter dieser Behörden nicht in der Lage waren, [...] diese ausfindig zu machen", so ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh.

Das erbost die Menschen - es macht sie fassungslos.
Dara Hassanzadeh, ZDF-Reporter

Ist die Zahl der Überlaufenden möglicherweise noch höher?

Dass die bekannt gewordenen Fälle nur die Spitze des Eisbergs waren, könne man nicht ausschließen, erklärt Hassanzadeh. Der russische Geheimdienst habe mehr als zwanzig Jahre Zeit gehabt, Agenten zu aktivieren oder zu rekrutieren. Es sei daher durchaus denkbar, dass etwa Behördenmitarbeiter auf mittlerer Ebene in den letzten Jahren doppelte Gehälter kassiert hätten.

Hinzu komme auch der Fall Cherson: Das Gebiet sei im Vergleich zu anderen zunächst "relativ kampflos in russische Hände gefallen", erklärt Hassanzadeh.

Nicht nur in der Bevölkerung liegt der Verdacht nahe, dass dort kollaboriert wurde.
Dara Hassanzadeh, ZDF-Reporter

Inzwischen sei Cherson jedoch zum Hauptziel der neuen russischen Offensive geworden. Angesichts der von Selenskyj nun angekündigten "klaren Kante" gegen Kollaborateure müssten sich Doppelagenten laut ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh wohl nun die Frage stellen, ob jetzt nicht der letzte mögliche Moment sei, ganz auf die andere Seite zu wechseln.

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