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Tag 27 nach Russlands Angriff : Guterres fordert Ende des "absurden Kriegs"

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In vielen Städten der Ukraine wird die Lage für die Bevölkerung an Tag 27 des Kriegs immer dramatischer. UN-Chef Guterres hat Moskau aufgerufen, den "absurden Krieg" zu beenden.

Ukraine, Kiew: Ein Geistlicher betet vor den Ruinen des zerstörten Einkaufszentrums in Kiew.
UN-Chef Guterres hat Russland aufgefordert, den "absurden" Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Der Krieg sei nicht zu gewinnen, mehr Kämpfe führten lediglich zu mehr Zerstörung und Leid.
Quelle: dpa

Wir haben für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen des 27. Tags zum Krieg gegen die Ukraine zusammengefasst. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Angaben zum Verlauf des Krieges oder zu Opferzahlen durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Seite können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Krieg gegen die Ukraine: Die Entwicklung am Dienstag

  • Beide Kriegsparteien melden am Dienstag Geländegewinne und militärische Erfolge. Die ukrainische Seite berichtet, in der Luft seien neun russische Ziele getroffen worden. Russland spricht von einem weiteren Vormarsch in den Regionen Donezk und Luhansk. Man habe demnach die Kontrolle über weitere Orte erlangt. Der ukrainische Generalstab widerspricht.
  • Angesichts zunehmender Gewalt gegen Zivilisten ruft Präsident Wolodymr Selenskyj seine Landsleute zum Widerstand gegen Russlands Truppen und zum Durchhalten auf. "Um unser Volk zu retten. Kämpft. Kämpft und helft", sagte er in einer Videobotschaft. "Damit die Ukraine lebt, und wir alle gemeinsam mit ihr, frei und in Frieden."

Tag 27 des Angriffskriegs gegen die Ukraine: Das ist die Lage

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2 min
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  • Die russischen Truppen kommen den Angaben aus Pentagon-Kreisen außerhalb von Kiew mit ihrer Offensive nicht voran. Die Soldaten ständen etwa 30 Kilometer nordöstlich und 15 Kilometer nordwestlich der Stadt. Russland habe nach wie vor große logistische Schwierigkeiten, seine Truppen mit Lebensmitteln und Treibstoff zu versorgen. Außerdem gebe es Hinweise, dass einige Einheiten nicht über die richtige Ausrüstung für kaltes Wetter verfügten und Erfrierungen erlitten hätten. Auch bei der Kommunikation untereinander gebe es Schwierigkeiten. 
  • Die ukrainische Regierung geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Kämpfe mit Russland innerhalb von zwei bis drei Wochen enden könnten. Das sagte Selenskyj-Berater Olexij Arestowytsch in einem TV-Interview. Das Hauptziel der Russen sei es, Kiew unter ihre Kontrolle zu bringen. Aber dies zu versuchen, sei "Selbstmord".

ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf berichtet über den erheblichen Widerstand der Ukrainer.

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  • Um den Krieg zu beenden, bietet Präsident Selenskyj eine ukrainische Absage an eine Nato-Mitgliedschaft an. "Es ist ein Kompromiss für alle: für den Westen, der in Bezug auf die Nato nicht weiß, was er mit uns machen soll; für die Ukraine, die Sicherheitsgarantien will; und für Russland, das keine weitere Nato-Expansion will." Im Gegenzug fordert Selenskyj eine Feuerpause, einen Abzug der Truppen und Sicherheitsgarantien.
  • Über alle in Verhandlungen mit Russland erzielten Vereinbarungen will Selenskyj landesweit per Volksabstimmung entscheiden lassen.
  • Präsident Selenskyj hat Italien dazu aufgerufen, den Sanktionsdruck auf Russland zu erhöhen. In seiner Videoansprache an die Abgeordneten des Parlaments forderte er, weitere Vermögenswerte von Putin und dessen Verbündeten zu beschlagnahmen.
  • Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sieht die Beziehungen zu den USA vor dem Abbruch. Zugleich stellt er Bedingungen für eine Fortsetzung der Gespräche: Die USA müssten ihre Eskalation stoppen - verbal und bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine. Der US-Botschafter in Moskau, John Sullivan, spricht von Anzeichen der russischen Führung, die darauf hindeuteten, "dass die diplomatischen Beziehungen beendet werden könnten". Die USA hätten aber nicht die Absicht, die Botschaft zu schließen.

Die Situation in den ukrainischen Städten

  • Für die 300.000 Einwohner von Cherson werden laut ukrainischem Außenministerium Lebensmittel und Medizinprodukte knapp. Wegen der russischen Blockade drohe eine "humanitäre Katastrophe", twitterte der Sprecher des Ministeriums, Oleg Nikolenko. "Dennoch verweigert Russland einen Fluchtkorridor, um Zivilisten aus der Stadt zu lassen."
Karte, Ukraine: Städte mit mehr als 400.000 Einwohner + Cherson (ca. 287.000)
Quelle: ZDF
  • In der besonders umkämpften Stadt Mariupol sollten am Dienstag nach ukrainischen Regierungsangaben drei Fluchtkorridore geöffnet werden - ob das gelang, war unklar.
  • Selenskyj wirft den russischen Truppen vor, eine Fluchtroute aus Mariupol beschossen zu haben. Dabei seien vier Kinder verletzt worden.
  • Mariupol ist nach Angaben aus US-Verteidigungskreisen vom Asowschen Meer aus beschossen worden. Etwa sieben russische Schiffe seien in dem Gebiet im Einsatz, darunter ein Minensuchboot und auch Landungsschiffe, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des Pentagons.
  • Die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk berichtet, Kämpfer der selbst ernannten Volksrepublik Donezk hätten im zehn Kilometer westlich von Mariupol gelegenen Manhusch mehrere Mitarbeiter des ukrainischen Zivilschutzes als "Geiseln" genommen. Die Menschen hätten Busse gefahren, in denen Zivilisten aus Mariupol hätten evakuiert werden sollen.

Das ZDF-Magazin Frontal recherchierte Hintergründe zu der Erschießung zweier Zivilisten durch russische Soldaten.

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  • In der Ukraine sind laut UN mehr als 6,5 Millionen Menschen im eigenen Land durch die russischen Angriffe auf der Flucht. Mehr als 3,5 Millionen Menschen flohen zudem ins Ausland. Die Ukraine hatte vor Beginn des russischen Angriffs mehr als 44 Millionen Einwohner.

ZDFheute Infografik

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  • Die UN zählten seit Beginn der russischen Invasion 953 getötete und 1.557 verletzte Zivilisten. Die tatsächlichen Zahlen dürften aber wesentlich höher liegen, hieß es. Laut Weltgesundheitsorganisation haben Militärs bislang in 62 Fällen Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen angegriffen.

Internationale Reaktionen auf russischen Angriffskrieg

  • Die USA und ihre Verbündeten wollen an diesem Donnerstag ein "weiteres Sanktionspaket" gegen Russland verhängen. Das kündigte Bidens Sicherheitsberater, Jake Sullivan, an. Der US-Präsident wird dann in Brüssel an Gipfeltreffen von Nato, G7 und EU teilnehmen. Es geht demnach um neue Sanktionen, aber auch darum, bestehende Strafmaßnahmen zu verschärfen.
  • Präsident Selenskyj will sich zum Nato-Krisengipfel per Video zuschalten. Das teilte sein Sprecher mit. Die Nato-Staaten wollten prüfen, was sie "zusätzlich tun können", um die Ukraine stärker zu unterstützen, sagte ein Nato-Vertreter. Selenskyjs Forderung nach Einrichtung einer Flugverbotszone hatte die Nato mehrfach zurückgewiesen.
  • UN-Generalsekretär António Guterres hat Russland aufgerufen, den "absurden" Angriffskrieg zu beenden. "Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen", sagte Guterres in New York. Die Ukraine könne nicht "Stadt um Stadt, Straße um Straße, Haus um Haus erobert werden", sagte der UN-Chef. Mehr Kämpfe würden nur zu "mehr Leid und Zerstörung" führen. Es liege "genug auf dem Tisch, um die Feindseligkeiten einzustellen und jetzt ernsthaft zu verhandeln".

Die sinnlose Zerstörung, das Missachten grundlegender Menschenrechte, der Schrecken dieses Krieges - all das zeigt auch die andere Seite: Auf was wir aufpassen müssen, wieviel uns unser Leben wert ist, und was wir jetzt dafür tun müssten. Drei Thesen.

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  • Am Mittwoch soll die Vollversammlung der Vereinten Nationen über eine weitere Resolution gegen Russland beraten. Darin soll "eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten der Russischen Föderation gegen die Ukraine" verlangt werden.
  • Die EU-Außen- und Verteidigungsminister haben eine Verdoppelung der Hilfszahlungen für die Ukraine auf eine Milliarde Euro beschlossen.
  • Die Bundesregierung will der Ukraine weitere Waffen liefern. Dies könne auch über Bestellungen bei Rüstungskonzernen geschehen, sagt ein Regierungssprecher.

Biden drohe mit Sanktionen beim Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine, so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen in Washington. Moskau sei empört, so ZDF-Korrespondent Christian Semm.

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  • Die USA haben Russland erneut vorgeworfen, den Einsatz von Chemiewaffen in Erwägung zu ziehen. Präsident Joe Biden sagte, die von Russland erfundenen Vorwürfe, die Ukraine verfüge über biologische und chemische Waffen, seien ein klares Zeichen dafür, dass Putin selbst den Einsatz solcher Waffen in Betracht ziehe.

  • Das ist im Krieg in der Ukraine an Tag 26 passiert:

Selenskyj erklärt, die Ukraine wolle sich nicht auf russische Ultimaten einlassen. Und: Russland hat Facebook und Instagram als "extremistisch" verboten. Lesen Sie hier nach, wie sich die Lage in der Ukraine am Montag entwickelt hat:

Tag 26 im Ukraine-Krieg - Selenskyj: Russische Ultimaten inakzeptabel 

Selenskyj erklärt, die Ukraine wolle sich nicht auf russische Ultimaten einlassen. Russland verbietet Facebook und Instagram als "extremistisch". Das war Tag 26 im Ukraine-Krieg.

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