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Tag 67 im Ukraine-Krieg : Ministerin Faeser: "Notvorrat zu Hause haben"

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Innenministerin Faeser hat die Bürger zur Vorsorge für den Krisenfall aufgerufen. Erste Zivilisten verlassen das belagerte Stahlwerk in Mariupol. Das ist am Sonntag passiert.

In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist es gelungen, Zivilisten aus den Kampfgebieten zu evakuieren - auch aus einem seit Wochen belagerten Stahlwerk. Die russischen Truppen setzten unterdessen ihre Angriffe im Osten und Süden des Nachbarlandes fort.

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Wir fassen für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Die Lage an Tag 67 im Ukraine-Krieg:

  • Die Vereinten Nationen haben nach eigenen Angaben am Freitag einen Einsatz zur Rettung von Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal in Mariupol eingeleitet. Rund 100 Zivilisten hätten das Gelände nach ukrainischen Angaben am Sonntag bereits verlassen können. Die Menschen seien auf dem Weg in das ukrainische Saporischschja, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Twitter. Die Evakuierungsaktion werde mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, Russland und der Ukraine koordiniert, sagte Saviano Abreu, Sprecher des UN-Büros für die Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten.
  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) rät den Bürgerinnen und Bürgern vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges zur Vorsorge für den Krisenfall. "Denken Sie zum Beispiel an Cyberattacken auf kritische Infrastruktur", sagte Faeser dem "Handelsblatt". "Wenn tatsächlich mal länger der Strom ausfällt oder das tägliche Leben auf andere Art und Weise eingeschränkt wird, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Notvorrat zu Hause zu haben."  Faeser verwies in dem Zusammenhang demnach auf eine vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz veröffentlichte Liste.
  • EU-Diplomatenkreise bestätigten ZDFheute am Sonntagabend, dass auch die verbliebenen EU-Mitgliedsstaaten ihre Vorbehalte gegen ein EU-Öl-Embargo gegen Russland aufgegeben hätten. Konkret geht es dabei um die Veto-Drohungen von Staaten wie Ungarn, Slowakei und Österreich. Ausschlaggebend sei laut einem hochrangigen EU-Diplomaten, dass die deutsche Bundesregierung bei einem Embargo nicht mehr länger auf der Bremse stehen würde. Detailfragen wie Übergangsfristen seien noch offen.
Das Embargo dürfe also voraussichtlich in den nächsten Tagen beschlossen werden - aber erst in den nächsten Monaten vollzogen werden.
ZDF-Brüssel-Korrespondent Florian Neuhann

Die EU plant ein neues Sanktionspaket gegen Russland - inklusive Öl-Embargo. Deutschland gelte in Brüssel nicht mehr als Bremser, auch weil Berlin die Abhängigkeit von russischem Öl deutlich veringert habe, so ZDF-Korrespondent Florian Neuhann.

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  • Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew besucht. Selenskyjs Büro veröffentlichte am Sonntag Videoaufnahmen von dem Besuch einer Delegation des US-Kongresses. Neben Pelosi waren die Abgeordneten Jason Crow, Jim McGovern und Adam Schiff vor Ort. Pelosi bedankte sich bei Selenskyj für den "Kampf um die Freiheit". Als Nummer Drei im Staat ist Pelosi die hochrangigste US-Vertreterin, die seit dem Beginn des russischen Kriegs die Ukraine besucht hat. Der Besuch war im Vorfeld nicht angekündigt worden.
Wir befinden uns an einer Grenze der Freiheit und Ihr Kampf ist ein Kampf für alle.
Nancy Pelosi zu Präsident Selenskyj in Kiew
  • In Osteuropa haben Militärübungen der Nato mit Tausenden Soldaten begonnen. Das melden die polnischen Streitkräfte. Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, keine Informationen oder Fotos der Kolonnen zu veröffentlichen, die in den kommenden Wochen durch das Land fahren würden. Übungen zur Verbesserung der Sicherheit an der Ostflanke des Nato-Gebiets finden regelmäßig statt. An den Manövern "Defender Europe 2022" und "Swift Response" sind laut polnischen Angaben 18.000 Soldaten aus mehr als 20 Ländern beteiligt. Sie finden in Polen und acht weiteren Ländern statt und dauern bis zum 27. Mai.
  • Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj nennt in seiner täglichen Videobotschaft neue Zahlen zu russischen Verlusten im Ukraine-Krieg. Demnach seien 23.000 russische Soldaten gefallen, mehr als 1.000 russische Panzer sowie fast 2.500 andere Militärfahrzeuge zerstört worden. Die tatsächlichen Verluste sind schwer abzuschätzen. Das russische Verteidigungsministerium gibt wiederum an, am Samstag 200 ukrainische Soldaten getötet zu haben. Zudem seien 17 militärische Einrichtungen getroffen worden, ein Kommandoposten, 23 gepanzerte Fahrzeuge sowie eine Lagerhalle für Raketen.

Russland bestätigte heute neue Angriffe im Osten und Süden der Ukraine. Etwa 100 Zivilisten konnten das Stahlwerk in Mariupol verlassen.

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  • In Belgorod im Westen Russlands ist eine russische Militäreinrichtung in Brand geraten, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Sonntag im Nachrichtendienst Telegram. Ein Anwohner sei verletzt worden. Später sagte Gladkow, sieben Gebäude seien beschädigt worden. Weitere Informationen sind nicht bekannt. Im westrussischen Gebiet Kursk nahe der Grenze zur Ukraine ist eine Eisenbahnbrücke teilweise eingestürzt. Gouverneur Roman Starowoit sprach am Sonntag in einer Videobotschaft von einem Akt der Sabotage. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt.
  • Ukraines Botschafter Andrij Melnyk geht die Zusage der Bundesregierung für die Lieferung von Gepard-Panzern nicht weit genug. "Die Richtung stimmt, aber das wird natürlich gar nicht reichen", sagt Melnyk der "Bild am Sonntag". Die Gepard-Panzer seien 40 Jahre alt, "um Russland zu besiegen, brauchen wir modernste deutsche Waffen", sagt Melnyk der "Bild am Sonntag". Die Ukraine wünsche sich "die zügige Ausfuhr von 88 Leopard-Panzern, 100 Marder-Panzern, Panzerhaubitzen und vielem mehr". 

Die Situation in den ukrainischen Städten:

  • Russland will nach eigenen Angaben erneut Ziele im Osten und den Süden der Ukraine angegriffen haben. Im Gebiet Saporischschja seien Flugabwehrraketensysteme vom Typ S-300 zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Sonntag in Moskau. Im Gebiet Charkiw seien zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Die ukrainische Seite wiederum sprach von mehreren Verletzten infolge der russischen Angriffe auf Charkiw.
  • Bei einem Angriff auf den Flughafen der Schwarzmeer-Metropole Odessa. sei die Landebahn sowie ein Hangar durch russische Raketen zerstört worden. Laut dem russischen Verteidigungsministerium seien dort aus den USA und Europa gelieferte Waffen gelagert gewesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündige in einem Video den Wiederaufbau des Flughafens an.

In der Ukraine hat das russische Militär bei einem Angriff auf den Flughafen von Odessa die Start- und Landebahn zerstört. Präsident Selenskyj kündigte schnelles Wiederaufbauen an.

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  • Laut russischen Angaben haben ukrainische Streitkräfte Dörfer in der Region Cherson unter Beschuss genommen. Dabei seien Zivilisten getötet und verletzt worden, berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA mit Bezug auf das russische Verteidigungsministerium. Es machte keine Angabe über den Zeitpunkt des Angriffes oder die Zahl der Toten und Verletzten. Die Ukraine hat bisher nicht auf den Bericht reagiert. Die Angaben waren nicht unabhängig zu prüfen.

Reaktionen und Folgen des russischen Angriffs:

  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine weitere Unterstützung zugesagt. "Wir werden die Ukraine weiter unterstützen, mit Geld, mit humanitärer Hilfe, aber auch das muss gesagt werden: Wir werden sie unterstützen, dass sie sich verteidigen kann, mit Waffenlieferungen, wie viele andere Länder in Europa das auch nmachen", sagte Scholz am Sonntag bei einer DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit in Düsseldorf.

Am Tag der Arbeit spricht Olaf Scholz auf einer Mai-Kundgebung in Düsseldorf über weitere Hilfen an die Ukraine, den Mindestlohn und Lohngerechtigkeit.

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Ich fordere den russischen Präsidenten auf: Lassen Sie die Waffen schweigen! Ziehen Sie Ihre Truppen zurück! Respektieren Sie die Souveränität und die Unabhängigkeit der Ukraine!
Kanzler Scholz bei 1. Maikundgebung in Düsseldorf
  • Die EU könnte in den kommenden Tagen ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland beschließen, das auch Einfuhrverbote für Öl beinhaltet. Ein entsprechender Text werde derzeit vorbereitet, und die EU-Kommission könnte ihn in den kommenden Tagen mit Blick auf ein Botschaftertreffen am Mittwoch vorlegen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Brüsseler Diplomatenkreisen erfuhr. Demnach gilt vor allem Ungarn noch als potenzieller Blockierer eines dann nötigen einstimmigen Sanktionsbeschlusses. Regierungschef Viktor Orban hatte nach seiner Wiederwahl Anfang April ein Veto gegen jede Form von Energieembargo angekündigt.
  • Hollywood-Schauspielerin und UN-Sonderbotschafterin Angelina Jolie hat überraschend die westukrainische Stadt Lemberg besucht. Der Gouverneur der Region, Maxym Kosyzkyj, teilte bei Telegram mit, dass Jolie am Samstag Kinder getroffen habe, die bei dem Raketenangriff auf den Bahnhof Kramatorsk Anfang April verletzt worden seien. "Die Geschichten (der Kinder) haben sie sehr berührt", schrieb Kosyzkyj über Jolie. "Ein Mädchen konnte Frau Jolie sogar im Privaten von einem Traum erzählen, den sie hatte." Jolie besuchte auch ein Internat und unterhielt sich mit Schülern, wie Kosyzkyj berichtete. "Der Besuch hat uns alle überrascht", schrieb Kosyzkyj.

In Lemberg spricht und scherzt Angelina Jolie mit den Kindern, die beim Raketenangriff auf den Bahnhof in Kramatorsk verletzt worden waren.

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ZDF-Politbarometer: Bewertung der zehn wichtigsten Politiker
Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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