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Tag 52 im Ukraine-Krieg : Selenskyj droht mit Ende der Gespräche

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Der ukrainische Präsident Selenskyj droht mit dem Ende der Gespräche mit Moskau. In der Ostukraine bereitet sich die russische Armee auf einen Angriff vor. Das war Tag 51 im Krieg.

Ein Angehöriger der Streitkräfte der tschetschenischen Republik schaut auf die zerstörte ukrainische Stadt Mariupol
Mariupol ist offenbar fast komplett in russischer Hand.
Quelle: Reuters

Wir fassen für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Die Entwicklungen von Tag 51 im Ukraine-Krieg im Überblick:

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit dem endgültigen Aus der Gespräche mit Moskau gedroht, sollte Russland die letzten ukrainischen Truppen in der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol "ausschalten". Für beide Seiten wäre das eine "Sackgasse, denn wir verhandeln weder über unsere Territorien noch über unsere Leute", sagte Selenskyj der Nachrichten-Website Ukrainska Prawda.
  •  Das russische Verteidigungsministerium meldet einem Medienbericht zufolge eine fast komplette Vertreibung der ukrainischen Streitkräfte aus Mariupol. Es seien noch einige Kämpfer in der Fabrik Asowstal eingeschlossen, zitiert die Nachrichtenagentur RIA einen Sprecher des Ministeriums. Demnach sollen die Ukrainer mehr als 4.000 Militärangehörige in der belagerten Küstenstadt verloren haben. Die Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.
  • Russland hat nach Angaben des Gouverneurs des Gebiets Luhansk im Osten der Ukraine Zehntausende Soldaten für eine baldige Offensive zusammengezogen. Zudem seien Hunderte Einheiten Technik in die Region transportiert worden, sagte Gouverneur Serhij Hajdaj am Samstag. "Sie haben schon alles für einen Durchbruch bereit." Seiner Einschätzung nach warteten die russischen Truppen nur noch auf besseres Wetter, um dann zeitgleich in den Gebieten Luhansk und Donezk ihre Angriffe zu starten.
  • Bei den russischen Raketenangriffen auf Kiew ist laut Bürgermeister Vitali Klitschko eine Person getötet worden. Die Hauptstadt ist und bleibe ein Ziel der Angreifer. Weil inzwischen auch Menschen, die vor den Angriffen geflüchtet waren, wieder nach Kiew zurückkehren, forderte der Bürgermeister, dies zu unterlassen und an sicheren Orten zu bleiben.

Die russischen Truppen hatten sich aus der Region um Kiew zurückgezogen. Doch nun nimmt Russland die ukrainische Hauptstadt wieder verstärkt ins Visier.

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  • Entminungen, Strom-, Wasser- und Gasversorgung: Der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj spricht in seiner täglichen Videobotschaft von massiven Herausforderungen in den Orten, die von russischen Truppen besetzt waren. Der Arbeitsaufwand in den bislang 918 Orten und Städten sei "wirklich enorm".
  • Seit Kriegsbeginn vor mehr als sieben Wochen sollen russischen Angaben zufolge auf ukrainischer Seite mehr als 23.000 Soldaten getötet worden sein. Darunter seien Angehörige der ukrainischen Armee, der Nationalgarde sowie ausländische Söldner, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Ukraine selbst gibt die Verluste in den eigenen Reihen deutlich niedriger an. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einem am Freitag verbreiteten Interview von 2.500 bis 3.000 getöteten ukrainischen Soldaten. Zugleich erklärte Selenskyj, dass auf russischer Seite mehr als 20.000 Militärs getötet worden sein sollen. Moskau wiederum gibt die eigenen Verluste weiterhin mit etwa 1.350 an.

Der ukrainische Präsident Selenskyj verspricht einen kürzeren Krieg bei rascheren Waffenlieferungen. Der Arbeitsaufwand für den Wiederaufbau der Ukraine sei enorm, so Selenskyj.

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Die Situation in den ukrainischen Städten:

  • Russland hat die Region Lemberg nach ukrainischen Angaben mit Marschflugkörpern angegriffen. Russische Militärflugzeuge seien in Belarus gestartet und hätten Marschflugkörper auf die an Polen grenzende ukrainische Region abgefeuert, teilt das ukrainische Militär mit.
  • In der Stadt Tschernihiw gibt es nach Einschätzung britischer Geheimdienste nur noch eine einzige Fußgängerbrücke über den Fluss. In der Ukraine werde die Lieferung von Hilfsgütern durch eine inzwischen weitreichende Zerstörung von Straßen, Brücken und anderer Infrastruktur erschwert.
  • In den umkämpften Regionen Luhansk und Donezk im Osten sind nach Angaben der Regierung neun humanitäre Fluchtkorridore eingerichtet worden. Eine Fluchtmöglichkeit gebe es aus der besonders betroffenen Hafenstadt Mariupol im Gebiet Donezk in Richtung der Stadt Saporischschja, teilte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Samstag mit.

In der Ukraine fordern die Behörden im Osten des Landes weiterhin die Bevölkerung zur Evakuierung auf. Dort wird noch immer ein Großangriff des russischen Militärs erwartet.

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  • Weitere Korridore seien in der Region Luhansk eingerichtet worden, mit vorläufigem Ziel Bachmut. Auch aus der zerstörten Stadt Sjewjerodonezk sollten Menschen in Sicherheit gebracht werden. Von einst rund 130.000 Bewohnern sollen dort noch etwa 20.000 leben.
  • Bei einem Beschuss des Industriebezirks in Charkiw sollen nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Menschen getötet worden sein. Unter den Opfern sei ein sieben Monate altes Baby, teilt die Staatsanwaltschaft des Gebietes Charkiw auf Facebook mit.

Reaktionen und Folgen des russischen Angriffs:

  • Zahllose blau-gelbe Ukraine-Flaggen beim einen Ostermarsch, Forderungen wie "Hände weg von Russland" beim anderen: Knapp 2.000 Menschen sind am Karsamstag in Berlin bei zwei konkurrierenden Friedensdemonstrationen auf die Straße gegangen. Am traditionellen Ostermarsch der Friedenskoordination unter dem Motto "Die Waffen nieder" nahmen nach Polizeiangaben rund 1.300 Menschen teil. Kritiker hatten vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine zu einem alternativen Ostermarsch aufgerufen, der sich explizit gegen russische Angriffskriege richtete und das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine betonte. Daran beteiligten sich laut Polizei rund 650 Menschen.

Wirtschaftsminister Habeck hat von Teilnehmern von Ostermärschen deutliche Zeichen der Solidarität mit der Ukraine gefordert. Bundesweit waren heute 80 Märsche geplant.

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  • Das russische Außenministerium hat ein Einreiseverbot für den britischen Premierminister Boris Johnson erlassen. Auch Außenministerin Liz Truss, Verteidigungsminister Ben Wallace und zehn weitere britische Politiker dürften nicht mehr nach Russland einreisen, teilte das Ministerium in Moskau mit. Hintergrund der Maßnahme sei "das beispiellose unfreundliche Vorgehen der britischen Regierung".
  • Die Ukraine hat den Fragebogen zu einem EU-Beitritt fast abgeschlossen. "Wir werden die Antworten bald den Vertretern der Europäischen Union zur Verfügung stellen", sagt Selenskyj in seiner Videobotschaft. Der Fragebogen gilt als Grundlage für Beitrittsgespräche. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Selenskyj den Fragebogen bei ihrem Besuch in Kiew Ende voriger Woche überreicht.
  • Deutschland zieht laut Bundesverkehrsminister Volker Wissing keine Obergrenze für geflüchtete Menschen aus der Ukraine. "Deutschland kann und wird keine Flüchtenden aus der Ukraine zurückweisen", sagt der FDP-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Zahl der Menschen, die mit dem Zug nach Deutschland flüchten, sei im Vergleich zur Höchstphase am Anfang des Krieges inzwischen deutlich zurückgegangen, von 8.200 auf aktuell rund 2.500 Personen pro Tag.
  • Eine Briefmarke, die einen ukrainischen Soldaten zeigt, der einem russischen Kriegsschiff den Mittelfinger zeigt, ist nach dem Untergang der "Moskwa" zum Sammlerstück geworden. Hunderte Ukrainer standen am Freitag an, um Exemplare der Briefmarke zu ergattern - bereits am Nachmittag war sie ausverkauft. "Wir wollten mehr drucken", sagt der Generaldirektor der ukrainischen Post, Ihor Smeljanski, der Nachrichtenagentur AFP. Russische Luftangriffe hätten den Betrieb der Fabrik aber gestört. Nun wolle man schnellstmöglich weitere der auf eine Million Exemplare limitierten Edition produzieren.

Das ist an Tag 51 passiert:

Russland verstärkt seine Angriffe auf die Ukraine. Nach US-Angaben trafen ukrainische Raketen das russische Schiff "Moskwa". Und Berlin erhöht die Militärhilfe für Kiew. Lesen Sie hier nach, wie sich die Lage in der Ukraine am Freitag entwickelt hat:

Russisches Kriegsschiff Moskwa fährt in den Hafen von Sewastopol ein (Archivbild)

Tag 51 des Ukraine-Kriegs - USA: "Moskwa" von Ukraine-Raketen getroffen 

Russland verstärkt seine Angriffe auf die Ukraine. Nach US-Angaben trafen ukrainische Raketen das russische Schiff "Moskwa". Berlin erhöht die Militärhilfe für Kiew. Der Überblick.

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