Selenskyj vor UN: "Welt von unserer Unabhängigkeit abhängig"

    Selenskyj vor UN-Sicherheitsrat:"Welt von unserer Unabhängigkeit abhängig"

    von Lukas Wilhelm
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    Ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn tagt der UN-Sicherheitsrat. Der ukrainische Präsident Selenskyj sprach dort per Videoschalte und berichtete von neuen russischen Angriffen.

    Sitzung des UN-Sicherheitsrates
    Per Videoschalte spricht Wolodymyr Selenskyj bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrates in new York.
    Quelle: dpa

    Vor genau einem halben Jahr begann der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Zudem ist der 24. August der ukrainische Unabhängigkeitstag. Deshalb sprach Wolodymyr Selenskyj aus Kiew in einer Videoschalte vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.
    In seiner Rede hob Selenskyj dann die globale Bedeutung des Abwehrkampfes seines Landes gegen die russische Invasion hervor:

    Heute feiert unser Land den Unabhängigkeitstag und jetzt kann jeder sehen, wie sehr die Welt von unserer Unabhängigkeit abhängig ist.

    Wolodymyr Selenskyj

    Wenn Russland jetzt nicht aufgehalten werde, "werden russische Mörder wahrscheinlich in anderen Ländern landen - in Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika", sagte Selenskyj weiter. "Russland muss für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine zur Rechenschaft gezogen werden".

    Selenskyj berichtet von russischem Raketenangriff auf Bahnhof

    In seiner Rede informierte der ukrainische Präsident die Teilnehmer darüber, dass Russland einen Raketenangriff auf einen Bahnhof in der Region Dnipropetrowsk verübt habe. Dabei habe es laut Selenskyj Dutzende Tote und Verletzte gegeben. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.

    Das ist unser Alltag. Das ist also die Art und Weise, wie sich Russland auf diese UN-Sitzung vorbereitet hat.

    Wolodymyr Selenskyj

    Außerdem wiederholte er den Vorwurf gegen Russland, das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja in eine "Kriegszone" zu verwandeln. Selenskyj erinnerte an die Katastrophe von Tschernobyl und betonte, dass damals nur ein Reaktor explodiert sei, in Saporischschja aber sechs Atomreaktoren gefährdet seien.

    Russland habe Lebensmittelmarkt "destabilisiert"

    Auch beim Thema Getreidelieferungen aus ukrainischen Häfen wurde der Präsident deutlich. Russland würde den weltweiten Lebensmittelmarkt destabilisieren, indem es Exporte über das Schwarze Meer blockiert hätte.
    Es sei eine "künstliche Hungerkrise ausgelöst durch die Aggression eines einzelnen Landes", so Selenskyj vor der UN-Sicherheitskonferenz.
    Auch zu Gaslieferungen nach Europa äußerte er sich. Russland versuche den Kontinent "in eine Energiekrise zu stürzen".

    Russland versuchte die Rede von Selenskyj zu verhindern

    Russland setzte laut Diplomaten alles daran, die Rede im Vorfeld zu verhindern. Der Ständige Vertreter Russlands bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensja, forderte, dass Selenskyj nur sprechen dürfe, wenn er physisch vor Ort in New York sei.
    Die anschließende Abstimmung ging klar gegen ein Redeverbot für Selenskyj per Videoschalte aus. 13 Teilnehmer des Sicherheitsrates stimmten für Selenskyjs Teilnahme, China enthielt sich und Russland stimmte dagegen. Somit durfte der ukrainische Präsident zugeschaltet werden.
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    Quelle: dpa, Reuters

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