US-Vertreterin bei Nato Smith: Druck auf Russland

    Interview

    US-Vertreterin bei Nato:Smith: Nie dagewesener Druck auf Russland

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    US-Diplomatin Julianne Smith vertritt ihr Land bei der Nato und berät den US-Präsidenten. Im ZDF-Interview lobt sie Deutschland und warnt Russland.

    Die Diplomatin und Außenpolitikerin Julianne Smith ist Ständige Verteterin der USA bei der Nato. Sie gehört zum engsten Beraterkreis von US-Präsident Biden. Im Interview mit dem ZDF heute journal update spricht sie über Möglichkeiten für Verhandlungen im Ukraine-Krieg und über die Gefahr eines russischen Atomschlags. Das sagte Smith...
    Sehen Sie das ganze Interview oben im Video oder lesen Sie hier Auszüge:

    ... zur Rolle Deutschlands:

    "Wir möchten Deutschland weiterhin unser Lob aussprechen, dass Deutschland seinen Beitrag leistet. Im Moment befindet sich Deutschlands nationale Sicherheitspolitik im Wandel und wir wissen es sehr zu schätzen, was Deutschland tut, vor allem bezüglich des Luftabwehrsystems IRIS-T, das ist sehr sehr wichtig. Deutschland hat aber auch mehr investiert in das Verteidigungssystem und ist ein wichtiger Nato-Verbündeter. Ja, wir loben Deutschland sehr für seinen Beitrag."  

    ... zu russischen Atom-Drohungen:

    "Wir empfinden das als gefährlich und sind besorgt, aber im Moment sehen wir keine Anzeichen dafür, dass tatsächlich Vorkehrungen getroffen werden, um Atomwaffen einzusetzen. Wir beobachten die Situation weiterhin sehr genau und innerhalb der Allianz und bilateral mit Deutschland bleiben wir eng verbunden."  

    ... zu einer möglichen Flugverbotszone über der Ukraine:  

    "Die Nato hat die Entscheidung schon sehr früh getroffen, keine Kriegspartei zu werden, und das ist eine Position, die hochgehalten wird unter allen 30 Mitgliedern der Allianz. Es gibt individuelle Unterstützung seitens der USA und seitens Deutschlands. Man liefert militärische und wirtschaftliche Unterstützung, aber die Nato soll nicht direkt involviert werden, und daran sehe ich auch keine Änderungen."

    ... zu möglichen Friedensverhandlungen:

    "Es gibt ein Land, das diesen Krieg heute beenden kann und das ist Russland. Russland hat diesen Krieg angezettelt, und Russland kann diesen Krieg, sobald es möchte, auch beenden. Wir wollen drei Dinge gleichzeitig tun. Wir wollen noch nie dagewesenen Druck ausüben auf Russland, auf die strategischen Kalkulationen Russlands.
    Wir unterstützen die ukrainische Bevölkerung und das ukrainische Militär, das tapfer sein Gebiet verteidigt und innerhalb der Nato verstärken wir unsere Präsenz an der Ostflanke und bezüglich der Verhandlungen glauben wir, dass Präsident Selenskyj sicherlich die Konditionen bestimmen wird, die ihn an den Verhandlungstisch bringen. Wir arbeiten eng zusammen mit Ländern wie Deutschland, und auch andere Staaten werden weiterhin dafür sorgen, dass die Ukraine in der bestmöglichen Position sein wird, wenn dieser Moment gekommen ist."  
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    Quelle: ZDF
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