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Söder und Laschet - Schnellboot an Schlafwagen

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Kaum eine Gelegenheit lässt Markus Söder ungenutzt, um zu zeigen, dass er der bessere Kanzlerkandidat ist - und nicht etwa Armin Laschet. Die Kluft zwischen beiden wird tiefer.

Armin Laschet und Markus Söder am 20.06.2021
Söder und Laschet setzen ihre Rivalität fort, nur mit anderen Mitteln.
Quelle: dpa

Da saß er mal wieder und grinste vieldeutig. Nein, Markus Söder verlor kein böses Wort über Armin Laschet. Aber sein Auftritt bei Markus Lanz führte mal wieder vor Augen, was die größte Herausforderung für die CSU und ihren Parteichef im Bundestagswahlkampf wird: sich nur bis zu einer Schmerzgrenze anmerken zu lassen, dass er sich selbst für den besseren Kanzlerkandidaten und den CDU-Chef für ungeeignet hält.

Der schmale Grat der CSU zur Bundestagswahl

Der Wahlkampf drohe im Schlafwagen-Modus zu verharren, beklagt der CSU-Chef, verstehe das aber selbstverständlich auch als Mahnung an sich selbst. Sich selbst und das CSU-eigene Wahlprogramm hat Söder kürzlich in der ihm eigenen Bescheidenheit als "Schnellboot" bezeichnet. Dass Armin Laschet Adressat dieser in Metaphern gekleideten Kritik ist, muss Söder gar nicht ausführen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will als zupackender Corona-Kämpfer gelten. Nun hat er ein Problem: Hubert Aiwanger will sich nicht gegen Corona impfen lassen. Dessen Argumente nennt Söder "schwierig“. Das Problem? Aiwanger ist sein Stellvertreter.

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Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich die CSU in Richtung Bundestagswahl bewegt. Einerseits darf sie mit ihrer nicht abreißenden Kritik an der CDU und ihrem Kandidaten Unions-Stammwähler nicht verprellen. Auf der anderen Seite baut sie vor für den Fall, dass die Union mit ihrem Wahlergebnis abstürzt. Mit Söder wäre das nicht passiert, wird dann noch am Wahlabend zu hören sein.

Rivalität zwischen Laschet und Söder

Mit Sticheleien, subtiler Kritik und vergiftetem Lob setzen Laschet und Söder ihre Ende April für beendet erklärte Rivalität fort.

Vor allem Söder kann nicht aus seiner Haut: der machtbewusste und vor Selbstbewusstsein platzende Ministerpräsident aus Bayern lässt keine Gelegenheit ungenutzt, den Kanzlerkandidaten aus Nordrhein-Westfalen unter Druck zu setzen, vor sich her zu treiben, Unterschiede zwischen beiden sichtbar zu machen. Ob beim Streit über Steuerentlastungen, in der Coronapolitik oder Klimaschutz, CDU und CSU driften auseinander.

Corona-Krisenmanagement entzweit Union

Vor allem Corona droht für die Union in den Wochen vor der Wahl zu einer Sollbruchstelle zu werden. Je höher die Inzidenzen im Herbst klettern, desto größer und sichtbarer wird die Kluft zwischen Söder und Laschet, zu unterschiedlich sind die Herangehensweisen im Corona-Krisenmanagement.

Jüngste Beispiele sind die Testpflicht für Urlaubsrückkehrer und die Diskussion nach Impfanreizen. Söder prescht vor und lässt ein ums andere Mal das Bild entstehen von Söder, dem Resoluten und Laschet, dem Zaudernden.

Der bayerische Ministerpräsident hat im Gespräch mit Bettina Schausten im ZDF heute journal betont, dass Geimpfte ihre Grundrechte schnell zurückbekommen müssten, während Ungeimpfte durchaus Kosten für Corona-Tests dann selbst tragen sollten.

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Zwei Wochen vor der Wahl gehen in Bayern die Schulen wieder los. Ein heikler Moment, wenn dann wieder Schließungen, Quarantänen und Restriktionen drohen. Söder wird nicht müde zu betonen, dass alles zu langsam, zu wenig vorausschauend, zu planlos geht. Auch hier wieder die Botschaft: An mir hat es nicht gelegen.

Landtagswahl in Bayern 2023

Überraschend ist das alles nicht, die Sollbruchstellen zwischen den beiden Unions-Chefs waren schon im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur angelegt. Für Söder zählt ab jetzt vor allem eins: die CSU so stark wie möglich zu machen, zur Not auch auf Kosten der CDU.

Denn der Blick aus München geht schon jetzt auf das Jahr 2023, wo Markus Söder eine Landtagswahl zu bestehen hat und die CSU nach dem Absturz von 2018 wieder auf ein Ergebnis von über 40 Prozent bringen will.

Kanzlerkandidatur 2024?

Auffällig häufig warnt Markus Söder in diesen Tagen vor dem Szenario einer von der SPD angeführten Ampel-Koalition in Berlin, die mit steigender Popularität von Olaf Scholz und sinkenden Umfragewerten für die Grünen immer weniger unwahrscheinlich werden würde.

[In folgendem Grafikartikel erhalten Sie einen Blick auf die aktuellen Umfragewerte des ZDF-Politbarometers.]

Heimlich müsste Söder aber auf genau dieses Szenario hoffen. Ein Landtagswahlkampf in Bayern gegen Rot-Grün in Berlin wäre ein Geschenk für die CSU. Und für Markus Söder, sollte er die Landtagswahl erfolgreich bestehen, eine neue Chance, 2024 doch nochmal als Kanzlerkandidat gerufen zu werden. Es wäre wohl auch die letzte.

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