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Söder besorgt über Umfragewerte - "Der Trend ist dramatisch"

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Söder zeichnet mit Blick auf die sinkenden Umfragewerte ein düsteres Bild der Union. "An uns hat's nicht gelegen", ist nun der Strategie-Satz der CSU vor der Bundestagswahl.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. Archivbild
Markus Söder (CSU) fordert Veränderungen im Wahlkampf.
Quelle: Christian Mang/Reuters/Pool/dpa

Kurz nach der Wahl 1998 hielt der abgewählte Bundeskanzler Helmut Kohl Ausschau nach den Schuldigen in den eigenen Reihen. Der Defätismus sei spürbar gewesen, so Kohl, die entscheidenden Leute in der Union hätten unmittelbar vor der Wahl den Willen zum Sieg missen lassen.

Ob Armin Laschet überhaupt Bundeskanzler wird, steht in den Sternen. Sollte er es nicht werden, könnte ihn die Suche nach dem Schuldigen nach München führen. Der Ort, an dem "sich ins Fäustchen lachen" dieser Tage zum Nationalsport erhoben wurde.

Söder sieht "dramatischen Trend"

Markus Söder ist ein Fan dieser Sportart. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich für den besseren Kanzlerkandidaten der Union hält. Zur Erinnerung: Mit Söder als Spitzenkandidat hat die CSU bei der Landtagswahl 2018 über zehn Prozent verloren. Sei's drum.

Bei der Präsidiumssitzung an diesem Donnerstag in München malte Söder den demoskopischen Teufel an die Wand. Zum Anlass nahm er die jüngsten Umfragen, in denen die Union mit 22 Prozent nur noch einen Punkt vor der SPD landet. Der CSU-Chef sprach nach ZDF-Informationen von einem "dramatischen Trend". "Man kann es drehen, aber leicht wird es nicht", sagte Söder weiter.

Während die Zahlen des ZDF-Politbarometers den Druck auf Unions-Kanzlerkandidat Laschet und Grünen-Kandidatin Baerbock erhöhen, herrscht bei SPD-Kandidat Scholz gute Stimmung.

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CSU weiterhin nicht überzeugt von Laschet

In der Pressekonferenz dann – und auch das ist typisch für Markus Söder – wich er den meisten direkten Fragen zu Armin Laschet aus, ließ das meiste zum Wahlkampf seinen Generalsekretär vortragen.

Erst gegen Ende wurde Söder nochmal deutlich, sprach von einer "komplizierten Lage" und der "schwersten Herausforderung für die Union seit 1998." Und das ist nicht die Meinung des Parteichefs allein. Bei einer Klausur am Tegernsee Ende Juli attestierte die gesamte CSU-Führung Armin Laschet, für den Weg nach Berlin einen Platz im Schlafwagen gebucht zu haben.

An Söder hat es nicht gelegen - stimmt das wirklich?

Die Strategie dahinter ist klar: Sollte es am 26. September schiefgehen, wird Söder sich wohl in Gelassenheit üben, das "sehr schmerzliche Ergebnis" für die Union gründlichst sezieren, sich zurücklehnen und auf die Frage "Woran hat es gelegen?" antworten: "An mir nicht."

Doch das wäre nur die halbe Wahrheit. Denn so sehr die (oft vermeidbaren) Fehler Armin Laschets den Zuspruch zur Union gedämpft haben mögen, so sehr könnte man die Frage stellen, ob die CSU durch ihr beharrliches Sticheln dem Bild einer gespaltenen Union Vorschub geleistet hat.

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CSU hat Laschet-Kandidatur noch nicht verwunden

Und hier drängt sich der Eindruck auf, dass der CSU-Chef und seine Mitstreiter die Inthronisierung Armin Laschets noch immer nicht verwunden haben – ja angesichts der Umfragewerte bis zur Wahl kaum verwinden werden. Und es bleibt ja nicht bei Schlafwagen-Parabeln.

Wer die CSU länger beobachtet, weiß, dass sie in der Parteizentrale im Münchner Norden fast täglich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich sicher sind, dass CDU und CSU mit Markus Söder heute besser dastünden.

"Söder kommt"

Das lässt sich eben auch in der Öffentlichkeit nur schwer verbergen – obwohl es die CSU nach Kräften versucht. Dazu gehört die Ankündigung, man werde in Bayern großflächig Armin Laschet plakatieren, ergänzt um die Aussage: "Damit uns da keiner einen Vorwurf machen kann."

Und auch Markus Söder selbst steigt ab der kommenden Woche bayernweit in die Bütt. Die "Stadion-Tour 2021" wird mit den Worten "Söder kommt" angekündigt. Und wo bleibt Armin Laschet? Der darf in Bayern in den kommenden Wochen gleich zwei Mal auftreten: Beim CSU-Parteitag in Nürnberg und dem Wahlkampfabschluss der Union in München.

CSU-Chef Söder kritisiert im ZDF-Sommerinterview den Bundestagswahlkampf der Union, deren Umfragewerte zuletzt gesunken waren. Sich selbst sieht er vor der Wahl als "Antreiber".

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