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Pläne der Bundesregierung - Verbraucherschützer gegen Solardach-Pflicht

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Die Bundesregierung erwägt laut einem Entwurf eine Solaranlagen-Pflicht für Neubauten. Verbraucherschützer kritisieren eine solche allgemeine Pflicht als "gar nicht möglich".

Solarpanels auf einem Dach.
Um die neuen Klimaziele zu erreichen, erwägt die Bundesregierung für Neubauten eine Pflicht zur Installation von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen (Archivbild).
Quelle: Ingo Wagner/dpa/Archiv

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat Pläne der Bundesregierung kritisiert, eine Solardach-Pflicht für Neubauten einzuführen. "Eine allgemeine Solarpflicht wäre angesichts der angespannten Auftragslage bei den Handwerksbetrieben gegenwärtig gar nicht möglich", sagte Verbandsvorstand Klaus Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Derartige Vorschriften sollten vielmehr zunächst nur für öffentliche und gewerbliche Neubauten gelten, "da hier aufgrund der im Durchschnitt größeren Dachflächen das Kosten-Nutzen-Verhältnis positiver ausfällt".

Verbraucherschützer: Pflicht gefährdet Akzeptanz von Solarstrom

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wollten Solarstrom erzeugen und verbrauchen, sagte Müller. Bevor eine Solarpflicht für private Häuser komme, müssten die Vorschriften für Speicher, Eigenstrom und den Mieterstrom in kleinen Mehrfamilienhäusern verbessert werden.

Strom vom Dach – so will Bremens Regierung 40 Prozent des Stromverbrauchs im Land decken. Für Neubauten sind Solaranlagen daher künftig Pflicht.

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"Eine Solarpflicht für Verbraucher trägt auch das Risiko einer Verschlechterung der gegenwärtig hohen Akzeptanz in sich und sollte daher gut überlegt sein", warnte Müller.

Entwurf: Solarpflicht auch bei größeren Sanierungen

Um die neuen Klimaziele zu erreichen, plant die Bundesregierung, die Vorgaben für Neubauten deutlich zu verschärfen.

In dem Entwurf zum geplanten Klimaschutz-Sofortprogramm ist etwa für Neubauten eine Pflicht zur Installation von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen vorgesehen. Die Solaranlagen-Pflicht soll demnach auch "bei größeren Dachsanierungen" greifen.

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Vor dem Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte sich bereits der Präsident des Verbands Haus & Grund, Kai Warnecke, kritisch zu den Plänen geäußert. In der "Bild"-Zeitung kritisierte er die Pläne als "unkoordinierten Schnellschuss, der Bauen und Wohnen dramatisch verteuert".

Es sei "lächerlich, eine Solardachpflicht einzuführen, ohne endlich den Verkauf des produzierten Stromes an die Bewohner des Hauses zu erlauben".

Der als vertraulich markierte Entwurf der Bundesregierung befindet sich derzeit noch in der Ressortabstimmung. Am 23. Juni soll er in seiner endgültigen Fassung im Kabinett verabschiedet werden.

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