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Wissler über das Tief der Linken - "Glaube nicht, dass es am Gendern liegt"

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Kümmert sich die Linke zu sehr um Lifestyle-Themen wie Gendersternchen? Im ZDF-Sommerinterview sagt Parteichefin Janine Wissler: Das ist nicht der Grund für das Tief der Partei.

Sehen Sie hier das komplette ZDF-Sommerinterview mit Janine Wissler.

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19 min
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Herbe Verluste bei der Wahl in Sachsen-Anhalt, schwache Umfragewerte elf Wochen vor der Bundestagswahl: Die Linke steckt in der Krise. Für Linken-Ikone Sahra Wagenknecht liegt das auch daran, dass die Partei zu viele abgehobene und akademische Debatten führt: Gendersternchen zum Beispiel oder die Frage, was die Menschen essen sollen.

Linken-Vorsitzende Janine Wissler weist die Kritik zurück. Im ZDF-Sommerinterview sagt sie in Bezug auf die schlechten Umfragewerte der Linken: "Ich glaube nicht, dass es am Gendern liegt." Eine sensible Sprache sei nicht zuviel verlangt. Wissler sagt:

Es verliert doch niemand etwas, wenn man eine sensible Sprache wählt.
Janine Wissler, Linke

Sprache alleine ändere aber noch nichts. Deswegen müsse die Linke beides tun: Die Benachteiligung etwa im Bildungssystem ansprechen - aber auch gegen jede Form von Diskriminierung kämpfen.

Warum ist die Linke im Tief? Weil sie zu viele Lifestyle-Themen setzt wie sensible Sprache? Linken-Chefin Janine Wissler weist das zurück: Am Gendern liege es nicht.

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Afghanistan: Andere sollen Position überdenken

In dem Interview erneuert Wissler auch ihre Kritik am Einsatz deutscher Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan: "In 20 Jahren Afghanistan-Krieg ist das Land weder friedlicher noch sicherer geworden." Der Einsatz habe 12,5 Milliarden Euro gekostet, zehntausende Menschen seien gestorben. "Jetzt lässt die Bundeswehr in schäbigster Art und Weise die Kräfte vor Ort im Stich."

Wissler sagt: "Mir ist nicht ganz klar, warum ausgerechnet die Partei, die seit 20 Jahren davor gewarnt hat und immer gegen diesen Einsatz war - warum sollen ausgerechnet wir nach diesem Scheitern unsere Position überdenken? Da müssen doch jetzt andere ihre Position überdenken."

Die Frage nach Auslandseinsätzen der Bundeswehr gilt als Knackpunkt einer möglichen Koalition mit Grünen und SPD. Zuletzt hatte sich Wisslers Co-Vorsitzende Hennig-Wellsow offener gegenüber unbewaffneten Blauhelm-Einsätzen gezeigt. Wissler äußert sich nun zurückhaltender. Die Frage nach unbewaffneten Blauhelm-Soldaten könne nicht abstrakt beantwortet werden.

Rote Linie für Regierungsbeteiligung

Elf Wochen vor der Bundestagswahl zieht Wissler auch rote Linien für eine mögliche Regierungsbeteiligung. So trete die Linke keiner Regierung bei, die zum Beispiel Privatisierungen umsetzt.

Außerdem lobt sie außerparlamentarische Opposition, etwa junge Klimaaktivisten. "Wer würde ohne Fridays for Future über Klimaschutz reden", fragt sie. Und sagt: Es brauche auch gesellschaftlichen Druck von außen, das sei nicht verfassungswidrig.

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