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Weitere Corona-Beschränkungen in Spanien?

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Sánchez: "Die Lage ist ernst" - Weitere Corona-Beschränkungen in Spanien?

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Mehr als eine Million Menschen sind in Spanien mit dem Coronavirus infiziert. Regierungschef Pedro Sanchéz bereitet sein Land auf neue Einschränkungen vor.

Der spanische Premierminister Pedro Sanchez spricht auf einer Pressekonferenz im Palast La Moncloa in Madrid
"Die Lage ist Ernst" - Regierungschef Sánchez appelliert an die Spanier. Einen erneuten Lockdown will er aber vermeiden.
Quelle: epa

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat die Bevölkerung auf weitere Beschränkungen im Kampf gegen die zweite Corona-Welle vorbereitet. In einer Fernsehansprache zur Corona-Krise in seinem Land sagte Sánchez:

Die Lage ist ernst.
Pedro Sánchez, Regierungspräsident Spaniens

Nur mit "größter Disziplin", "Entschlossenheit" und der "notwendigen Einheit" lasse sich die drastisch nach oben gehende Ansteckungskurve wieder umkehren. Konkrete Maßnahmen nannte Sánchez aber zunächst nicht.

Mehr als eine Million Spanier infiziert - hohe Dunkelziffer

Als erstes EU-Land hatte Spanien am vergangenen Mittwoch die Schwelle von einer Million Infektionsfällen offiziell überschritten. In seiner Rede sagte der linksgerichtete Ministerpräsident, dass die Gesamtzahl der Infizierten tatsächlich aber bei über drei Millionen liege.

Das liege daran, dass nur bei wenigen Menschen, die sich zu Beginn der Krise im Frühjahr angesteckt hätten, tatsächlich das neuartige Coronavirus festgestellt worden sei. Damals seien nicht einmal "zehn Prozent" der Infizierten entdeckt worden, heute seien es "rund 70 Prozent", sagte Sánchez.

Sánchez will strikte Ausgangssperren vermeiden

Insgesamt lasse sich die heutige Krise nicht mit "der Situation vom 14. März vergleichen", als seine Regierung eine der striktesten landesweiten Ausgangssperren weltweit verhängt hatte, sagte er. Eine erneute Ausgangssperre wie damals wolle er wegen der gravierenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft vermeiden.

Vor der Fernsehansprache hatten die Präsidenten von mehreren spanischen Regionen weitere Corona-Beschränkungen angekündigt. Zudem hatten sie die Zentralregierung aufgerufen, nach dem Vorbild Frankreichs und Belgiens eine nächtliche Ausgangssperre zu erlassen.

Madrid verbietet sämtliche Treffen nach Mitternacht

In Madrid sind ab Samstag zwischen Mitternacht und 6.00 Uhr alle Zusammenkünfte verboten, Bars und Restaurants müssen dann schließen. Schon ab 23.00 Uhr dürfen sie keine Kunden mehr reinlassen. Ziel sei es, alle "sozialen Aktivitäten drastisch zu reduzieren", erklärte die konservative Regionalregierung.

Die spanische Regierung fordert die Behörden der Hauptstadt auf, die Maßnahmen zur Eindämmung von Corona umzusetzen. Falls dies nicht geschieht, würde der Notstand ausgerufen.

Beitragslänge:
1 min
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Am Samstag läuft unterdessen ein zweiwöchiger Ausnahmezustand für die Hauptstadtregion wieder aus, mit dessen Hilfe die Zentralregierung einen Teil-Lockdown über Madrid und acht angrenzende Gemeinden durchgesetzt hatte.

Die dafür eigentlich zuständige Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hatte sich zuvor mit allen Mitteln gegen eine solche Maßnahme gewehrt, obwohl Madrid die höchste Ansteckungsrate in ganz Spanien aufwies.

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