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SPD-Chef will flexiblere Arbeitszeitmodelle

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ZDF-Sommerinterview - SPD-Chef will flexiblere Arbeitszeitmodelle

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Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans befürwortet Vorschläge zur Flexibilisierung von Arbeitszeiten. "Das unterstütze ich auf jeden Fall", sagt er im ZDF-Sommerinterview.

SPD-Chef Walter-Borjans spricht sich für flexiblere Arbeitszeitmodelle, neue Koalitionsoptionen und für Olaf Scholz aus. Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview in voller Länge.

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Die Corona-Krise hat vielfältige Veränderungen für die Arbeitswelt mit sich gebracht. Homeoffice ist für viele Menschen zum Regelfall geworden, Arbeitszeiten und -strukturen sind flexibler geworden. Die Linkspartei, allen voran Parteichefin Katja Kipping, will daran anknüpfen und plädiert für die Einführung einer 30-Stunden-Woche als Vollzeit für alle.

Walter-Borjans: Basis für Zusammenarbeit mit Linkspartei

Ein Vorschlag, den der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans durchaus für überlegenswert hält. "Ich glaube, dass wir in einer Zeit leben, in der wir, auch gerade nach Corona, wieder mal über Arbeitszeit nachdenken müssen. Es verschiebt sich eine Menge", sagt Walter-Borjans im ZDF-Sommerinterview.

Allerdings sei das "in erster Linie Sache der Tarifautonomie, der Tarifpartner", sich darüber Gedanken zu machen. So gäbe es bereits von der IG Metall Vorschläge für eine Vier-Tage-Woche, sagt der SPD-Chef. An entsprechenden Plänen mit großen Unternehmen werde gearbeitet. "Das unterstütze ich auf jeden Fall", so der SPD-Chef.

Da könne man sich mit der Linkspartei "sicher mal an den Tisch setzen" und darüber sprechen, wie man Flexibilität von Arbeitszeiten ermöglichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhalten könne, sagt Walter-Borjans. Am Ende müsse man allerdings schauen, ob "Finanzminister Scholz mitmachen will" und ein solcher Vorschlag auch finanzierbar sei, sagt er.

Die weiteren Termine der ZDF-Sommerinterviews

Politik müsse wieder "unterscheidbar" werden

In jedem Fall könnten solche Gespräche ein Schritt in Richtung Rot-Rot-Grün sein. Die Bereitschaft für ein solches Bündnis mit Grünen und Linken hatten die beiden SPD-Vorsitzenden Walter-Borjans und Saskia Esken bereits vergangene Woche signalisiert.

Auch im ZDF-Sommerinterview betont Walter-Borjans, die SPD brauche dringend neue Koalitionsoptionen. "Es ist Zeit, dass in Deutschland die Politik wieder unterscheidbar wird, dahingehend, dass die SPD nicht mit einer Großen Koalition, nicht mit CDU und CSU die Mehrheit sucht, sondern mit anderen." Dabei müsse man mit allen demokratischen Kräften im Bundestag sprechen, so der SPD-Chef.

Ich zähle die Linken ausdrücklich dazu. Ich zähle die AfD ausdrücklich nicht dazu.
Norbert Walter-Borjans, SPD-Chef

Verhaltene Kritik an Schröder und Gabriel

Ob in einem möglichen rot-rot-grünen Bündnis die SPD dann die stärkste Kraft sein wird, ist allerdings fraglich. Schaut man auf die Umfragen, liegen die Grünen noch deutlich vor der SPD.

Die Ursachen für den Bedeutungsverlust der SPD in den vergangenen Jahren ist vielschichtig. Zu der Frage, ob Engagements seiner Amtsvorgänger Gerhard Schröder im Gasgeschäft oder Sigmar Gabriel bei Tönnies der Partei ebenfalls schaden würden, reagiert Walter-Borjans mit verhaltener Kritik. "Ich würde es mir manchmal anders wünschen", betont er. Er orientiere sich eher an denjenigen, die das anders machen würden, wie etwa Franz Müntefering.

Wähler zurückgewinnen "ein dickeres Brett als gedacht"

Für die Zukunft sieht sich die Partei jetzt mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz gut aufgestellt. Er stehe in der Großen Koalition für eine solide, durchsetzungsfähige und soziale Regierungsarbeit, sagt Walter-Borjans. Olaf Scholz sei zudem ein Kandidat, der "nicht in Distanz zu seiner Partei" diese Kandidatur betreibe, "sondern wirklich als Teil dieser Partei". Deshalb würden Scholz, Walter-Borjans und die Co-Parteivorsitzende Saskia Esken gemeinsam als Team in den Bundestagswahlkampf im nächsten Jahr ziehen.

Die größte Aufgabe dabei sei es, potentielle Wähler "wieder für die SPD zu begeistern". Das "ist ein dickeres Brett, als ich vielleicht am Anfang gedacht habe", räumt Walter-Borjans im ZDF-Sommerinterview ein.

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