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Spitzenkandidaten im ZDF-Moma - Die Kernaussagen zum Wahlkampf-Abschluss

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Es ist der Endspurt im Wahlkampf: Im ZDF-Morgenmagazin konnten die Spitzenkandidaten der Parteien nochmal ihre Themen und Positionen vorstellen.

Wahlplakate in Berlin
Der Wahlkampf geht in die Endphase.
Quelle: dpa

Noch knapp 48 Stunden bis die Wahllokale öffnen: Zeit für einen letzten Eindruck der Kandidaten für noch unentschlossene Wähler. Im ZDF-Morgenmagazin vor der Wahl waren die Top-Vertreter der Parteien noch einmal im Interview. Das haben sie gesagt:

Janine Wissler, Die Linke

„Es muss Schluss sein mit der Politik der verlorenen Zeit“, sagt Janine Wissler, Spitzenkandidatin Die Linke, kurz vor der Bundestagswahl.

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Janine Wissler, Spitzenkandidatin der Linken, will bis zuletzt um jede Stimme kämpfen. Die Linke stehe für eine Regierung mit SPD und Grünen bereit, sofern ein Politikwechsel in Deutschland möglich sei. "Wir wollen vor allem Veränderungen", sagt Wissler. Die Linke wolle unter anderem einen höheren Mindestlohn und Schutzmaßnahmen gegen stark steigende Mieten durchsetzen. Angesprochen auf ein Bekenntnis zur Nato sagt sie, es gehe jetzt nicht um Bekenntnisse,

Uns ist klar, das eine Bundesregierung - auch wenn sie es wollte - die Nato nicht auflösen kann. Wir wollen aber das Zwei-Prozent-Ziel nicht.
Janine Wissler

Zu möglichen Steuererhöhungen sagte Wissler: "Die erste Million ist steuerfrei", Menschen mit sehr hohen Einkommen sollen aber sonst mehr besteuert werden.

Alice Weidel, AfD

"Ich glaube, dass wir mit 10, 11 Prozent sehr solide dastehen", sagt Alice Weidel, AfD-Spitzenkandidatin, kurz vor der Bundestagswahl.

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Die AfD steht - laut Spitzenkandidatin Alice Weidel - mit Werten von zehn bis elf Prozent in Umfragen solide da. Die Bundestagswahl am Sonntag sei nicht vergleichbar mit der vorherigen Wahl, auch weil es einen sehr hohen Briefwähleranteil geben werde, sagt Weidel im ZDF-Morgenmagazin. Bei den jüngsten Landtagswahlen habe die AfD als einzige größere Partei nicht von Briefwählerstimmen profitieren können. Weidel empfiehlt, am Sonntag ins Wahllokal zu gehen und dort den Stimmzettel in die Urne zu werfen: "Das ist ein viel verkürzterer Prozess und dementsprechend nicht so anfällig."

Angesprochen auf die Haltung der AfD, den Klimawandel nicht mit dem CO2-Ausstoß der Menschheit in Verbindung zu bringen, meint Weidel,

Den Zusammenhang, der geknüpft wird zwischen dem Klimawandel und der Flutkatastrophe, den gehen wir nicht mit.
Alice Weidel

Dort habe es schon seit dem 17. Jahrhundert immer wieder auch Überschwemmungen gegeben. Der "deutsche Sonderweg" beim Klimaschutz mache die deutsche Industrie kaputt.

Christian Lindner, FDP

"Selbst die stärkste Partei […] wird von über 70 Prozent der Menschen nicht gewählt worden sein", sagt Christian Lindner, FDP-Spitzenkandidat, kurz vor der Bundetagswahl.

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FDP-Chef Christian Lindner hofft auf ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP nach der Bundestagswahl am Sonntag. "Deshalb setze ich eher auf Jamaika, wenn es geht", sagt er im ZDF. Ziel seiner Partei sei es, den Rückstand zu den Grünen möglichst noch zu reduzieren. Die Koalitionsbildung nach der Wahl werde dieses Mal besonders spannend. "Es ist kein Wunschkonzert." Die FDP werde aber wohl Teile ihres Programms umsetzen können.

Linksruck ist ausgeschlossen, Steuererhöhungen sind ausgeschlossen, Aufweichen der Schuldenbremse, das ist auch ausgeschlossen. Das sind unsere Leitplanken für Koalitionsverhandlungen.
Christian Lindner

Außerdem will Lindner Staatsausgaben - etwa die Förderung beim Kauf von Elektroautos - kürzen. Mit AfD und Linken will die FDP auf keinen Fall zusammenarbeiten.

Olaf Scholz, SPD

"Das, was ich öffentlich sagte, ist das Programm der SPD", sagt Olaf Scholz, SPD-Spitzenkandidat, kurz vor der Bundestagswahl.

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SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sieht sich mit seinem Programm in der langen Tradition seiner Partei im Kampf für Gerechtigkeit.

Ein höherer Mindestlohn von zwölf Euro soll ein Kernprojekt der nächsten Bundesregierung werden. "Das muss im ersten Jahr entschieden werden, das muss so kommen", sagt Scholz. Außerdem gehe es darum, ein stabiles Rentenniveau und bezahlbare Mieten zu sichern.

Ich habe einen Plan für die Zukunft: Dass wir auch in 10, 20 Jahren noch ein erfolgreiches Industrieland sind und gleichzeitig den menschengemachten Klimawandel aufhalten.
Olaf Scholz

Armin Laschet, CDU

"Da war immer Reibung, aber am Ende hat man trotzdem zusammen gestanden", sagt Armin Laschet (CDU), Unions-Spitzenkandidat, kurz vor der Bundestagswahl.

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CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet wird viel gefragt zum holprigen Wahlkampf der Union. Er räumt eigene Patzer ein: "Es gab Fehler in diesem Wahlkampf". Ziel sei es für ihn, trotz des Rückstands in den Umfragen, weiterhin Platz eins zu erobern. "Wir wissen vielleicht am Wahlabend noch nicht, wie der künftige Kanzler aussieht", so Laschet. Die SPD könne aber auch versuchen, als Zweitplatzierte eine Regierung zu bilden. "Ich tue alles, dass wir eine bürgerlich geführte Regierung bekommen", so der CDU-Chef.

Wenn es rechnerisch möglich ist, gehe ich davon aus, dass wir ein rot-rot-grünes Bündnis bekommen und das wäre ein Schaden.
Armin Laschet

Am Ende müssten die Programme der Parteien übereinstimmen. Nun gehe es aber darum, die Wirtschaft zu stärken und Industriejobs trotz Klimaschutz zu erhalten. Dies sei ein mühevoller Weg.

Robert Habeck, Bündnis 90/ Die Grünen

Bei der letzten Jamaika-Koalition sei "das Wollen bei Union und Grünen größer gewesen als bei der FDP", sagt Robert Habeck, Parteivorsitzender B‘90/Grüne, vor der Bundestagswahl.

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Für die Grünen war Co-Chef Robert Habeck im Morgenmagazin. Es sei der Partei klar gewesen, dass die Umfagewerte von knapp 30 Prozent nach der Nominierung von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nicht dauerhaft bleiben würden, nun hoffe man auf einen guten Wert am Sonntag, um mit einer starken Position in Koalitionsverhandlungen gehen zu können. "Wir sind nicht da, das muss man einfach zugeben, wo wir hätten sein wollen", so Habeck. Wenn im Wahlkampf-Endspurt noch etwas hinzukomme, "dann passt das schon".

Verhandlungen über ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP müssen, laut Habeck, dieses Mal anders ablaufen. Vor vier Jahren sei dies ein "einziges Gewürge gewesen", sagt er. Die FDP habe damals nicht wirklich gewollt, die Union sei zerstritten gewesen, es habe immer wieder Querschüsse der CSU aus München gegeben. "So kann es nicht nochmal gehen."

Im Bezug auf die großen Themen der Zukunft, wie etwa den Klimawandel, erklärt er, die Politik müsse klarer für ihre Ziele eintreten, um sie - gemeinsam mit den Bürgern - umzusetzen:

Wenn Politik sich immer nur meldet und versucht, die eigene Hand nicht zu sehen, dann ist das das Ende der Verantwortung.
Robert Habeck
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