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Kosten fürs Pendeln - Sprit vs. ÖPNV: Wo die Preise stärker steigen

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Zuletzt haben viele Pendler über teuren Sprit geklagt. Aber langfristig sind die Preise im ÖPNV stärker gestiegen. Jetzt wird es vielerorts wieder teurer. So sieht's bei Ihnen aus.

Rollerfahrer, PKWs und Straßenbahn auf der Schönhauser Allee in Berlin-Prenzlauer Berg
Wer mit dem ÖPNV pendelt, musste seit 2010 größere Preisaufschläge hinnehmen als Autofahrer.
Quelle: imago

Weniger Auto, mehr Bus und Bahn: Um die Klimaziele zu erreichen, muss sich auch die Mobilität ändern. Soweit der politische Wille - doch die Preisentwicklung sieht anders aus. Seit 2010 sind die Fahrkarten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) deutlich teurer geworden als die Spritpreise an der Tankstelle:

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Nach Daten des Statischen Bundesamts veränderten sich die Preise zwischen November 2010 und November 2021 so:

  • Bahn - Nahverkehr: plus 35 Prozent
  • Verbundverkehr: plus 30 Prozent
  • Diesel: plus 27 Prozent
  • Superbenzin: plus 24 Prozent
  • Bahn - Fernverkehr: minus acht Prozent

Auch wenn man noch weiter zurückschaut, bestätigt sich der Trend: Pendler mussten bei Fahrkarten größere Preissteigerungen hinnehmen als an der Tankstelle.

"Die bisherigen überproportionalen Fahrpreissteigerungen im ÖPNV im Vergleich zum Pkw sind extrem kontraproduktiv. Um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen, müssen die Preise im zukünftig viel besser ausgebauten ÖPNV sozial gerecht und niedriger sein als in Relation zum Pkw", sagt Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, zu ZDFheute.

Wie sich die Spritpreise entwickeln

Während die Preise für Bus und Bahn meist Jahr für Jahr erhöht werden, schwankt der Spritpreis stärker. Besonders steil ging es im vergangenen Jahr nach oben: Superbenzin wurde zwischen November 2020 und November 2021 um mehr als 40 Prozent teurer, Diesel sogar um knapp 50 Prozent.

Das liegt auch an einer Umweltkomponente: Zum 1. Januar 2021 kamen knapp acht Cent CO2-Steuer pro Liter Kraftstoff dazu. Den größeren Einfluss hatten aber die Ölpreise: Die kletterten bis Mitte November, danach sanken sie wieder deutlich.

Der Spritpreis ist ein Aufreger - seit Jahrzehnten.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Zum 1. Januar 2022 steigt die CO2-Steuer nochmal etwas. Das macht nach ADAC-Berechnungen 1,4 bis 1,5 Cent pro Liter Benzin und Diesel aus. Viel zu wenig, fand kürzlich das Umweltbundesamt - mindestens das Doppelte sei nötig.

Bahnpreise zum Fahrplanwechsel gestiegen

Auch bei der Bahn ist es kürzlich teurer geworden: Die Preise stiegen zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember im Schnitt um 1,9 Prozent im Fern- und um 1,7 Prozent im Nahverkehr.

Die meisten ÖPNV-Pendler fahren mit den Bussen, S- und U-Bahnen von Verkehrsverbünden - und da gibt es deutliche Unterschiede. ZDFheute hat sich die Preisentwicklung in 14 Regionen angeschaut - in 12 davon wird es zwischen August 2021 und April 2022 teurer (klicken Sie auf die Kreise, um die Werte für Ihre Stadt zu sehen):

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Am stärksten fällt die Erhöhung im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg aus: plus 5,5 Prozent. Das betrifft allerdings nur das Umland - die Stadt Nürnberg sorgt mit einem Zuschuss dafür, dass die Ticketpreise dort zunächst stabil bleiben. Auch in und um Dresden (plus 4,7 Prozent) und in München (plus 3,7 Prozent) wird es deutlich teurer.

Berlin und Bremen verzichten dagegen auf eine Erhöhung. Die beiden Verkehrsverbünde wollen so Fahrgäste zurückholen, die sie in der Corona-Zeit verloren haben.

Wie kann der ÖPNV attraktiver werden?

Wie kann es gelingen, mehr Pendler für Busse und Bahnen zu gewinnen? Der VCD verweist auf das Beispiel Österreich. Dort hätten ein gut ausgebautes Angebot und 365-Euro-Tickets, also Jahreskarten zum Preis von einem Euro pro Tag, die ÖPNV-Nutzung in die Höhe getrieben. Zudem gebe es in Wien kaum noch kostenlose Parkplätze, die Einnahmen aus den Parkgebühren flössen in Busse und Bahnen.

In Deutschland decken die Ticket-Einnahmen laut VCD im Schnitt 39 Prozent der Kosten des öffentlichen Nahverkehrs - in der Stadt mehr, auf dem Land weniger.

Haarmann fordert daher einen "Nahverkehrsbeitrag des Bundes zu den ÖPNV-Betriebskosten" und "eine verursachergerechte Bepreisung des Autoverkehrs, die alle externen Kosten wie Klima- und Gesundheitsschäden, Unfallkosten und Platzbedarf enthält."

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