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Wie der Corona-Schock ein Startup ausbremst

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Jung-Unternehmer im Interview - Wie der Corona-Schock ein Startup ausbremst

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Sportvereine, Fitnessstudios, Kinderfreizeiten - alles zu: Wie der Corona-Schock seine Startup-Firma "lyfes" ausbremst. Jung-Unternehmer Felix Hammer im Interview.

Das Corona-Virus wird immer mehr zur Gefahr für die Wirtschaft. Läden sollen schließen, Unternehmen versuchen Homeoffice oder Kurzarbeit, flächendeckend drohen massive finanzielle Auswirkungen. Wie hilft der Staat, wo kommt was an - und wo nicht?

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15 min
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heute.de: Schauen wir kurz ein paar Wochen zurück: Wie und wo war Ihr Unternehmen da unterwegs?

Felix Hammer: Wir bieten seit zwei Jahren unter dem Namen "lyfes" krankenkassenzertifizierte Gesundheitskurse für Kinder an. Begonnen haben wir mit zertifizierten Feriencamps, mittlerweile sind wir an 25 Schulen in Rheinland-Pfalz und in Hessen im AG-Bereich tätig, wir bieten Feriencamps, Kinderbetreuung in Kooperation mit Vereinen.

Für große Unternehmen betreuen wir die Mitarbeiterkinder in den Ferien. Inzwischen haben wir sogar ein betriebseigenes Fitnessstudio in Wiesbaden bei der R+V Versicherung ...

heute.de: ... wo es aktuell vermutlich sehr ruhig ist?

Hammer: Klar, das ist bei uns so wie auch bei allen Schulen und Sportstätten. Vorübergehend geschlossen. Aber eben nicht nur das Studio.

In allen unseren Geschäftsbereichen ist gerade Zwangspause.
Felix Hammer

heute.de: Also wirklich gar nichts zu tun?

Hammer: Mein Geschäftspartner und ich sind gerade ziemlich damit beschäftigt, die bereits gebuchten Osterferiencamps Elternhaus für Elternhaus abzusagen - beziehungsweise den Eltern anzubieten, das auf spätere Schulferien zu verschieben. Das ist eine Menge Arbeit.

Aber für unsere inzwischen 16 Mitarbeiter gibt es aktuell tatsächlich nichts zu tun. Und leider kommen momentan auch zahlreiche Absagen für Gesundheitsveranstaltungen, die noch Monate entfernt liegen. Das stoppt jetzt natürlich den tollen Aufschwung, den wir die letzten zwei Jahre hatten.

Die Lufthansa streicht ihr Flugprogramm wegen der Coronakrise stark zusammen, rund 700 Flugzeuge bleiben am Boden. Wegen der europaweiten wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus hat die EZB ein Notprogramm beschlossen.

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1 min
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heute.de: Das klingt nach Super-GAU. Was für eine Perspektive sehen sie aktuell für Ihr Unternehmen?

Hammer: Für unsere Mitarbeiter haben wir jetzt erst einmal ab 16. März Kurzarbeit beantragt. Alle hier sind festangestellt - aber zum Glück nur in Teilzeit.

Uns war immer wichtig, dass das Team auch noch ein zweites Standbein hat. Das kommt uns jetzt etwas entgegen.

Wir haben sehr verständnisvolle Mitarbeiter, die uns die Anträge ohne Diskussion unterschrieben haben. Dadurch konnten wir die Anträge auch sehr schnell einreichen - zunächst einmal für drei Monate bis zum Juni.

heute.de: Und dann?

Hammer: Wir versuchen optimistisch zu bleiben. Im Juli ist in Hessen und Rheinland-Pfalz Ferienbeginn. Dann hoffen wir, dass wir unter bestimmten Bedingungen wieder Kurse durchführen können.

heute.de: Wäre das eine Gelegenheit, auch Online-Angebote im Gesundheitsbereich zu entwickeln?

Hammer: So etwas sieht man gerade ja vielerorts bei Fitnessstudios oder bei Gesundheitsdienstleistern. Natürlich arbeiten wir auch an solchen Angeboten. Gesundheitstage, Kurse mit Kindern oder Feriencamps - das lebt bei uns aber eigentlich vom persönlichen Kontakt. Die kommenden drei Monate können wir jetzt schon irgendwie überbrücken, wenn dann auch die Kurzarbeit komplett durchgeht. Aber danach würde es wirklich schwierig mit unseren 16 Angestellten.

heute.de: Was ist eigentlich mit den Kindern, die sie sonst fit machen. Liegen die jetzt alle auf der Couch und zocken?

Hammer: Das kann ich mir gut vorstellen. Natürlich haben wir jetzt auch dazu aufgerufen, einfach mal Pause zu machen und zu Hause zu bleiben. Aber auf Dauer kann das keine Lösung sein – man kann Kinder jetzt nicht ein oder zwei Jahre einsperren. Aktuell ist das für viele Eltern sicher eine große Herausforderung, die Kinder irgendwie zur Bewegung zu bringen. Aber da muss man dann auch ein wenig Vorbild sein. Wenn man selbst den ganzen Tag im Homeoffice vorm Computer sitzt, dann macht der Nachwuchs das sicherlich nach.

Das Interview führte Christian Thomann-Busse.

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Ärzte und Krankenschwestern am 22.04.2020 in einem Krankenhaus in Barcelona

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