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Terrorismus-Experte Steinberg - "Europas Grenzsicherung funktioniert nicht"

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Paris, Nizza, Wien: Die EU will islamistischen Terror stärker bekämpfen. Im Fokus: der Schutz der Außengrenzen. Darin sieht Experte Guido Steinberg die größte Herausforderung.

Islamwissenschaftler und Terrorismus-Experte Guido Steinberg analysiert die Ursachen von Terrorismus in Europa und ordnet die Ergebnisse der Pressekonferenz der EU-Beratungen ein.

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Deutschland, Frankreich und Österreich wollen entschiedener gegen den islamistischen Terror vorgehen. Es gehe vor allem "um den Schutz der Außengrenze" der Europäischen Union, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Videokonferenz mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz und anderen EU-Vertretern. Bürger im Schengen-Raum müssten sich dagegen "nicht auf mehr Kontrollen einstellen".

Steinberg: Sicherung der Außengrenze größte Aufgabe

Auch Guido Steinberg, Islamwissenschaftler und Terrorismus-Experte, sieht in der Sicherung der Außengrenzen die größte Aufgabe im Kampf gegen islamistischen Terror in Europa. Im ZDF-Interview sagt Steinberg, das Problem sei seit Jahren bekannt. "Es stimmt doch optimistisch, dass Herr Macron und Herr Kurz das Thema so konkret angesprochen haben."

Kanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Macron und Österreichischs Kanzler Kurz sprechen über Maßnahmen, um den Terrorismus in Europa gemeinsam zu bekämpfen.

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16 min
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Eine intensivere Zusammenarbeit der europäischen Sicherheitsbehörden sei das nächste Problem bei der Terrorismusbekämpfung. "Das Problem ist, dass die rechtlichen Grundlagen in Europa nicht übereinstimmen", sagt Steinberg. Frankreich mache bei der Terrorismusbekämpfung alles möglich, die beiden anderen Länder (Deutschland und Österreich) seien trotz der Bedrohungen der vergangenen Jahre sehr liberal geblieben, so Steinberg.

Frankreich und Deutschland sind da [bei der Terrorismusbekämpfung] kaum kompatibel.
Terrorismus-Experte Guido Steinberg

Gefahr durch Dschihadisten, die aus Haft entlassen werden

Die dritte Herausforderung sieht Steinberg in den ehemaligen Dschihadisten, die in europäischen Gefängnissen sitzen: "Das große Problem wird in den nächsten Jahren sein, das Hunderte, vielleicht sogar Tausende ehemalige Dschihadisten freikommen und dass dann die große Kunst ist, herauszufinden, wer von denen vielleicht noch gefährlich ist."

In Dresden hatte am 4. Oktober ein als Gefährder eingestufter Syrer mit einem Messer einen Mann tödlich und einen weiteren Mann schwer verletzt. In Paris wurde ebenfalls im Oktober ein Lehrer von einem mutmaßlichen Islamisten enthauptet, in Nizza drei Menschen von einem weiteren Gewalttäter in einer Kirche getötet. In Wien erschoss vor einer Woche ein Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat vier Menschen und verletzte mehr als 20 weitere. Nach den Terrortaten wurde der Ruf nach engerer Zusammenarbeit in Europa wieder laut.

Nach den Anschlägen von Dresden, Paris, Nizza oder Wien zeigt sich: der islamistische Terror ist zurück in Europa. Doch eigentlich sei er nie weg gewesen, sagt Herbert Reul (CDU).

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3 min
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Das ganze Interview mit Guido Steinberg sehen Sie oben im Video.

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