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Überfall auf die Sowjetunion : Steinmeier: Entfesselung von Hass und Gewalt

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Bundespräsident Steinmeier hat zum Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion eine gemeinsame Erinnerungskultur angemahnt. Sie sei für wichtig für Europas Zukunft.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner zentralen Gedenkrede anlässlich des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion vor 80 Jahren die Verantwortung Deutschlands für entfesselten Hass, "Antisemitismus und Antibolschewismus, von Rassenwahn gegen die slawischen und asiatischen Völker der Sowjetunion" betont.

Vom ersten Tage an war der deutsche Feldzug getrieben von Hass.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmier

Daran müsse erinnert werden, so Steinmeier weiter, auch, wenn es uns schwerfalle: "Die Erinnerung an dieses Inferno, an absolute Feindschaft und die Entmenschlichung des Anderen - diese Erinnerung bleibt uns Deutschen eine Verpflichtung."

"Fall Barbarossa" - unter diesem Tarnnamen plante Hitler den "Vernichtungskrieg" gegen die Sowjetunion, der im Juni 1941 begann. Zeitzeugen berichten über den Feldzug.

Beitragslänge:
43 min
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Steinmeier: Erinnerungskultur stärken

Steinmeier erinnerte an die insgesamt 27 Millionen Opfer, die der deutsche Krieg gegen die Sowjetunion gefordert hat: "Niemand hatte in diesem Krieg mehr Opfer zu beklagen als die Völker der damaligen Sowjetunion. Und doch sind diese Millionen nicht so tief in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt, wie ihr Leid, und unsere Verantwortung, es fordern."

Der Bundespräsident machte dafür allerdings auch die lange Phase des Kalten Kriegs mitverantwortlich, der eine Folge des von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkriegs war.

Der Krieg und sein Erbe haben auch unsere Erinnerung geteilt. Und diese Teilung ist auch drei Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht überwunden. Sie bleibt eine Last für die Zukunft.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmier

Es sei die Aufgabe der aktuellen und der folgenden Generationen, dies zu ändern und "vor allem aber für eine friedliche Zukunft kommender Generationen auf diesem Kontinent".

Appell an beide Seiten

Der Bundespräsident drückte deutlich seine Sorge aus, dass der Mangel an Erinnerung die aktuelle politische Situation weiter belasten könnte. Er befürchte, "dass die leidvolle Geschichte, an die wir heute erinnern, selbst mehr und mehr zur Quelle von Entfremdung wird. Wenn der Blick zurück auf eine einzige, nationale Perspektive verengt wird, wenn Austausch über unterschiedliche Perspektiven der Erinnerung zum Erliegen kommt oder verweigert wird, dann wird Geschichtsschreibung zum Instrument neuer Konflikte, zum Gegenstand neuer Ressentiments."

Deswegen sei es wichtig, eine gemeinsame Erinnerungskultur zu pflegen. Dies verband Steinmeier mit einem Appell:

"Lassen Sie, lassen wir nicht zu, dass wir einander von neuem als Feinde begegnen; dass wir den Menschen im Anderen nicht mehr erkennen. Lassen wir nicht zu, dass die das letzte Wort haben, die der nationalen Überheblichkeit, der Verachtung, der Feindschaft, der Entfremdung das Wort reden. Die Erinnerung soll uns einander näherbringen. Sie darf uns nicht von Neuem entzweien."

Die Zukunft - eine bessere Zukunft - liegt in unseren Händen.
Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident sieht Deutschland in der Verantwortung

Daher, so Steinmeier, sei es wichtig zu erkennen, "wie kostbar die Versöhnung ist, die über den Gräbern (der Kriegsopfer, die Red.) gewachsen war."

Aus dem "Geschenk der Versöhnung" erwachse für Deutschland große Verantwortung: "Wir wollen und wir müssen alles tun, um Völkerrecht und territoriale Integrität auf diesem Kontinent zu schützen, und für den Frieden mit und zwischen den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu arbeiten."

Erinnerung an Vergangenes heile zwar nicht "die Wunden, die in der Gegenwart geschlagen werden", aber die Gegenwart tilge auch nicht die Vergangenheit. "So oder so lebt Vergangenes in uns fort: entweder als verdrängte Geschichte, oder als eine Geschichte, die wir annehmen. Zu lange haben wir Deutsche das mit Blick auf die Verbrechen im Osten unseres Kontinents nicht getan." Es sei an der Zeit, dies nachzuholen, mahnte Steinmeier.

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