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Feuersturm auf Dresden - Steinmeier: "Hass und Hetze zurückweisen"

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Dresden gedenkt der Bombennächte 1945 - und Bundespräsident Steinmeier verknüpft das Erinnern mit dem Aufruf zum Kampf für Demokratie: "Die Gefahren sind bis heute nicht gebannt."

Dresden erinnert an die alliierten Bombenangriffe vom Februar 1945: Tausende starben, die Stadt lag in Trümmern. Hier die Gedenkrede von Frank-Walter-Steinmeier in voller Länge.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Gedenken an die Zerstörung Dresdens vor 75 Jahren mit einem Appell zur Verteidigung der Demokratie verknüpft. Die Bombardierung Dresdens erinnere an die Zerstörung des Rechtsstaates und der Demokratie in der Weimarer Republik, an nationalistische Selbstüberhebung und Menschenverachtung, an Antisemitismus und Rassenwahn, sagte er am Donnerstag auf einer Gedenkveranstaltung im Dresdner Kulturpalast: "Und ich befürchte, diese Gefahren sind bis heute nicht gebannt."

"Sehnsucht nach Abschottung nimmt zu"

In manchen Ländern nehme die Sehnsucht nach Abschottung und die Faszination für autoritäre Politik zu, betonte Steinmeier. Mitten in Europa würden die Freiheit der Presse, der Kunst und Wissenschaft eingeschränkt. "Wir erleben, wie auch in unserem Land Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit das öffentliche Leben wieder zu vergiften beginnen, wie Rechtsstaat und demokratische Institutionen verächtlich gemacht und ihre Repräsentanten beleidigt und angegriffen werden."

Es reiche nicht, wenn Demokraten erschauerten und sich angewidert abwendeten, so Steinmeier: "Nichts davon darf in unserem Land unwidersprochen bleiben." Er fügte hinzu:

Wir alle müssen Hass und Hetze zurückweisen, Beleidigungen widersprechen, Vorurteilen entgegentreten. Wir alle müssen...Diskussionen mit Vernunft und Anstand führen und die Institutionen unserer Demokratie schützen.
Bundespräsident Steinmeier

Bei Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber war Dresdens Innenstadt am 13. Februar 1945 und den beiden Tagen danach zerstört worden. Bis zu 25.000 Menschen verloren ihr Leben. Rechtsextreme missbrauchen den Tag regelmäßig für ihre Zwecke, bezeichnen die Angriffe als alliiertes Kriegsverbrechen und relativieren so die Schuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg.

Steinmeier warnte vor Geschichtsrevisionismus:

Es waren Deutsche, die diesen grausamen Krieg begonnen haben, und es waren schließlich Millionen Deutsche, die ihn führten - nicht alle, aber doch viele aus Überzeugung.
Bundespräsident Steinmeier

Die Nationalsozialisten und ihre willigen Vollstrecker hätten den Massenmord an den Juden Europas ins Werk gesetzt: "Und es war das Nazi-Regime, das das Morden auch dann nicht einstellte, als es den Krieg längst verloren wusste. Wir vergessen die deutsche Schuld nicht. Und wir stehen zu der Verantwortung, die bleibt."

Es geht nicht um Aufrechnung

"Wenn wir heute der Opfer in deutschen Städten gedenken, dann geht es uns nicht um Anklage, nicht um Vorwürfe und schon gar nicht um Aufrechnung", sagte Steinmeier. Viel zu oft und viel zu lange sei die Geschichte der Luftangriffe auf Dresden ideologisch zugerichtet und politisch vereinnahmt worden. "Wenn wir heute an die Geschichte des Bombenkrieges in unserem Land erinnern, dann erinnern wir an beides: an das Leid der Menschen in deutschen Städten und an das Leid, das Deutsche anderen zugefügt haben. Wir vergessen nicht."

Unvergessen bleibe auch, dass viele Briten nach der deutschen Einheit mit ihren Spenden zum Wiederaufbau der Frauenkirche beigetragen hätten. "Der Weg der Versöhnung hat uns in ein geeintes Europa geführt. Dieses Europa ist die Lehre aus Jahrhunderten von Krieg und Verwüstung, von Hass und Gewalt. Es ist entstanden aus dem Geist des Widerstands gegen Rassenwahn und Totalitarismus, aus dem Geist der Freiheit, der Demokratie und des Rechts."

Gegen Spaltung, Gewalt, Ausgrenzung

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rief dazu auf, für ein friedliches Zusammenleben und gegen Spaltung, Gewalt und Ausgrenzung einzustehen. "Wir alle tragen Verantwortung für unsere Demokratie und ein friedliches Miteinander", betonte er. Wie Steinmeier wandte sich Kretschmer zugleich gegen "jegliche Versuche, den Tag des Gedenkens und die Trauer um die Toten für ideologische Zwecke zu missbrauchen".

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