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Fast 20 Milliarden weniger Steuereinnahmen

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Prognose zur Corona-Krise - Fast 20 Milliarden weniger Steuereinnahmen

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Wegen Corona müssen Bund, Länder und Kommunen 2021 mit fast 19,6 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen als gedacht.

Die Coronakrise reißt ein tiefes Loch in den Staatshaushalt. Laut der Steuerschätzung des Finanzministeriums drohen auch im nächsten Jahr neue Schulden.

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Die Erholung nach der Corona-Krise kommt zögerlicher als gedacht. Bund, Länder und Kommunen müssen im kommenden Jahr wohl noch einmal mit 19,6 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen, als im Mai erwartet.

Die Steuerschätzer rechnen damit, dass erst 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist, wie das Finanzministerium am Donnerstag in Berlin bekanntgab. "Die Mindereinnahmen bewegen sich im erwarteten Rahmen", erklärte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). "Die Pandemie ist leider noch nicht vorbei, wirtschaftlich könnte das Schlimmste aber erstmal hinter uns liegen."

Scholz: Im kommenden Jahr neue Schulden nötig

Die Steuerschätzung ist eine wichtige Grundlage für den Bundeshaushalt für das kommende Jahr, den Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am 23. September dem Kabinett vorlegen will. Der Vizekanzler geht davon aus, dass auch 2021 noch einmal neue Schulden nötig sind.

Eric Schweitzer. Archivbild

Vor Prognose der Steuerschätzer -
Wirtschaft warnt vor Steuererhöhungen
 

Wie groß ist das Loch, das die Corona-Krise in die Staatshaushalte reißt? Diese Frage beantworten heute die Steuerschätzer. Die Wirtschaft fürchtet weitere Belastungen.

Dass die Corona-Krise mit milliardenschweren Hilfspaketen in diesem Jahr riesige Löcher in die Staatskassen reißen würde, war bereits klar. Im ersten Halbjahr gaben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge 51,6 Milliarden Euro mehr aus, als sie einnahmen.

Steuereinnahmen zum ersten Mal seit elf Jahren gesunken

Zugleich sinken erstmals seit der Finanzkrise 2009 die Steuereinnahmen. Inzwischen gehen die Schätzer davon aus, dass 2020 rund 81,6 Milliarden Euro weniger Steuern reinkommen werden als im vergangenen Jahr - ein Minus von mehr als zehn Prozent. Damit bestätigen sie in etwa ihre Prognose vom Mai, als sie mit einem Minus von 81,5 Milliarden rechneten.

Finanzminister Scholz rechnet mit weiteren Steuerausfällen in Milliardenhöhe. Die sogenannte Steuerschätzung ergibt ein durchwachsenes Bild. Frank Bethmann über Licht und Schatten.

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Zur Finanzierung der Hilfspakete - etwa Mehrwertsteuersenkung, Familienbonus und Unterstützung für stark getroffene Unternehmen - will der Bund in diesem Jahr bis zu 217,8 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Das ist fast fünfmal so viel wie im bisherigen Rekordschuldenjahr 2010 in der Finanzkrise. Der Großteil der Kredite ab 2023 muss innerhalb von 20 Jahren wieder getilgt werden.

Konjunkturprognose ist Grundlage für Schätzung

Eine wesentliche Grundlage für die Steuerschätzung ist die Konjunkturprognose der Bundesregierung. Sie geht weiterhin davon aus, dass Deutschland in der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte steckt. Es deutet sich zwar an, dass es wirtschaftlich wieder aufwärts geht - aber auch, dass die Erholung länger dauern könnte, als man zunächst dachte.

Die Kurzarbeitergeld-Verlängerung könnte zehn Milliarden Euro zusätzlich kosten, so Finanzminister Scholz. Im ZDF verteidigte er die Maßnahme: 2008/2009 habe sie auch geholfen.

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Die Wirtschaftsleistung dürfte in diesem Jahr um 5,8 Prozent abstürzen. Das lässt nicht nur Gewerbe- und Umsatzsteuer einbrechen, sondern wegen der drastischen Kurzarbeit auch die Einkommensteuer.Für 2021 erwartet Wirtschaftsminister Peter Altmaier inzwischen nur noch ein Wachstum von 4,4 Prozent - statt der bisherigen 5,2 Prozent.

Als einen Grund nannte er die schwierige Lage der Weltwirtschaft, auch angesichts der hohen Infektionszahlen etwa in den USA. Der Arbeitskreis Steuerschätzung kommt eigentlich zweimal im Jahr zusammen, im Frühjahr und Herbst. Weil die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Frühjahr allerdings noch schlecht abzuschätzen waren, wurde eine außerordentliche Sitzung eingeschoben.

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