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Knapper Vorsprung : Lula ist neuer Präsident in Brasilien

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In der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat sich Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva gegen Amtsinhaber Jair Bolsonaro durchgesetzt.

Luiz Inacio Lula da Silva und Jair Bolsonaro am 16.10.2022 in Sao Paulo
Luiz Inacio Lula da Silva und Jair Bolsonaro
Quelle: picture alliance / AA

Der linke Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat die Präsidentenwahl in Brasilien gewonnen. Lula kam in der Stichwahl auf 50,83 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt in Brasília am Sonntag (Ortszeit) bekanntgab. Der rechte Amtsinhaber Jair Bolsonaro erhielt demnach 49,17 Prozent.

Der Wahlkampf war über Monate hinweg von schweren gegenseitigen Beschuldigungen und im Internet verbreiteten Falschinformationen geprägt. Bis zuletzt kämpften beide Kandidaten um jede Stimme.

Präsident Bolsonaro streute immer wieder Zweifel am Wahlsystem und deutete an, das Ergebnis möglicherweise nicht anzuerkennen. Einige seiner Anhänger forderten unverhohlen einen Militärputsch.

In Brasilien entscheidet sich heute, wer die Präsidentschaftswahl gewinnt: Bleibt Präsident Bolsonaro im Amt oder gewinnt Herausforderer Lula da Silva die Stichwahl?

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Brasilien spielt Hauptrolle gegen den Klimawandel

Die Wahl hat über Brasiliens Grenzen hinaus erhebliche Bedeutung. Als riesiger Kohlenstoffspeicher spielt das Amazonasgebiet im Kampf gegen den weltweiten Klimawandel eine wichtige Rolle.

Angesichts der angespannten Lage auf dem Energie- und Lebensmittelmarkt wegen des Ukraine-Kriegs ist Brasilien mit seinen enormen natürlichen Ressourcen auch ein wichtiger Handelspartner.

Im brasilianischen Amazonas-Regenwald brennt es. Ein nationales Forschungsinstitut geht im Schnitt von 1400 Feuern täglich im September aus. Auslöser sind meist Brandrodungen.

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Bolsonaro und Lula geben sich siegessicher

"Die Erwartung ist ein Sieg, zum Wohle Brasiliens", sagte Bolsonaro, nachdem er in Rio de Janeiro seine Stimme abgegeben hatte. Der Ex-Militär trug ein gelbes T-Shirt mit der Aufschrift "Brasil" und zeigte das Victory-Zeichen.

So Gott will, werden wir heute siegreich sein. Oder besser gesagt: Brasilien wird heute siegreich sein.
Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien

Lula küsste bei der Stimmabgabe seinen Wahlzettel.

Bei dieser Wahl geht es um die Entscheidung zwischen Demokratie und Barbarei, Demokratie oder Faschismus.
Luiz Inácio Lula da Silva, Präsidentschaftskandidat

Neben dem Präsidenten wurden am Sonntag auch Gouverneure in einem Dutzend Bundesstaaten gewählt - etwa im bevölkerungsreichsten und wirtschaftsstärksten Bundesstaat São Paulo.

In der ersten Runde hatten Gefolgsleute Bolsonaros bereits eine Reihe wichtiger Gouverneursposten erobert. Seine Liberale Partei (PL) stellt künftig auch die stärkste Fraktion im Kongress, vor Lulas Arbeiterpartei (PT).

PL-Abgeordnete sorgte für Eklat

Für Aufsehen sorgte am Samstag die PL-Abgeordnete Carla Zambelli, die in São Paulo nach einem Streit einen Mann mit vorgehaltener Waffe verfolgte. Um Gewalttaten zu verhindern, untersagte das Oberste Wahlgericht Zivilisten in den Tagen rund um die Stichwahl das Tragen von Waffen.

Brasilianische Medien zitierten Zambelli am Sonntag nach dem Verlassen einer Polizeistation mit den Worten: "Ich werde bewaffnet wählen, auch mit einer kugelsicheren Weste. Ich werde bewaffnet und vorbereitet sein."

Brasilien ist wirtschaftlich und politisch so gespalten wie nie. Die Präsidentschaftswahl am 2. Oktober 2022 gilt deshalb als eine Richtungswahl – eine Duell um die Zukunft des Landes.

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Das Land ist tief gespalten

Das Land ist politisch zerstritten, was sich bei der Befragung von Wählern auch am Sonntag zeigte. "Ich hoffe, dass Lula gewinnt, ich ertrage Bolsonaro nicht mehr", sagte Christiane Machado, nachdem sie im Viertel Copacabana in Rio de Janeiro ihre Stimme abgegeben hatte.

Das Erbe der PT ist zweischneidig. Es gab soziale Fortschritte, aber auch Korruptionsskandale. Man kann jedoch nicht fast 700.000 Corona-Tote ignorieren - darunter meine Eltern. Wenn Bolsonaro rechtzeitig Impfstoffe gekauft hätte, könnten sie noch am Leben sein.
Christiane Machado, Wählerin

Dagegen stimmte Renata Proença für den amtierenden Präsidenten, um eine Rückkehr Lulas an die Macht zu verhindern. "Ich habe nie in meinem Leben der Linken, der Arbeiterpartei PT oder Lula meine Stimme gegeben", sagte sie. "An Bolsonaro gefällt mir, dass ich weiß, was von ihm zu erwarten ist - auch, wenn seine Äußerungen unerträglich sind."

Stichwahl in Brasilien - Lula oder Bolsonaro: Hat einer Lösungen? 

In der Stichwahl können die Brasilianer für den amtierenden Präsidenten Jair Bolsonaro oder Ex-Regierungschef Lula da Silva stimmen. Das Land tut sich mit beiden Kandidaten schwer.

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von Christoph Röckerath
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