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Verdi will Warnstreiks deutlich ausweiten

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Öffentlicher Dienst - Verdi will Warnstreiks deutlich ausweiten

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Nach einem eher zögerlichen ersten Streiktag kündigt Verdi-Chef Werneke eine deutliche Ausdehnung der Arbeitsniederlegungen an. Vor allem Kliniken werden demnach betroffen sein.

Mitarbeiter tragen bei einem Warnstreik im Öffentlichen Dienst in Duisburg Westen, auf denen «Wir sind es wert» steht, aufgenommen am 22.09.2020
Verdi will die Beschäftigten in der gesamten Breite des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu Streiks aufrufen.
Quelle: dpa

Nach dem Beginn der Warnstreiks im öffentlichen Dienst müssen sich die Menschen auf Ausstände in noch weit größerem Umfang einstellen. "Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen die Beschäftigten in der gesamten Breite des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu Warnstreiks aufrufen", sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Bereits für diesen Mittwoch sind weitere Ausstände in mehreren Bundesländern geplant.

In dieser Tarifauseinandersetzung ist Energie.
Verdi-Chef Frank Werneke

Ein Streik-Schwerpunkt soll bei Krankenhäusern liegen

Eine bedeutende Rolle werden laut Werneke die Kliniken spielen. "In den Krankenhäusern dampft und brodelt es", sagte der Verdi-Chef. Hier gebe es eine große Erwartungshaltung, dass die laufenden Tarifverhandlungen für mehr als zwei Millionen Beschäftigte von Bund und Kommunen ein deutliches Einkommensplus bringen. Auch in Kitas, Pflegeheimen und allen weiteren Bereichen dürfte der Unmut der Beschäftigten laut Werneke verstärkt zu spüren sein.

Bundesweit habe es zum Auftakt einen "eher flachen Einstieg" in die Warnstreiks gegeben, sagte Werneke. "Hier war es mal ein Betriebshof, dort mal eine Stadtverwaltung, auch einmal ein kleineres Krankenhaus."

Die gewerkschaftlichen Streiks in den nächsten Tagen hätten ihren "Schwerpunkt im Bereich der Krankenhäuser", so Frank Werneke, Vorsitzender der Gewerkschaft Verdi.

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Neue Erfahrung: Streiken unter Corona-Bedingungen

"Wir müssen uns herantasten, da es mit Warnstreiks unter Corona-Bedingungen kaum Erfahrungswerte gibt", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. Bei der Tarifauseinandersetzung bei der Post hätten sich allerdings insgesamt bereits 25.000 von 140.000 Mitarbeitern an entsprechenden Aktionen beteiligt. Werneke versicherte, dass Hygieneregeln auch weiterhin stets eingehalten werden sollten. "Wir werden das sehr sorgsam machen." Auch damit nehme Verdi gesellschaftliche Verantwortung wahr.

Ich empfinde Streiks nicht als Ritual.
Frank Werneke

Werneke wandte sich gegen die Vorstellung, Streiks gehörten zu Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst als Ritual dazu. In der Corona-Situation seien sie noch weniger selbstverständlich. "Bei den Beschäftigten gibt es eine richtige Wut über das Verhalten der Arbeitgeber." Diese hätten kein Angebot vorgelegt - und argumentierten, die Beschäftigten sollten froh sein, dass sie in Krisenzeiten nicht gekündigt würden. "Das kommt extrem schlecht an", sagte Werneke.

Kitas, Krankenhäuser, Stadtreinigung-mit Warnstreiks wollen die Gewerkschaften ihren Tarifforderungen mehr Nachdruck verleihen. "Klatschen allein reicht nicht" argumentieren systemrelevante Pfleger oder Erzieherinnen. Es geht um Milliarden.

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Streiktag für ÖPNV angekündigt

Für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kündigte Werneke bundesweite Warnstreik-Aktionen zunächst für einen Tag an. "Wir sind auch hier streikfähig", sagte er. Im ÖPNV bestehen regionale Tarifverträge, die aber gekündigt wurden, so dass auch hier Warnstreiks möglich sind.

Am Wochenende hatten sich die kommunalen Arbeitgeber nach Angaben von Verdi gegen die Verhandlung eines bundesweiten Rahmentarifvertrags für die ÖPNV-Beschäftigten ausgesprochen. An diesem Freitag will die Gewerkschaft über das weitere Vorgehen informieren.

Öffentlicher Dienst -
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