30 Prozent E-Werke zerstört: Mehr als 1.100 Orte ohne Strom

    30 Prozent der E-Werke zerstört:Ukraine: Mehr als 1.100 Orte ohne Strom

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    Russland nimmt gezielt die Strom-Infrastruktur der Ukraine unter Beschuss. Daher sei "die Lage im ganzen Land kritisch" meldet der Präsidentenpalast. 1.162 Orte seien ohne Strom.

    Nach zahlreichen russischen Angriffen auf die Strom-Infrastruktur der Ukraine befindet sich das Land nach eigenen Angaben in einer bedenklichen Lage. "Die Lage ist jetzt im ganzen Land kritisch", hieß es aus dem Präsidialamt in Kiew.
    Die staatlichen Notfalldiensten meldeten mehr als 1.100 Orte ohne Strom. Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamts warnte im ukrainischen Fernsehen, dass die ganze Ukraine sich nun auf Ausfälle der Strom- und Wasserversorgung sowie von Heizungen vorbereiten müsse.

    Selenskyj: 1.162 Orte ohne Strom

    Präsident Selenskyj schrieb auf Twitter: "Seit dem 10. Oktober wurden 30 Prozent der ukrainischen Elektrizitätswerke zerstört, was zu massiven Stromausfällen im ganzen Land geführt hat." Dies sei "eine weitere Art russischer Terror-Angriffe".

    Mehrere Tage ohne Strom
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    In der Energiekrise wächst die Angst vor großflächigen Stromausfällen. Obwohl unwahrscheinlich, kann man sich schon mit wenig Aufwand gut vorbereiten. Was in jeden Haushalt gehört.
    Nordrhein-Westfalen, Hannover: Ein Paar sitzt während eines Stromausfalls bei Kerzenschein in einer Wohnung in Hannover. Archivbild
    FAQ
    Es gebe "keinen Raum mehr für Verhandlungen" mit dem "Regime" von Russlands Präsident Wladimir Putin. "Im Moment sind 1.162 Orte von der Stromversorgung abgeschnitten", erklärten die staatlichen Notfalldienste.

    Mehr als 70 Tote durch russische Angriffe

    Zwischenzeitlich seien wegen der Angriffe seit dem 7. Oktober bis zu 4.000 Orte ohne Strom gewesen. Bei den Angriffen seien mehr als 70 Menschen getötet und rund 240 weitere verletzt worden. Auch in Teilen der Hauptstadt Kiew gab es am Dienstag Unterbrechungen der Strom- und Wasserversorgung, wie der örtliche Stromversorger DTEK mitteilte.
    "Ohne moderne Luftabwehr", welche die Ukrainer seit März forderten, "wird man hier keinen Schutz bekommen", so ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh nach den russischen Drohnen-Angriffen in Kiew.18.10.2022 | 2:54 min
    Das russische Verteidigungsministerium sprach von Angriffen mit hochpräzisen Langstreckenwaffen auf die Armee und Energie-Infrastruktur der Ukraine. Alle Ziele seien getroffen worden.

    Außenminister Kuleba empfiehlt Abbruch der Beziehungen zu Iran

    Bei den Angriffen setzte die russische Armee nach ukrainischen Angaben Kamikaze-Drohnen aus dem Iran ein. Außenminister Dmytro Kuleba schrieb auf Facebook, dass er Präsident Selenskyj vorgeschlagen habe, die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abzubrechen.
    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte auf Nachfrage eines Journalisten, ihm lägen "keine Informationen" über den Einsatz iranischer Drohnen in der Ukraine durch die russische Armee vor. Zuvor hatte das US-Außenministerium mit Sanktionen gegen Unternehmen und Länder gedroht, die in das iranische Drohnenprogramm involviert sind.

    Russische Armee meldet Eroberung in Region Charkiw

    Am Dienstag verübte die russische Armee auch auf Charkiw im Nordosten und Mykolajiw im Süden Angriffe. In der Region Charkiw eroberte sie nach eigenen Angaben die Ortschaft Gorobiwka unweit der russischen Grenze zurück. Es wäre die erste Eroberung einer Ortschaft, seitdem die ukrainische Armee im September eine erfolgreiche Gegenoffensive in dem Gebiet geführt hatte.
    Zur Stärkung seiner Armee hatte Putin am 21. September eine Teilmobilmachung von hunderttausenden Reservisten angeordnet. Aus dem Kreml hieß es dazu nun, die Teilmobilmachung sei noch nicht beendet, in einigen Regionen des Landes aber bereits abgeschlossen.



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    Quelle: AFP

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