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Einmal bitte blechen für Kippe, Kaffee und Co

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Schulze geht an die Hersteller - Einmal bitte blechen für Kippe, Kaffee und Co

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Kippenstummel, Kaffeebecher, Plastikmüll: Überall liegt etwas herum. Und wer bezahlt dafür? Alle. Das soll sich nun ändern, Ministerin Schulze nimmt die Hersteller in die Pflicht.

Die Entsorgung von Plastikmüll kostet die Kommunen jährlich rund 700 Millionen Euro. Umweltministerin Schulze fordert nun die Hersteller auf, sich an der Entsorgung zu beteiligen.

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Ein achtlos weg geworfener Zigarettenstummel, ein Kaffeebecher neben dem Mülleimer, eine Plastiktüte im Gebüsch: Die Entsorgung von Plastik- und Verpackungsmüll aus Umwelt und Abfalleimern kostet Stadtreinigungsunternehmen jährlich Millionenbeträge. Allein für Einwegkunststoffe und Zigarettenreste sind es 700 Millionen Euro, wie eine Studie des Bundesumweltministeriums und des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) berechnet.

Studie als Grundlage für EU-Kunststoff-Richtlinie

Geht es nach Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) soll künftig auch die Wirtschaft hierfür blechen müssen:

Ich möchte die Bürgerinnen und Bürger entlasten und die Einwegplastikhersteller stärker zur Kasse bitten. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit.

Wie viel Produzenten genau zahlen sollten und wie das Geld eingesammelt werden solle, könne sie im Detail noch nicht sagen, so Schulze bei der Vorstellung der Studie. Die Studie sei eine erste Grundlage, um ins Gespräch zu kommen und die ab nächstem Juli geltende EU-Kunststoff-Richtlinie vorzubereiten. Denn: die Untersuchung zeigt, wie groß der Plastikanteil am Müll überhaupt ist.

Infografik: Plastik und Zigarettenstummel in der Umwelt
Infografik: Plastik und Zigarettenstummel in der Umwelt

Hälfte des Straßenmülls nicht vermeidbar

Über ein ganzes Jahr hinweg wurden dazu Daten aus 20 Städten gesammelt. Das Ergebnis:

  • Plastik- und Verpackungsmüll machen im Volumen mehr als zwei Fünftel des Straßenkehrichts aus.
  • Am größten ist dabei mit 22 Prozent der Anteil von Einwegkunststoffen, wozu wegen des Plastiks im Filter auch Zigaretten gehören.
  • Metall-, Glas- oder Papierverpackungen machen etwa 17 Prozent aus.
  • Ganz selten landen auch andere Kunststoffe, etwa Spielzeuge, im Straßenmüll.

Zum Vergleich: Knapp die Hälfte des gesamten Mülls machen Straßensplit, Sand und Grünabfälle aus. Laut der Studie umweltbedingte, nicht vermeidbare Abfälle.

Infografik

Studie in Deutschland -
Zu viele Wertstoffe landen im Restmüll
 

Die gute Nachricht: Es gibt viel weniger Restmüll in deutschen Haushalten als noch 1985. Die schlechte: Immer noch landen aber zu viele Wertstoffe in der Restmülltonne.

Ebling: Auswirkungen für Verbraucher noch offen

VKU-Präsident Michael Ebling sagte bei der Vorstellung der Studie, dass seit Jahren steigende Müllmengen beobachtet würden. Dies habe auch mit den To-go-Verpackungen zu tun. Auch er wolle deshalb, "die in die Pflicht nehmen, die auch für das Verursachen stehen".

Ob mit einer finanziellen Beteiligung der Hersteller aber die Gebühren für die Müllentsorgung wirklich gesenkt werden, ist unklar. "Wir sind Kommunale und Kommunale denken und handeln dezentral", sagte Ebling. Demnach kann es sein, dass mancherorts Gebühren für die Müllentsorgung gesenkt und andernorts in die Ausweitung oder Verbesserung der Reinigungsmaßnahmen investiert werden wird.

Bei der Entsorgung von Plastikmüll gibt es einiges zu beachten. Umweltberaterin Ewa Westermann-Schutzki erklärt, worauf man achten muss.

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Städte begrüßen Schulze-Vorstoß - Wirtschaft dagegen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt den Vorstoß. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte in "SWR Aktuell": "Wir haben immer mehr Wegwerfartikel, in manchen Städten eine regelrechte Müllflut in Parks und auf öffentlichen Straßen." Schulzes Ansatz sei zutreffend - dass der Verursacher spätere Beseitigungskosten zu tragen habe, sei in allen Bereichen Grundsatz.

Widerstand kommt hingegen aus der Wirtschaft. Zwar sehe die EU-Kunststoffrichtlinie eine Beteiligung der Plastikproduzenten vor, so Peter Feller, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. Die Kostenbeteiligung sei aber an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die Studie zudem nur eine Momentaufnahme.

Die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen warnte gar vor falschen Maßnahmen:

Achtloses Wegwerfen gilt es zu verhindern und nicht zu finanzieren. Der Konsument wird sein Verhalten dadurch nicht ändern.

Wegen ihrer Ökobilanz seien Kunststoffverpackungen zum Mitnehmen zudem oft die bessere Wahl gegenüber Glas, Alu oder Papier.

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