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OB-Stichwahl - Stuttgart: Überraschung möglich

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Eines steht schon vor dem entscheidenden Wahlgang fest: Die Grünen werden den Chefposten im Stuttgarter Rathaus verlieren. Und spannend könnte es auch werden.

Es war eine Nachricht, die die ganze Stadt überrascht hat. Im Januar, auf den Tag genau sieben Jahre nach seinem Amtsantritt, gibt Oberbürgermeister Fritz Kuhn bekannt: Ich trete nicht noch einmal an. Aus persönlichen Gründen, wie der heute 65-Jährige damals sagt. Eine Entscheidung, mit der die wenigsten gerechnet haben, auch nicht die eigenen Parteifreunde.

Kuhn war der erste grüne Oberbürgermeister einer Landeshauptstadt, hatte der CDU die Stuttgarter Rathausspitze nach Jahrzehnten abgenommen. Sein Rückzug: eine große Herausforderung für die Grünen, obwohl Kuhn bei vielen Stuttgartern nur mäßig beliebt war und ist.

Grüne Kandidatin zieht Kandidatur nach erstem Wahlgang zurück

Die eilig gestartete Kandidatensuche gestaltete sich schwierig: Prominente Grüne wie Cem Özdemir oder die Landtagspräsidentin Muhterem Aras winkten schnell ab. Stattdessen nominierte die Partei die relativ unbekannte Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle. Enttäuschende 17,2 Prozent holte sie im ersten Wahlgang vor drei Wochen - und das in einer Stadt, die inzwischen als Grünen-Hochburg gilt, in der die Partei auch die stärkste Fraktion im Gemeinderat stellt.

Kienzle landete mit ihrem Ergebnis zwar auf Platz zwei hinter dem CDU-Kandidaten Frank Nopper (31,8 Prozent), allerdings weit abgeschlagen. Und so zog sie ihre Kandidatur anschließend zurück. Was dazu führt, dass die Grünen heute beim entscheidenden zweiten Wahlgang nur Zuschauer sind.

Die Top 5 im ersten Wahlgang:
Frank Nopper, CDU 31,8%
Veronika Kienzle, B‘90/Grüne 17,2%
Marian Schreier, unabhängig 15,0%
Hannes Rockenbauch, SÖS/Linke 14,0%
Martin Körner, SPD 9,8%

CDU-Kandidat Favorit, Überraschungen möglich

Spannend wird es dennoch: Denn auch wenn Umfragen Frank Nopper von der CDU, Oberbürgermeister im nahegelegenen Backnang, als Favoriten sehen: Eine Überraschung scheint möglich. Neben ihm gelten der als unabhängiger Kandidat angetretene Sozialdemokrat Marian Schreier und Stadtrat Hannes Rockenbauch vom Fraktionsbündnis SÖS/Linke als die aussichtsreichsten der insgesamt neun Bewerber*innen, die noch im Rennen sind.

Dass Nopper bei vielen als Favorit gilt, liegt zumindest ein Stück weit auch an Schreier und Rockenbauch - daran, dass beide zum zweiten Wahlgang antreten, keiner zurückzog. Nach dem ersten Wahlgang hatte man zusammen mit der Grünen Kienzle noch versucht, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten des Mitte-links-Lagers zu einigen. Doch die Gespräche scheiterten, gegenseitige Schuldzuweisungen folgten.

Hilft Streit der Mitte-Links-Kandidaten der CDU?

Und auch die Tage danach war es turbulent: Schreier sah sich, offenbar auch von Unterstützern des Rockenbauch-Lagers, mit Vorwürfen zu seiner Wahlkampf-Finanzierung konfrontiert, gegen die er sich vehement wehrte. Unbekannte beschmierten sein Auto, die Polizei nahm Ermittlungen auf. Rockenbauch verärgerte SPD und Grüne im Gemeinderat durch einen mit Ultimatum versehenen Antrag.

CDU-Mann Nopper dürfte all das genüsslich beobachtet haben. Der 59-Jährige wirbt vor allem mit seiner langjährigen OB-Erfahrung in Backnang. Rockenbauch (40) will für eine konsequente ökologische und soziale Politik in der Stadt sorgen. Schreier, mit 30 Jahren der jüngste der drei Männer, sieht sich als den Kandidaten der Mitte, will unter anderem die Digitalisierung in der Stadt vorantreiben. Thematisch ging es im Wahlkampf hauptsächlich um die angespannte Verkehrssituation in Stuttgart, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und das Thema Sicherheit.

Die Grünen übrigens haben nach dem Scheitern eines gemeinsamen Mitte-links-Kandidaten und dem Rückzug ihrer Kandidatin keine Wahlempfehlung für einen der anderen Bewerber*innen ausgesprochen. Wer von ihnen das Rennen macht, wird wohl schon wenige Stunden nach dem Schließen der Wahllokale feststehen. Die haben bis 18 Uhr geöffnet.

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