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Wütende Proteste - Südafrika brennt

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Die Lage am Kap spitzt sich zu: Statt Mund-Nasen-Schutz trägt man in Südafrika inzwischen besser kugelsichere Westen und Helme. Die Wut entlädt sich in den Straßen.

In Südafrika kommt es seit Tagen zu gewaltsamen Protesten und Plünderungen. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. In einigen Provinzen formt sich jetzt ziviler Widerstand. Hintergrund der Ausschreitungen ist die Inhaftierung des Ex-Präsidenten Zuma.

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"Tod, Plünderungen und Zerstörung" - so fasste der Sprecher des südafrikanischen Radiosenders 702 am Dienstagabend das Tagesgeschehen zusammen. Die Kap-Republik brennt - wortwörtlich. Zu Wochenbeginn hatten Demonstranten in etlichen Städten Einkaufszentren und Fahrzeuge in Brand gesteckt. Nun kommt es zu Massenplünderungen.

Die Anarchie folgte auf die Inhaftierung des umstrittenen Ex-Präsidenten Jacob Zuma am vergangenen Donnerstag. Dutzende Menschen kamen schon ums Leben.

Plünderungen und Tränengas in Pretoria

Südafrika ist ein Land der Kontraste. Das zeigte sich nun einmal mehr in der Hafenmetropole Durban. Während die einen mit Schutzmaske vor Läden ausharrten, um das Übriggebliebene zu kaufen, brachen andere die Tore zu den Shopping Malls auf und machten sich mit Einkaufswagen voller Bier, Fernseher und Brot davon.

Auch in Johannesburg, der Hauptstadt Pretoria und der östlichen Verwaltungsstadt Pietermaritzburg gab es Plünderungen. Die Polizei ging mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die brandschatzende Menge vor; seit Montagabend befindet sich auch die Armee in den Straßen. Es gelte, "die Unruhen niederzuschlagen", hieß es aus der Militärzentrale.

Seit Zumas Verhaftung kommt Südafrika nicht mehr zur Ruhe.

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Zuma-Anhänger wollen Südafrika "unregierbar machen"

Bereits vor Zumas Festnahme hatten dessen treue Anhänger angekündigt, Südafrika "unregierbar zu machen". Unter dem Motto "FreeZuma" mobilisierten sie in Sozialen Medien. In KwaZulu-Natal, dem Epizentrum der Proteste, sitzt der Ex-Staatschef seit sechs Tagen in Haft. Er hatte sich geweigert, vor einer Ermittlerkommission auszusagen, die Korruption in seiner Amtszeit (2009 - 2018) untersucht. Das Verfassungsgericht verurteilte ihn daraufhin wegen Missachtung der Justiz zu 15 Monaten Gefängnis.

Die Gewalt ist beispiellos für das demokratisch regierte Südafrika. "Es war wie im Krieg", erzählt ein Arzt in Johannesburg, der Schuss- und Stichwunden versorgte. Mindestens 72 Menschen kamen laut Behördenangaben bislang ums Leben; die Polizei bestätigte mehr als 1.200 Festnahmen. Im Township Soweto wurden zehn Menschen zu Tode getrampelt, als bei einer Plünderung Panik ausbrach.

Karte: Südafrika
Quelle: ZDF

Blutbank in Durban geplündert

Sorge herrscht unterdessen um die Gesundheitsversorgung. Die Anarchie kommt zu einer Zeit, in der Südafrika gegen seine dritte Corona-Welle ankämpft. Ärzte berichten, dass sich Sauerstofflieferungen verzögern und Pflegepersonal nicht zur Arbeit erscheint. Ambulanzen wurden mit Steinen beworfen, die Impfkampagne ist teilweise ausgesetzt.

Noch während Präsident Cyril Ramaphosa am Montagabend die Aufstände in einer TV-Ansprache verurteilte, konnten Südafrikaner live beobachten, wie ein Mob in Durban eine Blutbank stürmte und plünderte.

Südafrika gilt als Land mit ungerechtester Einkommensverteilung

Die Wut richtet sich vermehrt gegen die prekären Lebensverhältnisse in dem Schwellenstaat. Südafrika gilt als Land mit der ungerechtesten Einkommensverteilung der Welt. Während der Pandemie verloren mehr als zwei Millionen Südafrikaner ihre Jobs. Am Sonntag kündigte Ramaphosa eine Verlängerung der Ausgangs- und Handelsbeschränkungen an.

Das Hilfswerk Save the Children Südafrika verurteilt unterdessen den Tod eines 15-Jährigen während der Proteste. Geschäftsführer Steve Miller sagte:

Wir können Armut, Ausgrenzung, Ungleichheit und die resultierende Gewalt nur brechen, wenn unsere Kinder ihr volles Potenzial entfalten.

Doch wie die Dinge derzeit stünden, bleibe dies eine Illusion.

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