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Omans "Vater" stirbt und hinterlässt einen Brief

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Sultan Kabus bin Said al-Said - Omans "Vater" stirbt und hinterlässt einen Brief

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Sultan Kabus baute den Oman fast aus dem Nichts in einen modernen Staat um. Nun starb der so geliebte wie absolute Herrscher. Er hinterlässt einen sagenumwobenen Umschlag.

Kabus bin Said al-Said, Sultan von Oman.
Kabus bin Said al-Said, Sultan von Oman.
Quelle: Andrew Caballero-Reynolds/AFP POOL/AP/dpa/Archivbild

Wenn ein absoluter Herrscher stirbt und seine Untertanen weinen, macht das erst einmal skeptisch. Gehirnwäsche, Zwang, Schauspielerei? Im Oman ist die Trauer dagegen echt. Denn das Volk liebte seinen "Vater". Und das, obwohl den Omanis echte Mitbestimmung verwehrt blieb. Sultan Kabus starb am Freitag nach schwerer Krankheit und fast 50 Jahren als Herrscher des arabischen Staates.

Als er sich am 23. Juli 1970 an die Macht putschte und seinen Vater aufs Altenteil verbannte, hatte das Land gerade einmal zehn Kilometer asphaltierte Straße. Und nicht nur das, wissen seine Untertanen zu berichten: "Es gab keine Gärten, keine Straßen, kein (elektrisches) Licht", sagte ein Taxifahrer, während sein voll klimatisierter Wagen über eine der perfekt geteerten Fahrbahnen in der Hauptstadt Maskat glitt.

Straßen, medizinische Versorgung, Schulen

Die Straßen sind nur ein Beispiel für die Errungenschaft der Ära Kabus. Die medizinische Versorgung wurde kostenlos und erreicht in den Städten sogar westliches Niveau. Auch Schulen sind beitragsfrei. Zudem wurden Renten für Alte, Witwen und Waisen sowie ein Mindestlohn eingeführt. Erdöl hat den Oman und seine Bewohner wohlhabend, aber nicht so größenwahnsinnig wie andere Golfstaaten gemacht.

Karte: Ad Duqm, Oman
Karte: Ad Duqm, Oman
Quelle: ZDF

Stabilität und Wohlstand haben Kabus zum unumstrittenen Alleinherrscher gemacht. Und das, obwohl er seinem Volk Freiheitsrechte verwehrte, für die in anderen Ländern Aufstände losbrechen. Die Medien im Sultanat sind gelenkt, politische Mitbestimmung gibt es praktisch nicht - auch wenn der Herrscher es mit viel Fingerspitzengefühl verstand, auf die Bedürfnisse der verschiedenen Teile der Gesellschaft einzugehen.

Bei Menschenrechtsorganisationen kritisiert

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die eingeschränkte Meinungs- und Versammlungsfreiheit. So berichtete Human Rights Watch von Haftstrafen für Facebook und Twitter-Nutzer, die angeblich Gott oder den Sultan beleidigt hätten. Doch im Oman blieb es auch während des Lauffeuers der arabischen Aufstände 2011 vergleichsweise ruhig. Der Herrscher erließ kleinere Reformen. Das Jahr der Umstürze zog unbeschadet an ihm vorbei.

Kabus baute das Land auch zu einem führenden Mittler der internationalen Diplomatie aus. Über viele internationale Konflikte wurde im und mit dem Oman verhandelt. So wurde die Basis für den Atomdeal mit dem Iran auch im Sultanat geschaffen. Voraussetzung dafür war, dass sich der Oman einen Namen als "Schweiz des Nahen Ostens" gemacht hatte und als neutral gilt.

Seit Jahren kaum öffentliche Auftritte

"Das Sultanat hat eine gute Beziehung mit allen Ländern. Dies ist einer der Eckpfeiler für die Beziehung des Omans mit allen Ländern", sagte Außenminister Jusuf Bin Alawi dazu. Ein phrasenhaftes Zitat. Trotzdem aber auch ein zutreffendes.

Kabus zeigte sich in den vergangenen Jahren kaum noch öffentlich und schickte meistens seine Minister. In der 2011 eröffneten prachtvollen schneeweißen Oper Maskats blieb ein Stuhl seit Jahren leer: Der mit rotem Samt überzogene Opernthron des Sultans. Zeitweise musste Kabus sich in Garmisch-Partenkirchen behandeln lassen. In die bayerische Stadt reiste Kabus gerne - und kam bis kurz vor seinem Tod immer zurück. Der Mann mit dem akkurat gestutzten weißen Bart litt Medienangaben zufolge an Krebs.

Keine leichte Aufgabe für Nachfolger

Doch der kinderlose Kabus hatte für den Tag der Tage mit einem im Sultanat legendären Brief vorgesorgt. Der Verteidigungsrat öffnete ihn in Anwesenheit von Mitgliedern der Herrscherfamilie. Dort war der letzte Wille des Verstorbenen hinterlegt: Nach seinem Tod tritt Haitham bin Tarik al Said die Nachfolge des Herrschers an. Das berichtete die omanische Nachrichtenagentur Ona am Samstag. Er war bisher Kulturminister des Landes und ist der Cousin des Verstorbenen.

Der Oman steht nun vor neuen Herausforderungen. Ähnlich wie Saudi-Arabien besteht sein Haushalt zum allergrößten Teil aus Ölgeld. Es wartet Arbeit auf den Nachfolger. Und ein Volk, dessen Liebe er sich erst einmal verdienen muss.

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