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"Joementum" gegen den Trumpismus

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Kommentar zum "Super Tuesday" - "Joementum" gegen den Trumpismus

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Er ist der beste Anti-Trump, den die Demokraten haben. Und er hat das Momentum: Joe Biden.

Kommentar: Elmar Thevesen - Joe Biden
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen über den "Super Tuesday" und die Aussichten von Joe Biden
Quelle: ZDF/EPA

Man mag sich über dieses Wunder wundern: Joe Bidens Kandidatur atmet neues Leben, obwohl er als erledigt galt. Aber er ist halt - trotz seines Alters, trotz seiner stellenweisen Unkonzentriertheit - der beste Anti-Trump, den die Demokraten zu bieten haben: Anstand, Erfahrung, Sachverstand und Führungsqualitäten, einer, der die Menschen zusammenbringt, statt sie zu spalten.

Das nämlich macht Bernie Sanders mit seinen fast revolutionären und damit kompromisslosen Konzepten. So sehr sich dieses Land nach mehr Gerechtigkeit sehnt, die Kluft zwischen Arm und Reich verkleinern will, sind sich offenbar viele Wähler am "Super Tuesday" doch einig, dass diese Chance nur kommen wird, wenn Trump ohne zweite Amtszeit bleibt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Sanders begeisterte wenig beim "Super Tuesday"

Das Signal an Sanders ist trotz seines Erfolgs in Kalifornien eindeutig: Er hat in seinen alten Hochburgen in den Neuenglandstaaten nur mäßig abgeschnitten, die Schwarzen in den Südstaaten nicht wirklich begeistert und auch die junge Generation nicht in Scharen an die Wahlurnen gezogen. Nur jeder achte Wähler war unter 29 Jahre alt. Enttäuschend, auch wenn die, die kamen, dann für ihren Bernie stimmten.

Sanders muss hoffen, dass die große Verliererin dieses "Super Tuesdays", Elizabeth Warren, aufgibt und ihn unterstützt. Und dann kommt der Charaktertest: Kämpft er weiter, fair und ehrlich? Unterstützt er, wenn er unterliegen sollte, dann Joe Biden? Oder streut er Verschwörungstheorien, dass ihn das demokratische Establishment um jeden Preis verhindern will?

Buttigieg, Klobuchar und Bloomberg - jetzt für Obama-Ex-Vize Joe Biden

Ja, am Wochenende bekamen Pete Buttigieg und Amy Klobuchar offenbar Anrufe von Barack Obama. Er mag die beiden bestärkt haben, aus dem Rennen auszusteigen und Joe Biden mit voller Kraft zu unterstützen. Aber das ist keine Verschwörung, sondern legitim, denn für beide gab es keinen klaren Weg mehr zur Präsidentschaftsnominierung.

Gleiches gilt für Michael Bloomberg. Auch er wird Biden helfen, mit Geld und einer Wahlkampfmaschinerie, die es aufnehmen kann mit der von Donald Trump. Der Milliardär aus New York hat seinen Helfern in jedem Bundesstaat schon Arbeitsverträge bis nach der Präsidentschaftswahl gegeben.

Joe Biden hat das Momentum, Trump zu besiegen

"Joementum" - so nennen sie das alles hier. Denn Joe Biden hat das Momentum, geboren aus der Hoffnung auf ein zweites Wunder, das nicht mehr so unmöglich scheint: Den Trumpismus im November zu besiegen.

Elmar Theveßen ist ZDF-Korrespondent in Washington

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