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Internationale Geberkonferenz : Berlin gibt 1,74 Milliarden Euro für Syrien

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Deutschland stellt für die Leidtragenden des Syrien-Konflikts mehr als 1,7 Milliarden Euro bereit. Insgesamt kommen 5,3 Milliarden Euro internationale Hilfszusagen zusammen.

Die Bundesregierung hat bei der internationalen Geberkonferenz für Syrien weitere 1,74 Milliarden Euro für Bürgerkriegsflüchtlinge zugesagt. Die Lage sei katastrophal, und Hilfen "bitter nötig", sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) in einer Videobotschaft.

Die syrische Tragödie darf nicht noch ein weiteres Jahrzehnt fortdauern.
Heiko Maas, Bundesaußenminister

Maas: Kein Wiederaufbau ohne "echten politischen Prozess"

Maas rief die Führung in Damaskus zugleich zu ernsthaften Bemühungen zur Befriedung des Landes auf. "Scheinwahlen in einem zerstörten Land sind kein Ersatz für einen echten politischen Prozess." Eine Unterstützung beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur in Syrien bleibe bis auf Weiteres ausgeschlossen, so der SPD-Politiker. "Ohne einen substanziellen politischen Prozess wird es keinen Wiederaufbau geben."

Die EU steuerte nach Angaben des Außenbeauftragten Josep Borrell jeweils 560 Millionen Euro für 2021 und 2022 aus dem Gemeinschaftshaushalt bei, also insgesamt 1,12 Milliarden Euro. Am Abend sollten die gesammelten Zusagen für die Opfer des Bürgerkriegs in Syrien und deren Aufnahmeländer bekannt gegeben werden.

Insgesamt hatten die Teilnehmer am Dienstag 5,3 Milliarden Euro zugesagt, um die katastrophalen Folgen des Syrien-Konflikts abzumildern. Dies waren rund 1,6 Milliarden Euro weniger als bei der Konferenz 2020.

Oxfam: Ergebnis der Konferenz unzureichend

Die Hilfsorganisation Oxfam hält das Ergebnis für die Leidtragenden des Syrien-Konflikts für unzureichend. Der zugesagte Betrag bestätige die Befürchtung, dass die Appelle der vom Bürgerkrieg betroffenen Menschen nicht gehört würden, kommentierte der für Syrien zuständige Oxfam-Direktor Moutaz Adham.

Millionen Syrer kämpften in ihrer Heimat und der Region immer noch um ihr Überleben und seien mit den Folgen der Corona-Pandemie, zunehmender Arbeitslosigkeit und einem Zusammenbruch der Wirtschaft konfrontiert.

Starkregen hat in Syrien mehrere Flüchtlingslager überflutet - ein sechsjähriger Junge starb. Die Bedingungen in den Camps sind laut Hilfsorganisationen lebensbedrohlich.

Beitragslänge:
2 min
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UN beziffern Bedarf auf zehn Milliarden Dollar

Die UNO hält seit Montag zusammen mit der EU die zweitägige Video-Konferenz ab. Nach EU-Angaben nahmen 77 Delegierte aus mehr als 50 Ländern teil. Den Bedarf an Hilfen beziffern die Vereinten Nationen auf rund zehn Milliarden Dollar (8,5 Milliarden Euro).

  • 4,2 Milliarden Dollar sind demnach für humanitäre Hilfe in Syrien selbst nötig.
  • Weitere 5,8 Milliarden Euro würden gebraucht, um Flüchtlinge zu unterstützen, die in Nachbarländer in der Region geflohen seien.

Hilfsgelder sollen in Essen, Arznei und Bildung fließen

Die bei der Konferenz gesammelten Gelder sind unter anderem für Nahrungsmittel, medizinische Hilfen und Schulbildung vorgesehen. Sie sollen über Hilfsorganisationen direkt in das Bürgerkriegsland fließen oder Ländern in der Region zugutekommen, die viele Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen haben.

Vergangenes Jahr hatte die Konferenz Hilfszusagen von 6,9 Milliarden Euro für 2020 und folgende Jahre erbracht. Deutschland hatte 1,6 Milliarden Euro dazu beigetragen.

Das unermessliche Leid, dass der Syrien-Konflikt seit seinem Beginn 2011 verursacht hat, machen folgende Zahlen deutlich:

  • Mehr als 388.000 Menschen wurden getötet.
  • 6,7 Millionen Menschen wurden im Land selbst vertrieben.
  • 6,6 Millionen Syrer flohen ins Ausland - 5,6 Millionen von ihnen befinden sich in Nachbarländern wie der Türkei, dem Libanon und Jordanien.

Assad beherrscht größten Teil des Landes

Zwar ist die Gewalt zuletzt zurückgegangen, doch alle Gespräche über eine politische Lösung stehen derzeit still. Die Assad-Regierung beherrscht mittlerweile wieder den größten Teil des Landes, darunter die wichtigsten Städte. Daneben gibt es noch Gebiete unter Kontrolle verschiedener Rebellengruppen sowie der Kurdenmiliz YPG.

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