Sie sind hier:

Rauchen wird teurer - Bundestag beschließt Erhöhung der Tabaksteuer

Datum:

Der Bundestag hat eine Erhöhung der Tabaksteuer pro Packung um durchschnittlich 10 Cent beschlossen. Die Branchenvertretung für E-Zigaretten will Verfassungsbeschwerde einreichen.

Eine Zigarette liegt auf einem Stapel Euro-Münzen. Zigaretten werden ab 2022 10 Cent teurer pro Packung.
Zigaretten werden ab 2022 10 Cent teurer pro Packung.
Quelle: Marcus Fuehrer/dpa

Deutschlands Raucher müssen beim Zigarettenkauf künftig tiefer in die Taschen greifen. Der Bundestag hat beschlossen, dass die Tabaksteuer für eine Packung mit 20 Zigaretten im kommenden Jahr um durchschnittlich 10 Cent steigt.

Ein Jahr später werden weitere 10 Cent aufgeschlagen, in den Jahren 2025 und 2026 kommt noch einmal jeweils 15 Cent pro Packung hinzu. Die Steuer auf klassische Zigaretten steigt damit stärker als eigentlich von der Bundesregierung geplant.

Mehr Steuern auf E-Zigaretten und Tabakerhitzer

Am 25. Juni ist noch der Bundesrat am Zug, dessen grünes Licht gilt als so gut wie sicher. Besonders stark dreht der Gesetzgeber bei E-Zigaretten und Tabakerhitzern an der Steuerschraube - diese Produkte waren bisher nur schwach besteuert, das ändert sich künftig.

Für ein 10-Milliliter-Liquid, das derzeit rund 5 Euro kostet, sollen 2022 dann 1,60 Euro mehr Steuern anfallen, bis 2026 soll dieser Wert auf 3,20 Euro steigen.

Schrodi (SPD): Erhöhung als Abschreckung

Der für die Reform zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi zeigte sich bereits nach der Zustimmung des Finanzausschuss des Bundestages am Mittwoch zufrieden:

Wenn man die Menschen vom gesundheitsschädlichen Rauchen wegbringen will, sind deutliche Preissignale nötig - die setzen wir jetzt.
Michael Schrodi, SPD-Bundestagsabgeordneter

Je größer die Steuererhöhung ausfalle, desto mehr Menschen entschieden sich gegen den Kippenkauf und riskierten nicht ihre Gesundheit, argumentierte Schrodi.

Drogenbeauftragte: Shisha "total unterschätzt"

Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) sieht in der Gesetzesänderung Licht und Schatten. Mit Blick auf das Steuerplus bei normalen Zigaretten sagte sie dem SWR, dass sie sich einen höheren Aufschlag hätte vorstellen können.

Positiv wertete sie hingegen das Vorhaben, Shisha-Tabak stärker zu besteuern als bisher. Eine Erhöhung sei wichtig, "weil Shisha genauso gefährlich ist wie eine normale Zigarette und abhängig macht, aber total unterschätzt wird", sagte Ludwig dem Sender.

Tabak-Bündnis zieht vors Gericht

Von den Herstellern kam Kritik - sie verwiesen darauf, dass E-Zigaretten und Tabakerhitzer deutlich weniger Schadstoffe enthielten als Tabakzigaretten. Dieser Unterschied werde fiskalisch nicht berücksichtigt, argumentieren sie.

Das "Bündnis für tabakfreien Genuss" - die Branchenvertretung für E-Zigaretten - will vor das Bundesverfassungsgericht ziehen und wegen der aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Steuererhöhung eine Verfassungsbeschwerde einreichen.

Rund 14,7 Milliarden Euro Steuereinnahmen

In Deutschland raucht etwa jeder vierte Erwachsene. Die Tabaksteuer ist daher für den Staat eine wichtige Geldquelle: Im vergangenen Jahr nahm der Fiskus damit 14,7 Milliarden Euro ein. Zuletzt war die Tabaksteuer im Jahr 2015 erhöht worden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.