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Afghanische Ortskräfte - Safehouses in Kabul aufgegeben

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Nach Recherchen von "frontal" wurden die afghanischen Ortskräfte in Kabul ihrem Schicksal überlassen. Taliban patrouillieren in den Straßen der Hauptstadt.

Markus Grotian erreichen derzeit 400 bis 500 Nachrichten von Ortskräften in Afghanistan, "denen wir nicht mehr helfen können". Er war selbst als Soldat in Afghanistan, engagiert sich für die Ortskräfte.

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Das ZDF Magazin "frontal" hat mit einem afghanischen Übersetzer in Kabul gesprochen, der mehrere Jahre für die deutsche Bundeswehr in Masar-i-Scharif tätig war. Er habe heute Nachmittag einen Anruf erhalten, die deutsche Regierung könne ihm nicht mehr bei der Ausreise aus Afghanistan helfen:

Die deutsche Regierung hat keine Möglichkeit mehr, Sie zu retten. Verlassen Sie sofort das Safehouse!

Hunderte Ortskräfte in Afghanistan ohne Schutz

Der Vorsitzende des Vereins "Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskräfte e.V.", Marcus Grotian, bestätigt den Anruf auf Nachfrage von "frontal". Der Verein hatte die Safehouses in Kabul mit Spendengeldern finanziert und eingerichtet.

Ich habe 400 Menschen mitgeteilt, dass es für sie keine Hoffnung mehr gibt und die Safehouses aufgelöst werden.
Marcus Grotian

Safehouses nach Räumung von Taliban entdeckt

Laut Aussage des afghanischen Übersetzers, dessen Identität dem ZDF bekannt ist, hätten sich bis zuletzt hunderte afghanische Ortskräfte und Familienmitglieder in drei Safehouses in Kabul aufgehalten. Diese seien mittlerweile von den Taliban entdeckt worden. Laut Aussage des Übersetzers würden die Islamisten auf den Straßen von Kabul patrouillieren und gezielt nach Ortskräften der internationalen Streitkräfte suchen, von denen viele dort schutzlos umherirren.

Am Flughafen in Kabul versuchen Bürger verzweifelt, zu fliehen und sich an Bord eines Flugzeuges zu retten. Mindestens fünf Menschen sind dabei ums Leben gekommen.

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Der afghanische Übersetzer sagte im frontal-Interview außerdem, er bedauere zutiefst, für die deutsche Bundeswehr gearbeitet zu haben. Er habe sowohl einen Pass, als auch eine Bescheinigung über seine Tätigkeit bei der deutschen Bundeswehr bei sich, sagt der Mann dem ZDF. Mit den notwendigen Einreisepapieren für die Bundesrepublik hätte er im Safehouse ausgestattet werden sollen. Dazu kam es jetzt nicht mehr.

Zugang zum Flughafen aktuell unmöglich

Der Afghane berichtete, dass er sich mit seiner Frau und zwei Kindern im Hinterhof des Hauses eines Familienangehörigen versteckte. Ehemalige Kollegen hätten keine Zuflucht mehr gefunden und befänden sich schutzlos auf den Straßen Kabuls.

Auf den Zugangsstraßen zum Flughafen der afghanischen Hauptstadt hätten die Taliban Kontrollposten errichtet, der Zugang zum Flughafen sei für die Ortskräfte aktuell unmöglich. Sprecher der Bundesregierung hatten am Mittag noch mitgeteilt, Berlin täte alles, um möglichst viele Menschen aus Kabul zu retten.

Alle Entwicklungen in Afghanistan im Liveblog:

Taliban-Kämpfer patrouillieren am 18.08.2021 im Stadtteil Wazir Akbar Khan in der Stadt Kabul, Afghanistan.
Liveblog

Das Wichtigste im Liveblog - Die aktuelle Entwicklung in Afghanistan 

Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, westliche Staaten versuchen, Staatsbürger und ehemalige Ortskräfte aus Kabul auszufliegen. Die Entwicklungen hier im Blog.

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