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"Wir sind keine Terroristen" - Taliban bitten Deutschland um Hilfen

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Noch vor Kurzem lieferte sich die Taliban mit der Bundeswehr schwere Gefechte in Afghanistan. Jetzt pochen die Islamisten auf Unterstützung - und warnen vor Konsequenzen.

Taliban-Kämpfer auf Pickup in Kabul
Seit August haben die radikale Taliban die Macht in dem zentralasiatischen Land übernommen.
Quelle: dpa

Die militant-islamistischen Taliban am früheren Bundeswehr-Standort Kundus haben Deutschland und andere Staaten um Hilfe gebeten. Dabei könne es sich um Investitionen, Wiederaufbauprojekte oder "jede Art von humanitärer Unterstützung" handeln, sagte ihr Sprecher Matiullah Ruhani der Nachrichtenagentur dpa in Kundus.

Ruhani warf der internationalen Gemeinschaft vor, 20 Jahre lang eine "korrupte Regierung" unterstützt, dann aber mit der Machtübernahme der Taliban ihre Hilfe eingestellt zu haben. Die Taliban hätten Frieden nach Afghanistan gebracht, betonte der Sprecher.

Wir sind keine Terroristen.
Matiullah Ruhani, Taliban-Sprecher

Afghanistan brauche die Mittel für den Wiederaufbau, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid dem "Spiegel". "Wenn die Weltgemeinschaft (...) unsere Guthaben blockiert, ihre Hilfen einfriert oder die Kommunikation verweigert, wird es fatal für uns sein, aber auch ein großes Problem für die Welt."

Das ist unser Geld.
Sabihullah Mudschahid, Taliban-Sprecher

[Wie sehr die Menschen in Afghanistan unter der extremen Armut leiden, können Sie in folgendem Video sehen:]

Vor einem Monat haben die Taliban die Macht in Afghanistan übernommen - wie hat sich das Land verändert? Die Journalistinnen Zahra Nabi und Katrin Eigendorf berichten aus Kabul.

Beitragslänge:
47 min
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Dutzende Frauen kämpfen für ihre Rechte

Unterdessen appellierten mehr als Hundert afghanische Journalisten an die internationale Gemeinschaft, in ihrer Heimat die Pressefreiheit zu schützen. Übergriffe auf Fotografen und Reporter ließen Schlimmstes befürchten, heißt es in einem Appell, den die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlichte.

In Kabul forderten zwei Dutzend Frauen ein Recht auf Arbeit, Bildung und Freiheit. "Frauenrechte und Menschenrechte", riefen die Frauen, wie Aufnahmen örtlicher Medien am Sonntag zeigten.

Eine afghanische Frau schildert ihre Lage und ihre Ängste nach der Rückkehr der Taliban. Sie musste ihren Job aufgeben und fürchtet um die Grundrechte der Frauen.

Beitragslänge:
2 min
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Diplomat: Doha-Abkommen war ein schwerer Fehler

Die Taliban-Herrschaft zwischen 1996 und 2001 zeichnete sich insbesondere durch die Unterdrückung von Frauen aus. Viele fürchten, dass die Islamisten nun wieder ähnliche Regeln einführen. Bisher haben sie Mädchen den Besuch weiterführender Schulen untersagt und Universitäten angewiesen, nach Geschlechtern zu trennen.

Der deutsche Ex-Diplomat Christoph Heusgen sagte mit Blick auf die Afghanistan-Politik des früheren US-Präsidenten Donald Trump dem "Spiegel": "Die Trump-Administration war ein diplomatischer Amateurhaufen." Es sei ein schwerer Fehler gewesen, ein Abkommen mit den Taliban zu schließen und die afghanische Regierung beiseitezulassen. Heusgen war früher außenpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Nachrichten | heute 19:00 Uhr - Afghanistan: Lage für Frauen spitzt sich zu 

Die Taliban haben ein Protest-Verbot erlassen und Frauenrechte stark eingeschränkt. Außerdem gibt es Berichte über Misshandlungen von Journalisten.

Videolänge
2 min
von Tom Palluch
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