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Taliban vor Presse : "Wollen keine inneren oder äußeren Feinde"

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Die Taliban haben nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan zugesichert, dass es keine Vergeltungsaktionen geben werde. "Jedem ist verziehen", so ein Sprecher.

Bei ihrer ersten offiziellen Pressekonferenz nach der Machtübernahme in Kabul, haben die radikal-islamistischen Taliban versöhnliche Töne angeschlagen. Der "Krieg sei zu Ende" und es gelte eine allgemeine Amnestie. Die Taliban wünschten sich friedliche Beziehungen zu anderen Ländern.

Wir wollen keine inneren oder äußeren Feinde.
Sabihullah Mudschahid, Hauptsprecher der Taliban

Das "islamische Emirat" hege keinen Groll gegen irgendjemanden, so der Hauptsprecher der Bewegung, Sabihullah Mudschahid.

Taliban: "Wollen keine Vergeltung üben"

Jeder, inklusive der Übersetzer und andere frühere Mitarbeiter ausländischer Staaten, sei begnadigt, so der Sprecher der Taliban. Es werde keine Vergeltungsaktionen gegen ehemalige Feinde geben, eine allgemeine Amnestie gelte.

Jedem ist verziehen.
Sabihullah Mudschahid

Mudschahid betonte, die Menschen müssten nicht flüchten. In Richtung der Familien am Flughafen sagte der Sprecher, sie könnten zurückkehren und niemand aus der Gruppe werde ihnen etwas antun, sie würden sicher sein.

Mudschahid versicherte zudem, dass die Sicherheit von Botschaften und der Stadt Kabul gewährleistet sei. Niemandem würde in Afghanistan etwas passieren. Wie verlässlich die Versprechen sind, ist unklar. Zuletzt hatten sich Berichte über Menschenrechtsverbrechen in den von den Taliban kontrollierten Gebieten gehäuft.

Frauenrechte sollen "im Rahmen der Scharia" gelten

Der Talibansprecher sicherte zu, die Rechte der Frauen im Rahmen des islamischen Rechts zu respektieren. Frauen dürften arbeiten und studieren und "werden sehr aktiv in der Gesellschaft sein, aber innerhalb des Rahmens des Islam". Da die afghanischen Frauen Muslimas seien, würden sie auch froh sein, innerhalb des Rahmens der Scharia zu leben, sagt Sabihullah Mudschahid. Die Frauen in Afghanistan hätten das Recht, unter anderem an Bildung und der Gesundheitsversorgung teilzuhaben.

Vor dem Sturz durch die internationale Militärkoalition hatten die Taliban bereits zwischen 1996 und 2001 in Afghanistan geherrscht. Damals waren die Rechte von Frauen stark eingeschränkt. So war es Mädchen verboten, zur Schule zu gehen.

Medien sollten sich keine Sorgen machen

Auch private Medien sollten "unabhängig" arbeiten dürfen, solange sie nicht die "nationalen Werte" und damit islamische Werte untergraben. Nichts solle gegen islamische Werte verstoßen. Auf die Frage, ob Frauen in den Medien arbeiten dürfen sollen, sagt der Taliban-Sprecher, zuerst sollten die Regierungsbildung und Einführung der Gesetze abgewartet werden. Dann könnten diese Gesetze und Vorschriften umgesetzt werden.

"Inklusive" Regierungsbildung angekündigt

Mudschahid kündigte an, dass die Taliban eine starke islamische und "inklusive" Regierung bilden wollen. Er versprach die Einbeziehung anderer Kräfte: "Wenn die Regierung gebildet wird, werden alle einen Anteil haben". Afghanistan sei in elf Tagen eingenommen worden, sagte er. Dabei sei es den Islamisten nicht um Macht gegangen, sondern darum eine islamische Regierung aufzubauen. Ihre Kämpfer dürften private Häuser nicht betreten.

In unserem Blog informieren wir Sie über die aktuellen Entwicklungen:

Taliban-Kämpfer patrouillieren am 18.08.2021 im Stadtteil Wazir Akbar Khan in der Stadt Kabul, Afghanistan.
Liveblog

Das Wichtigste im Liveblog - Die aktuelle Entwicklung in Afghanistan 

Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, westliche Staaten versuchen, Staatsbürger und ehemalige Ortskräfte aus Kabul auszufliegen. Die Entwicklungen hier im Blog.

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