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Innerafghanische Friedensgespräche in Gefahr

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Trump telefoniert mit Taliban - Innerafghanische Friedensgespräche in Gefahr

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US-Präsident Trump und Taliban-Vize Abdul Ghani Baradar beteuern ihre Friedensabsichten. Die Taliban greifen unterdessen afghanische Militärstützpunkte an. 13 Menschen sterben.

Mullah Abdul Ghani Baradar ist der politische Anführer der Taliban und Verhandlungsführer der Friedensgespräche mit den USA.
Mullah Abdul Ghani Baradar: Halten die Friedenssabsichten mit den USA?
Quelle: AP

Nur wenige Tage nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen den Taliban und der USA hat der amerikanische Präsident Donald Trump mit dem politischen Chef der Islamistengruppe telefoniert. Trump sprach mit Abdul Ghani Baradar, auch als Mullah Baradar Akhund bekannt. Er habe ein "sehr gutes Gespräch mit dem Taliban-Anführer geführt", sagte Trump. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid bestätigte das Telefonat auf Twitter.

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Trump sagte zudem, sowohl den USA als auch den Taliban sei daran gelegen, den Konflikt in Afghanistan zu beenden. Die militant-islamistischen Taliban beherbergten vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Vertreter des Terrornetzwerks Al-Kaida und werden für den Tod von Tausenden US-Soldaten in Afghanistan verantwortlich gemacht.

Due USA planen Truppenabzug aus Afghanistan

Die USA und die radikalislamischen Taliban hatten ein historisches Abkommen unterzeichnet, das den Weg für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan und für den US-Truppenabzug aus dem Land ebnen soll.

Wir sind uns einig gewesen, dass es keine Gewalt gibt, wir wollen keine Gewalt. Wir werden sehen, was passiert.
US-Präsident Donald Trump

Das unterzeichnete Abkommen hat den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan innerhalb der nächsten 14 Monate zum Ziel, mehr als 18 Jahre nach Beginn des Einmarschs. "Ich glaube, wir haben alle ein sehr gemeinsames Interesse", sagte Trump weiter. Die USA sicherten bereits zu, die Zahl ihrer Soldaten binnen 135 Tagen von rund 13.000 auf 8.600 zu verringern.

Taliban sollen helfen Al-Kaida und IS zu bekämpfen

Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien dafür geben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen sowie Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung in Kabul beginnen.

Die Nato will nach der Unterzeichnung des USA-Taliban-Abkommens ein Viertel ihrer Truppen aus dem Land abziehen.

Wir planen eine Reduzierung von derzeit 16.000 Soldaten auf 12.000 Soldaten
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg im ZDF

Rund die Hälfte davon seien Nicht-US-Truppen. Zugleich unterstrich der Norweger, Bedingung für den Abzug der Nato-Kräfte sei stets, dass die militant-islamistischen Taliban sich an die Vereinbarungen des Abkommens hielten.

Jens Stoltenberg am 03.03.2020 in Brüssel

Nato-Generalsekretär Stoltenberg -
Truppenstärke in Afghanistan wird reduziert
 

Die Nato will ihre Truppenstärke in Afghanistan deutlich reduzieren - und zwar von 16.000 auf 12.000 Mann. Das sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg dem ZDF.

Waffenruhe zwischen Taliban und afghanischen Truppen aufgekündigt

Die Taliban haben allerdings bereits eine Teil-Waffenruhe mit den afghanischen Streitkräften aufgekündigt. Sie griffen dutzende Militärstützpunkte an. Innerhalb eines Tages habe es 33 Angriffe in 16 der 34 Provinzen gegeben, erklärte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums am Dienstag. Dabei wurden mindestens sechs Zivilisten, zwei Soldaten und fünf weitere Sicherheitskräfte getötet.

Laut dem Friedensabkommen, an dessen Aushandlung die afghanische Regierung nicht beteiligt war, sollen die Regierung in Kabul und die Taliban am 10. März direkte Gespräche aufnehmen. Vorgesehen ist, dass die Taliban bis zu 1000 Gefangene freilassen. Im Gegenzug soll die afghanische Regierung rund 5000 Taliban auf freien Fuß setzen. Präsident Ashraf Ghani hat sich jedoch geweigert, dem vor Beginn der Gespräche nachzukommen.

Diese innerafghanischen Gespräche stehen nun wegen der neuerlichen Angriffe und wegen des Streits um einen Gefangenenaustausch auf der Kippe.

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