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Warum der Wiener Attentäter vorzeitig freikam

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Haft-Entlassung Ende 2019 - Warum der Wiener Attentäter vorzeitig freikam

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Mehrere Tote und Verletzte: Der islamistische Anschlag von Wien erschüttert Österreich. Nun werden immer mehr Details zum Täter bekannt.

24 Stunden nach dem islamistischen Terrorangriff versuchen die Menschen in Wien das Geschehene zu verarbeiten. Der Angriff traf die Stadt ins Herz. Aber es gibt auch Geschichten, die Mut machen. Die zweier Männer, die zu Helden wurden.

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Nach dem Anschlag in Wien mit mehreren Toten werden mehr und mehr Details über den Attentäter öffentlich: Den Behörden war er schon länger bekannt.

Ex-Anwalt: Mann sympathisierte seit Jahren mit dem IS

Der Österreicher mit nordmazedonischen Wurzeln hatte mutmaßlich am Montagabend in Wien nahe der Hauptsynagoge um sich geschossen und dabei mindestens vier Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Er wurde später von der Polizei erschossen. Der ehemalige Anwalt des jungen Mannes, Nikolaus Rast, sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA, der junge Mann stamme aus einer völlig normalen Familie:

Für mich war das ein Jugendlicher, der das Pech gehabt hat, an die falschen Freunde zu geraten

Seit Jahren sympathisierte der 20-Jährige mit der Terrormiliz Islamischer Staat IS und war bereit, für sie in den Kampf zu ziehen. Im Vorjahr musste sich der Wiener dann wegen seiner IS-Mitgliedschaft vor Gericht verantworten.

Die Terrorismusexpertin Julia Ebner recherchiert Undercover auf dschihadistischen Seiten im Internet. Dort beobachtet sie, dass in letzter Zeit vermehrt zu Anschlägen aufgerufen werde. Die Gefahr weiterer Angriffe wie in Wien oder Paris sei "erhöht".

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Wegen günstiger Prognose vorzeitig entlassen

Nach Medienberichten hatte sich seine eigene Mutter an die Behörden gewandt. Er wurde damals zu 22 Monaten Haft verurteilt, nahm an einem Deradikalisierungsprogramm teil und wurde wegen günstiger Prognose vorzeitig entlassen. Er habe alle getäuscht, so Rast.

Die Politikwissenschaftlerin Petra Ramsauer mahnte im ZDF: "Ich denke, diese entsetzliche Tat in Wien sollte uns alle noch viel stärker darüber nachdenken lassen:"

Was passiert in den Gefängnissen? Was können wir in den Gefängnissen tun? Und vor allem: Was tun wir mit jenen, die dann freigehen?

Täter von Wien landete in der "falschen Moschee"

Im April 2019 gab der mutmaßliche Terrorist vor dem Wiener Landgericht an, dass er sich in seinem Leben nie benachteiligt gefühlt hatte. Während der Pubertät begann er sich mit dem Islam zu beschäftigen, wie die Tageszeitung "Der Standard" berichtete, die den Gerichtsprozess damals verfolgte. 

Ende 2016 sei er nach eigenen Aussagen in die "falsche Moschee" geraten. Seine Leistungen in der Schule wurden immer schlechter, Streit mit der Mutter gab es immer öfter. "Ich wollte weg von zu Hause", erzählt der Mann vor Gericht.

Nach dem Terroranschlag bleibt die Sicherheitslage in der österreichischen Hauptstadt angespannt. Dazu ZDF-Korrespondentin Britta Hilpert.

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Vom IS habe er sich ein besseres Leben erwartet. "Eine eigene Wohnung, eigenes Einkommen." Eine Reise nach Kabul zum IS mit einem Freund scheiterte, weil die jungen Männer zu spät bemerkten, dass sie ein Visum für Afghanistan benötigten. Das Geld für das Flugticket erarbeitete er sich bei einem Sommerjob. Im September 2018 brach der mutmaßliche Terrorist alleine in die Türkei auf. Von dort wollte er nach Syrien, um für den IS zu kämpfen. Über den Messengerdienst Telegram verbreitete er Propaganda der Terrormiliz, wie die österreichische Tageszeitung "Heute" berichtete.

Zwei Tage nach seiner Ankunft in der Türkei nahmen ihn türkische Polizisten in einem sogenannten Safehouse, das sein Anwalt als "Rattenloch" ohne Dusche, Toilette und fließendes Wasser bezeichnete, fest. Er saß vier Monate dort in Haft, ehe er nach Österreich überstellt wurde. Ende vergangenen Jahres war er von den Behörden scheinbar als nicht mehr gefährlich eingestuft und so frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden.

Bewaffnete Polizisten im Stadtzentrum von Wien (Österreich), aufgenommen am 03.11.2020

Terroranschlag in Wien -
Was wir wissen - und was nicht
 

Bei einer islamistischen Terrorattacke in Wien sind vier Passanten getötet worden, ein mutmaßlicher Täter wurde erschossen. Entwarnung gibt es noch nicht.

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