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Studie - Mehr Tierwohl für "fünf Cent pro Mahlzeit"

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Drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr: So viel kostet es einer Studie zufolge, wenn Deutschlands Bauern die Tierhaltung deutlich verbessern. Pro Mahlzeit wären es fünf Cent mehr.

Massentierhaltung von Schweinen in einem Mastbetrieb in Niedersachsen
Es würde drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr kosten, um die Tierhaltung deutlich zu verbessern.
Quelle: dpa

Für den angestrebten Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland müssten die Bauern einer Studie zufolge bis 2040 hohe Summen in ihre Ställe investieren. "Wir haben über alle Szenarien hinweg berechnet, dass das ungefähr drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr kosten wird", sagt der Leiter des bundeseigenen Thünen-Instituts, Folkhard Isermeyer, bei der Vorstellung einer Studie in Berlin.

Dieses Geld müsse für eine Investitionsförderung und für eine Tierwohlprämie für die Landwirte aufgebracht werden.

Wenn man es umrechnet auf eine Mahlzeit pro Tag, sind es fünf Cent pro Mahlzeit.
Folkhard Isermeyer, Studienleiter

Klöckner: Fleisch wird kein Luxusprodukt

Bundesagrarministerin Julia Klöckner hält es nach eigenen Worten für machbar, dafür entweder die Mehrwertsteuer für tierische Produkte von sieben auf 19 Prozent zu erhöhen oder eine Tierwohlabgabe einzuführen. Sie sei für beide Varianten offen, so die CDU-Politikerin.

Es gibt kein Recht auf Billigstfleisch.
Julia Klöckner, Agrarministerin

Fleisch werde aber auch kein Luxusprodukt für Reiche werden. Ziel sei, dass weniger Fleisch, dafür aber höherwertiges verzehrt werde - "damit können alle besser leben". Sie glaube, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher bereit seien, Mehrkosten zu tragen.

Nutztiere sollen künftig unter besseren Bedingungen gehalten werden. Eine Studie schlägt verschiedene Wege vor, wie etwa der Umbau von Ställen finanziert werden kann. Das wird zu höheren Fleischpreisen führen.

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Eine Zukunftskommission unter Leitung des früheren Ressortchefs Joachim Borchert (CDU) hatte im vergangenen Jahr Empfehlungen vorgelegt, wie die Tierhaltung verbessert werden kann. Das Thünen-Institut präsentierte nun im Auftrag des Ministeriums eine Folgenabschätzung.

Verbesserung bei Tierhaltung bis 2030

Zu den Auflagen des Staates für die Tierhalter sagte Studienautor Isemeyer: Die Landwirte müssten "durch Druck und Sog auf den gesellschaftlich gewünschten Pfad geleitet werden". Bis 2030, so der Vorschlag, solle die Stufe 0 der Tierhaltung verboten werden - das ist die Stufe, in der die aktuell geltenden Mindeststandards eingehalten werden. 2040 soll dann die Stufe 1 nicht mehr erlaubt sein - sie sieht aktuell leichte Verbesserungen für die Tiere wie eine größere Auslauffläche vor.

Kommissionschef Borchert rechtfertigte den langen Zeitraum: Bauern, die die Stufe 2 oder 3 erreichen wollten, "müssen meist einen Stall neu bauen. Das dauert erhebliche Zeit". Vielerorts werde eine solche Investition auch erst mit dem Generationenwechsel auf einem Hof getroffen.

Klöckner: Bauern brauchen Verlässlichkeit

Auch Klöckner betonte, dass der Umbau der Tierhaltung Zeit brauche und daher nicht davon abhängen dürfe, "welche Koalition gerade regiert". Sie lasse derzeit "Vertragsentwürfe zwischen Staat und Tierhaltern" ausarbeiten. Zudem wolle sie die derzeit laut EU-Recht zulässige Förderhöchstdauer von sieben Jahren "ausweiten".

Mehr Platz für Tiere, besseres Futter, Beschäftigungsmöglichkeiten und Stroheinstreu - das alles erhöht Arbeitsaufwand und Kosten. Eine Tierwohlprämie soll den höheren Aufwand großteils ausgleichen. "Wir müssen hier nah an die 100 Prozent kommen", mahnt Borchert.

Grundsätzlicher Widerspruch kommt aus Opposition und Landwirtschaft nicht mehr - wohl aber die Forderung, nun endlich in die Gänge zu kommen. Noch vor den Bundestagswahlen müsse den Betrieben ein verlässlicher Weg aufgezeigt werden, verlangt etwa die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

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